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Aus: ideaSpektrum, 27/2002 (3. Juli 2002)
Autor: Marcus Mockler
Web: www.idea.de

Andrea Adams-Frey

Porträt

Wie eine Künstlerin von Heroin und Alkohol freikam

Eine Sängerin "aus der Tiefe"

Von Marcus Mockler

Von der Drogensucht bis zum Tod ist es oft nur ein kleiner Schritt. Diese Erfahrung hätte die Sängerin Andrea Adams-Frey fast am eigenen Leib gemacht. Als 13jährige begann sie in der Jugendclique mit Alkohol, später rauchte sie Haschisch. Die Freundschaft mit einem Drogenabhängigen führte schließlich zur ersten Heroinspritze - und das ist in der Regel der Anfang vom Ende. »Wer einmal diesen Kick erlebt hat, will ihn immer wieder«, erinnert sich die heute 35jährige. Eines Tages nahm sie eine zu hohe Rauschgiftdosis. In Todesangst schrie sie zu Gott: »Wenn du mich jetzt nicht sterben läßt, rühre ich nie wieder Drogen an.« Der "Handel" mit Gott schien aufzugehen: Sie überlebte und schaffte dann sogar den körperlichen Drogenentzug ohne fremde Hilfe.

Albert & Andrea FreyAndrea Adams-Frey heute - das ist eine populäre Musikerin, die gerne zu Konzerten und christlichen Kongressen eingeladen wird. Verheiratet ist sie mit Albert Frey, dessen Anbetungslieder in charismatischen und evangelikalen Kreisen eine rasante Verbreitung erfahren haben. Die Künstlerin hat beruflich ein zweites Standbein: Sie ist Kosmetikerin und richtet derzeit in ihrer Wahlheimat Oberschwaben ein Studio ein.


Neuanfang bei ProChrist

Wie aus einer "alten Adams" die neue? Andrea Adams-Frey spricht von einem Prozeß. »Es dauert seine Zeit, frei zu werden.« Als sie fast am Rauschgift gestorben wäre, erlebte sie die Kraft Gottes - wußte aber noch wenig von Jesus Christus. Zum Schlüsselerlebnis wurde dann die Evangelisation ProChrist 1993. Bei ihr zu Hause hing man zwar eher esoterischen Überzeugungen an, doch die Einladungsplakate für die Evangelisation machten neugierig. Also ging die Familie in Schwenningen im Schwarzwald zum Übertragungsort. Als zum Schluß der Predigt aufgerufen wurde, nach vorne zu kommen, um ein neues Leben mit Jesus Christus zu beginnen, stand Andrea auf. »Mach das bloß nicht«, zischte ihre Schwester; doch das Verlangen, die Vergebung der Sünden zu erfahren, war stärker.


Andrea Adams-FreyTrotz Bekehrung: Alkohol

»Es war eine Bekehrung durch den Heiligen Geist«, formuliert die Künstlerin heute. Doch zur Heilung brauchte es mehr. Andrea Adams-Frey schlug sich der christlichen Musikszene zu, bekam ihr Suchtverhalten aber nicht in den Griff und landete wieder beim Alkohol. Erst im christlichen Rehabilitationszentrum "Schlössle" in der Nähe von Heilbronn lernte sie, sich mit den Defiziten ihrer Persönlichkeiten auseinanderzusetzen, und erfuhr tiefere Heilung. »Die Liebe Gottes hat mir die Kraft und eine neue Gesinnung gegeben, mein Leben grundlegend zu verändern.« Das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn empfindet sie als besonders eindrückliche Schilderung der Gnade Gottes. Diese Gnade hat auch sie erlebt. Aber sie weiß, daß sie mit Gottes Hilfe weiter an sich arbeiten muß, um dauerhaft weder auf Suchtmittel noch auf Anerkennung angewiesen zu sein.


Schwächen eingestehen

Das Eingeständnis von Schwäche und Hilfsbedürftigkeit kommt ihrer Meinung nach in vielen christlichen Gemeinden zu kurz. Christen seien oft »nicht wahrhaftig« und gaukelten Stärke vor, wenn sie eigentliche gestrauchelt seien. Mit ihrer Musik setzte die Sängerin einen Gegenakzent. Nicht zufällig heißt ihre jüngste CD "Aus der Tiefe". Andrea Adams-Frey hat zwei Botschaften für ihr Publikum: Daß Gott Menschen voll und ganz annimmt, daß ihn aber die Sünden der Menschen schmerzen. Beiden ins Auge zu sehen - der Sünde und Gott -, führt ihrer Überzeugung nach zu einem Christsein, das Ausstrahlung entwickelt und damit auch missionarisch wird.

--Marcus Mockler



Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 27/2002 (vom 3. Juli 2002).

Erscheinungsdatum:
7.10.2005
Redakteur: David Decker für CCM-Rezis

weitere Rezensionen - siehe Andrea Adams-Frey-Künstlerseite >>
 


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