"Anton
& The Watergirls" feiern Erfolge in der weltlichen Musikszene
Preisen, marsch marsch!
"Viele Leute halten uns für total verrückt,
weil wir immer wieder von Jesus singen - aber so ist es halt",
sagt Mel, Bassistin der christlichen Band
"Anton & The Watergirls". Doch so verrückt kann
das Trio aus Hamburg gar nicht sein. Denn die Songs der aktuellen
CD "StarKing" werden derzeit landauf und landab von weltlichen
Radiostationen gespielt. Auch der Media-Markt ist auf den Geschmack gekommen
und hat das Album kürzlich zur "CD des Monats" gekürt.
Kein Produkt aus der Retorte: CD des Monats
Doch
anders als manche deutsche Band sind "Anton & The Watergirls"
kein Produkt aus der Retorte, das von irgendeinem cleveren Musikproduzenten
erfunden wurde. Die Formation mit Schlagzeuger Andre "Anton"
Wedemann sowie den beiden Watergirls Melanie "Mel" Wedemann
(Bass, Gesang) und Kim Gebhardt-Reschke (Gitarre, Gesang) gibt es bereits
seit sieben Jahren. Ihre Musik passt in keine der gängigen Schubladen
- sie bewegt sich irgendwo zwischen Rock, Pop und Swing und ist ideal
zum Mitsingen, Tanzen und Abfeiern. Die Freude über Jesus schwappt
dabei aus der Stereoanlage direkt in die Gehörgänge der Zuhörer.
Gitarristin Kim: "Wir wollen der Welt zeigen,
daß christliche Musik heutzutage nicht zwangsläufig mit Kumbaya,
Wandergitarre und Jutebeutel zu tun haben muß."
Witzig, verspielt, aber immer mit Jesus
Auch
die Texte sind weit weg von dem, was man von christlichen Alben gewohnt
ist. Häufig sind sie witzig, oft verspielt, verlieren jedoch nie
den Bezug zu Jesus. Mal singt die Band von seiner Liebe für die Menschen,
dann von der Freude, die er schenkt, oder wie er in schwierigen Situationen
hilft. Auf der Homepage der Gruppe können die englischen Texte der
Gruppe auf Deutsch nachgelesen werden: Das klingt im Lied "Revolution
in my heart" dann beispielsweise so: »Du bist eine Revolution
in meinem Herzen. Ja, es ist revolutionär, wie Du mich liebst. Du
bist eine Revolution in meinem Leben. Ja, es ist revolutionär, wie
sehr Du mich willst.« Angst davor, mit solchen Aussagen in der
weltlichen Musikszene anzuecken, hat Schlagzeuger Andre nicht: "Wir
wollen einfach von dem erzählen, was uns bewegt und was uns Spaß
macht. Und das ist nun mal unser Glaube an Jesus." Die Geschichte
der Band läßt eine stetige Entwicklung erkennen. Angefangen
als Lobpreis-Projekt, folgten schnell erste Auftritte und Konzerte außerhalb
des Gottesdienstes, beispielsweise auf dem "Freakstock" in Gotha,
dem Sommerfestival der Jesus Freaks und auf der Expo 2000. Ihre Spuren
hinterließen Anton und seine Wassermädchen auch bei diversen
Bandwettbewerben. So erreichten sie beim europaweit ausgetragenen "Emergenza"
als eine von zehn Gruppen das Finale - insgesamt hatten 2.000 Combos teilgenommen.
Die Erfüllung eines Traumes
Im
vergangenen Jahr veröffentlichten die drei Hamburger dann ihre erste
CD, die sie komplett selbst finanzierten und produzierten. Dadurch
wurde die christliche Plattenfirma Free Records auf die Band aufmerksam
und bot ihr schließlich einen Vertrag an. Seit wenigen Wochen gibt
es das zweite Album nun überall zu kaufen - die Erfüllung eines
Traumes, auch wenn die CD nicht wie erhofft in die Top-100-Hitparade eingestiegen
ist. "Die Verkaufszahlen bewegen sich allerdings
im vierstelligen Bereich", sagt Kim. Und allein das freue
die Band schon enorm. Nicht wegen des Geldes - denn das ist nicht der
Rede wert -, sondern deswegen, weil auch viele Nicht-Christen sich jetzt
mit den Inhalten der CD auseinandersetzen. Doch so deutlich die Texte
sind, so kryptisch erscheint der Bandname. Andre bringt Licht ins Dunkel:
"Die Bezeichnung 'Watergirls' ist bei einer
christlichen Jugendveranstaltung entstanden, bei der ich Moderator war.
Das Thema lautete 'Wasser', und Kim und Mel waren meine Assistentinnen,
die 'Watergirls' eben." Der Name Anton ist hingegen eine Kreation
von Melanie: "Ich habe früher mit einem
Anton in einer anderen Band gespielt. Und als wir dann angefangen haben,
mit der neuen Gruppe zu proben, habe ich es irgendwie nicht geschafft,
mich umzustellen, und Andre ständig Anton genannt." Bleibt
zu hoffen, daß immer mehr Musikbegeisterte über diesen holprigen
Bandnamen stolpern.
--Tobias Pusch
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