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»Wer also seine Frau wegschickt
und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch; aber auch der bricht die
Ehe, der eine geschiedene Frau heiratet.« »Du sollst nicht die Ehe brechen!«
Gut gewählt waren sicherlich die beiden Termine der Bekanntgabe der Trennung der beiden - im Trubel eines Jahreswechsels und dann im Laufe der Ereignisse der 99er GMA-Week (*2). Es sollte wohl möglichst wenig Aufsehen um die traurige Trennungsgeschichte gemacht werden. Amy und Gary zählen ja auch mit zu den bestverkaufenden Künstlern der CCM-Szene. Die Reaktionen von offiziellen Vertretern der christlichen Musikindustrie aus verschiedenen Bereichen lassen sich dann wohl auch am besten mit dem Wort "Schadensbegrenzung" zusammenfassen. "Lediglich" auf Seiten der Fans zeigten sich einige äußerst ablehnende Reaktionen; trotzdem dürfte das Lager derjenigen, die den beiden weiterhin die Treue halten, nicht sehr viel kleiner geworden sein.
Bei ihrem Ex-Mann Gary findet man nach wie vor - oder jetzt erst recht? - tiefgehende christliche Texte. Bei einem Interview, das er dem christlichen "ccm magazine" in den USA gab, laß man jedoch so zwischen den Zeilen, daß er eigentlich der "Saubermann" bei den ganzen Vorkommnissen gewesen sei...
Viele werden jetzt sagen, es obliegt uns nicht, über Amys, Gary's und Vince' Privatleben und deren Ehen zu urteilen. - Ich sehe das etwas anders. In dem Moment, wo ein Künstler weltweit bekannt ist, Millionen Platten verkauft und ständig in der Öffentlichkeit steht, wird er automatisch zum Vorbild. Seine Handlungen bekommen dadurch ein anderes Gewicht. Die Verhaltensmuster dieser Person beeinflussen viele Menschen und werden in irgendeiner Weise nachgeahmt. Dasselbe geschieht mit den Reaktionen auf diese Handlungen der betreffenden Person. Das heißt, wenn es keine Entrüstungen auf eine Ehescheidung unter Christen mehr gibt, und auf die Heirat eines ungläubigen Partners, dann wird solches Verhalten als völlig normal hingestellt. Worüber man nicht redet, das ist auch nicht wichtig. - Doch Fehlanzeige! Durch derartige Kompromisse bekommt der Satan ganz leicht den Fuß in die Tür zu unserer christlichen Musikszene und wir sind auch ein äußerst negatives Zeugnis gegenüber einer gottlosen Welt. Nun ist es aber wirklich nicht an uns, diese drei Menschen für immer zu verurteilen, nein, viel mehr sollten wir, d.h. die Musikindustrie und -Szene sowie die christlichen Gemeinden, solche Personen geistlich unterstützen und begleiten, im besonderen ernsthaft für sie beten. Es gibt nämlich unter christlichen Musikern viel mehr Probleme als uns überhaupt bekannt ist - da brodelt es oft ganz gewaltig unter der Oberfläche! Und zwar auch wegen der folgenden Gründe (also nicht nur wegen persönlicher Verfehlung des Einzelnen): In der christlichen Musikszene fehlt eine ausreichende und weitreichende geistliche Begleitung der Musiker durch örtliche Gemeinden. Oftmals sind die Künstler, und besonders die "Stars", nicht in irgendeine Ortsgemeinde eingebunden und werden auch nicht von Pastoren oder ähnlichen Leitern begleitet, schon gar nicht in Krisensituationen. Weiterhin wird die gesamte christliche Szene immer als vollkommen perfekt dargestellt - das fängt schon bei den perfekt gestylten Gesichtern und Körpern auf den Covern der CD-Booklets an und geht weiter in Berichten über die Künstler. In der fast völlig verkommerzialisierten "christlichen" Musikszene darf es eben nichts Negatives mehr geben, denn das ist verkaufshinderlich. Der unliebsame Teil der Wahrheit wird einfach ausgeblendet - in Zukunft allem Anschein nach noch mehr als bisher (Und in Zeiten von sogenannter "politischer Korrektheit" erst recht, oder?). So entsteht schnell eine trügerisch perfekte Scheinwelt, in der solche Ehekrisen (oder anderes) leicht auftreten können, aber hinterher auch nie "richtig gelöst" werden. Das soll heißen, daß man meist keine echte Umkehr, das heißt Reue und Buße vorfindet, sondern es geht einfach weiter wie bisher. Ich möchte nochmals verdeutlichen, daß Ehebruch unserem Gott ein Greuel ist (*3), und das wir es deshalb nicht totschweigen und auch nicht als normal hinstellen dürfen! Wir sollten ernsthaft für das Privat- und Bühnenleben von christlichen Künstlern beten. Es geht nicht darum, daß solche etwas nicht passieren darf, sondern wie wir als Christen mit entstandenen Problemen und Situationen umgehen. Wir unterscheiden uns von der gottlosen Welt nicht in den Problemen, die wir als Menschen haben, sondern in der Problembewältigung! Gott will uns helfen mit solchen Dingen umzugehen und fertig zu werden, und auch dabei, über so etwas offen sprechen zu können, damit andere aus Fehlern lernen können. Mit diesem Artikel will ich mich keineswegs als "besser" darstellen oder über andere Menschen erheben, ich stelle mich genauso als Sünder unter die Gnade unseres Gottes.
»Wenn wir unsere Sünden bekennen,
ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt
von jeder Ungerechtigkeit.« »Ewiges Leben wird er denen geben,
die sich durch nichts davon abbringen lassen, Gottes Willen zu tun, weil
sie sich nach Gott sehnen und ihm gefallen möchten.« —David Decker für CCM-Rezis, März 2000
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Redakteur: David Decker für CCM-Rezis |
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