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| Aus: ideaSpektrum,
47/1998 (18. November 1998) Autor: Lothar Rühl Web: www.idea.de |
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»Unseren Umzug in die alte Welt wollten wir nutzen, um von Gott und Kirche etwas Abstand zu nehmen«, erinnert sich der amerikanische Opernsänger Eddie Gauntt (43), der 1979 mit seiner Frau Cae und einem Stipendium in Wien zum Musikstudium eintraf. Aber schon nach vier Wochen wurde er gebeten, vertretungsweise den Chor einer Gemeinde zu leiten. So wurde aus dem Abstand zum Glück nichts. Eddie - eigentlich Edward - ist auf einer Farm in Texas aufgewachsen. Seine Familie gehört zu einer Baptistengemeinde. Mit sieben Jahren hatte Eddie für sich festgemacht, daß er mit Jesus leben möchte. Mit zwölf Jahren übernahm der musikalische Bauernsohn die Leitung des Chores in der Gemeinde, mit 17 ging er zum Musikstudium. Dann erhielt er das Stipendium: Aus dem einen Jahr in Europa sind inzwischen 19 geworden. Der Diplom-Musiklehrer fand seine erste Stelle an der Wiener Staatsoper, wechselte später an die städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach. Seit 13 Jahren singt er an der Badischen Staatsoper in Karlsruhe von der klassischen Oper bis zum Musical. Seine bekanntesten Rollen waren Papageno in der Mozart-Oper "Die Zauberflöte", Don Giovanni und Beckmesser in "Die Meistersinger von Nürnberg". Jetzt ist er in der Titelrolle der Oper Hamlet in französischer Sprache zu bewundern. Es reizt ihn, immer wieder in die Rolle eines anderen zu schlüpfen, begründet er seine Freude an der Oper. Dadurch würde er sich und andere besser kennen und einschätzen lernen. Besonders gefällt ihm das unbeschwerte Leben des Papageno, in dessen Rolle er sagt: »Ich bin ein Naturmensch, der sich mit Schlaf, Speise und Trank begnügt.«
Zehn Jahre lang waren die Gauntts Mitglied in einer amerikanischen Gemeinde in Karlsruhe. Doch nach dem Abzug von US-Streitkräften wurde sie geschlossen. Nun sind sie Mitglieder in der Freien evangelischen Gemeinde in Hochstätten nahe ihrem Wohnort Dettenheim. Dort spielt Eddie ab und zu das Klavier in Vertretung für den Organisten.
--Lothar Rühl |
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Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 47/1998 (18. November 1998). |
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Redakteur: David Decker für CCM-Rezis |
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