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Aus: ideaSpektrum, 40/2005 (6. Oktober 2005)
Autor: Hans-Joachim Vieweger
Web: www.idea.de

Eric Bond (Gospelsterne)

Porträt

Warum ein US-Sänger für deutsche Gospels wirbt und damit sehr erfolgreich ist

"Sehr viel mehr als Musik"

Von Hans-Joachim Vieweger

Es ist schon kurios: Da muß erst ein farbiger amerikanischer Sänger kommen, um Gospelmusik auf deutsch unter die Leute zu bringen. »In jedem Dorf kann man inzwischen Gospelchöre hören«, sagt Eric Bond (48), »die Leute lieben das, aber sie verstehen die Texte nicht.« Diese Erfahrung macht er auch in einem Münchner Gospel-Chor, in dem er in den 90er Jahren als Solist und Arrangeur arbeitet. »Warum singen wir eigentlich nicht auf deutsch?« fragt er, erntet aber nur ungläubiges Lächeln. Gospel auf deutsch - das gibt es doch nicht, so die einhellige Reaktion.


GospelsterneVor jedem Lied gebetet

Bond will das Gegenteil beweisen. »Zugegeben: Deutscher Gospel ist anders als amerikanischer, aber im Grunde geht es darum, die Bedeutung des Wortes rüberzubringen, denn Gospel erzählt die Gute Nachricht von Jesus Christus.« Bond liefert die Musik, die Texte kommen von seiner Partnerin, der Religionslehrerin Jutta Hager. Gesungen werden die Lieder zunächst bei verschiedenen Gospel-Seminaren, die Bond seit 1999 in und um München veranstaltet und aus denen ein Chor hervorgeht, der an die Evangelische Hochschulgemeinde der TU München angebunden ist, die "Gospelsterne". »Wenn ich einen Song schreibe, bete ich zuerst: 'Gott, was willst du, daß diese Menschen singen?'« sagt Bond. Und die Sänger sind begeistert von ihrem charismatischen Leiter und seiner Musik; etwa 35mal im Jahr stehen sie mit ihm auf der Bühne. Inzwischen gibt es auch ein Gospel-Projekt mit Kindern - die "Gospelsternchen".


Auftritt bei Gottschalk

Für Eric Bond, der aus Ohio stammt und sich mit zwölf Jahren in einer Baptistengemeinde taufen läßt, hat sich eine Vision erfüllt, die er als Jugendlicher hat: Er sieht sich vor einem großen Chor, der nur aus weißen Menschen besteht, die Lieder singen, die er geschrieben hat, aber das in einer Sprache, die er nicht versteht - einer "harten" Sprache, wie er sagt. Damals denkt er, es könnte sich um Russisch handeln, inzwischen weiß er, daß es Deutsch war. Doch es dauert noch eine Weile, bis er das herausfindet: Anfang der 80er Jahre reist er mit einer Rockband durch die Welt. 1984 läßt er sich in München nieder; er tritt in Thomas Gottschalks Late-Night-Shows auf, später in Musicals oder mit Othello im Residenztheater. Bis er seine eigentliche Berufung im Gospel findet.


GospelsterneLob von Heinz Rudolf Kunze

Der Erfolg gibt ihm recht: "Sehr viel mehr als Musik" oder "Feuer und Flamme für Jesus" - so sind Artikel über seine Konzerte überschrieben, die meist in Kirchen stattfinden. »Darin sehe ich auch meine Berufung, eine Musik zu entwickeln, die die Leute zurück in die Kirche bringt und die sie auch verstehen«, so Bond. Jetzt konnte der Sänger und Komponist mit seinen Gospelsternen in Berlin den zweiten deutschlandweiten Gospel-Wettbewerb gewinnen: den "Gospel-Award". Die Jury um Alt-Rocker Heinz Rudolf Kunze lobte dabei nicht nur die tolle Show der Gospelsterne, sondern auch den Mut, deutsch zu singen.

--Hans-Joachim Vieweger



Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 40/2005 (6. Oktober 2005).

Erscheinungsdatum:
7.10.2005
Redakteur: David Decker für CCM-Rezis

weitere Rezensionen - siehe Eric Bond/ Gospelsterne-Künstlerseite >>
 


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