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Gnadauer
Tagung: Christliche Lieder müssen auf Christus hinweisen - Auf deutsch
singen!
Manch "Frommes"
könnten auch Buddhisten singen

Neue
geistliche Lieder sollten erkennbar auf Jesus Christus hinweisen. Dies
forderte Pfarrer Siegfried Kettling (Schwäbisch Gmünd) bei der
Fachtagung "vivace" (lebhafte Musik) des Evangelischen Gnadauer
Gemeinschaftsverbandes. Rund 200 Fachleute aus pietistischen Gemeinschaften
und Kirchengemeinden sowie Mitglieder von Chören, Ensembles und Bands
befaßten sich mit Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Musikstile.
Laut Kettling sind die geistlichen Aussagen vieler moderner Lieder sehr
allgemein gehalten. Meist spiegelten sie die eigene religiöse Befindlichkeit
wider. Sie könnten auch von Buddhisten und Hindus gesungen werden.
Viele neuere Kompositionen orientierten sich stärker an Gefühlen
als an der Verkündigung der christlichen Botschaft.
Nicht nur Preis, auch Klage

Der Gnadauer Präses Christoph Morgner warte vor einer Überbetonung
des Lobpreises, wie es sich immer häufiger in "Lobpreis-Teams"
zeige. Auch Klagen, Fürbitten und Bekenntnisse müßten
in Liedern vorkommen. Um inhaltliche Einseitigkeiten zu vermeiden, schlug
Morgner die Bezeichnung "Musik-Teams" für Gruppen vor,
die zur Gestaltung von Gottesdiensten beitragen. Bei den Stilrichtungen
dürfe es keine Einschränkungen geben, forderte Morgner. Orgel,
Bläsergruppen, traditionelle Chöre und Streichorchester seien
ebenso möglich wie Gospelchöre und Bands mit Schlagzeug und
Elektrogitarren. Die christliche Gemeinde müsse sich wieder als "Singegemeinschaft"
verstehen.
Nur 30% verstehen Englisch

Zur Frage, ob in Gottesdiensten und bei evangelistischen Veranstaltungen
auf englisch gesungen werden dürfe, sagte Morgner, die Sprache müsse
sich danach richten, was anderen Menschen zum Glauben an Jesus Christus
helfe. Auf englisch könnten Christen singen, "wenn sie unter
sich sind". Bei Veranstaltungen, an denen Fremde teilnehmen, sollte
hingegen Deutsch vorherrschen. Nach Angaben des Amerikanisten
und Liedermachers Prof. Manfred Siebald (Mainz) verstehen nur 30%
der Deutschen genug Englisch, um Liedtexte auf Anhieb zu begreifen. Die
Verwendung englischer Lieder für die missionarische Arbeit sei daher
kontraproduktiv. Auch in der weltlichen Popmusik werde wieder mehr auf
deutsch gesungen, berichtete der Musik-Redakteur Manfred Staiger (Butzbach).
Sieben von zehn Titeln seien in deutscher Sprache.
Bildbeschreibung: DIE PIETISTEN liegen mit ihrem Wunsch, daß
weithin auf deutsch gesungen werden soll, im Trend:

[ WELT am SONNTAG: "Deutsch rockt" /
Trendletter: "Slogans: Deutsch ersetzt Denglisch" / Bild am
Sonntag: "English is out. Die Werber entdecken die deutsche Sprache
neu."]
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