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Aus: ideaSpektrum, 6/2005 (9. Februar 2005)
Autor: ideaSpektrum-Redaktion
Web: www.idea.de

Gnadauer Tagung: Christliche Lieder müssen auf Christus hinweisen - Auf deutsch singen!

Manch "Frommes" könnten auch Buddhisten singen

Manfred SiebaldNeue geistliche Lieder sollten erkennbar auf Jesus Christus hinweisen. Dies forderte Pfarrer Siegfried Kettling (Schwäbisch Gmünd) bei der Fachtagung "vivace" (lebhafte Musik) des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Rund 200 Fachleute aus pietistischen Gemeinschaften und Kirchengemeinden sowie Mitglieder von Chören, Ensembles und Bands befaßten sich mit Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Musikstile. Laut Kettling sind die geistlichen Aussagen vieler moderner Lieder sehr allgemein gehalten. Meist spiegelten sie die eigene religiöse Befindlichkeit wider. Sie könnten auch von Buddhisten und Hindus gesungen werden. Viele neuere Kompositionen orientierten sich stärker an Gefühlen als an der Verkündigung der christlichen Botschaft.


Nicht nur Preis, auch Klage

Der Gnadauer Präses Christoph Morgner warte vor einer Überbetonung des Lobpreises, wie es sich immer häufiger in "Lobpreis-Teams" zeige. Auch Klagen, Fürbitten und Bekenntnisse müßten in Liedern vorkommen. Um inhaltliche Einseitigkeiten zu vermeiden, schlug Morgner die Bezeichnung "Musik-Teams" für Gruppen vor, die zur Gestaltung von Gottesdiensten beitragen. Bei den Stilrichtungen dürfe es keine Einschränkungen geben, forderte Morgner. Orgel, Bläsergruppen, traditionelle Chöre und Streichorchester seien ebenso möglich wie Gospelchöre und Bands mit Schlagzeug und Elektrogitarren. Die christliche Gemeinde müsse sich wieder als "Singegemeinschaft" verstehen.


Nur 30% verstehen Englisch

Zur Frage, ob in Gottesdiensten und bei evangelistischen Veranstaltungen auf englisch gesungen werden dürfe, sagte Morgner, die Sprache müsse sich danach richten, was anderen Menschen zum Glauben an Jesus Christus helfe. Auf englisch könnten Christen singen, "wenn sie unter sich sind". Bei Veranstaltungen, an denen Fremde teilnehmen, sollte hingegen Deutsch vorherrschen. Nach Angaben des Amerikanisten und Liedermachers Prof. Manfred Siebald (Mainz) verstehen nur 30% der Deutschen genug Englisch, um Liedtexte auf Anhieb zu begreifen. Die Verwendung englischer Lieder für die missionarische Arbeit sei daher kontraproduktiv. Auch in der weltlichen Popmusik werde wieder mehr auf deutsch gesungen, berichtete der Musik-Redakteur Manfred Staiger (Butzbach). Sieben von zehn Titeln seien in deutscher Sprache.

Bildbeschreibung: DIE PIETISTEN liegen mit ihrem Wunsch, daß weithin auf deutsch gesungen werden soll, im Trend:
DIE PIETISTEN liegen mit ihrem Wunsch, daß weithin auf deutsch gesungen werden soll, im Trend:

[ WELT am SONNTAG: "Deutsch rockt" / Trendletter: "Slogans: Deutsch ersetzt Denglisch" / Bild am Sonntag: "English is out. Die Werber entdecken die deutsche Sprache neu."]



Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 6/2005 (vom 9. Februar 2005).

Erscheinungsdatum:
9.2.2005
Redakteur: David Decker für CCM-Rezis

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