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Aus: ideaSpektrum, 39/2005 (28. September 2005)
Autoren: Hartmut Spiesecke, Markus Spieker
Web: www.idea.de

Jazz, Gospel, Soul, Country, Rock, Rap und Oratorien: 50 Stücke, die Christen kennen sollten

50 christliche Musik-Klassiker

BUCH:  Markus Spieker / Hartmut Spiesecke - ''50 christliche MusikKlassiker'' (2005) ...Musik gehört zum Alltag fast aller Menschen ganz selbstverständlich dazu. Hartmut Spiesecke (Musikexperte) und Markus Spieker (Journalist, beide Berlin) haben sich auf die Suche nach 50 christlichen Klassikern gemacht. Zu ihrer Hitliste gehört das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ebenso wie "Amazing Grace", gesungen von Elvis Presley, oder Dietrich Bonhoeffers "Von guten Mächten wunderbar geborgen" in der Vertonung des Liedermachers Siegfried Fietz. Natürlich erhebt diese Liste nicht den Anspruch eines abschließenden Kanons. In dieser Ausgabe stellen wir Jazz, Gospel, Soul, Country, Rock und Liedermacher vor. In einem zweiten Teil werden klassische Weihnachts- und Passionsstücke, Oratorien, Messen und Konzertmusik vorgestellt.


» Auswahl:



Jazz

Duke Ellington/Mahalia Jackson - ''black, brown and beige'' (1958)
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Duke Ellington/Mahalia Jackson: Black, Brown and Beige (1958) Columbia.
"Duke" Ellington (1899-1974) setzte als Pianospieler und Orchesterchef Maßstäbe, vor allem aber als Komponist. Aus seinen fast 1.000 Stücken ragt "Black Brown and Beige" durch das gewichtige Thema heraus: den Kampf der afro-amerikanischen Minderheit um Freiheit und Gleichberechtigung, aber auch das anhaltende Gottvertrauen. Ellington war kein regelmäßiger Kirchgänger, bezeichnete sich aber als gläubigen Christen, der die Bibel mehrfach durchgelesen hatte. Mahalia Jackson singt, als könnten sie keine hundert Sklaventreiber vom Gottesdienstbesuch abhalten: »Oh, Sonntag, komm! Das ist der Tag!«

John Coltrane - ''a love supreme'' (1965)
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John Coltrane: A Love Supreme (1964), Universal.
Sein halbes Leben hatte John Coltrane abwechselnd an der Flasche und an der Nadel gehangen. 1957 kam er von beidem los. Dafür wollte er sich bei Gott bedanken. Mit einer 33minütigen Ode an den Schöpfer und dessen "höchste Liebe", in einer vierstündigen Session am 9. Dezember 1964 aufgenommen. "Lieber Zuhörer", wandte sich Coltrane an sein Publikum, "alle Ehre sei Gott, dem alle Ehre gebührt. Laßt uns ihm nachfolgen auf dem rechten Weg."


Gospel und Soul

Elvis Presley - ''amazing grace'' (1994)
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Elvis Presley: Amazing Grace (1994), RCA.
Elvis kehrt zurück zu seinen pfingstkirchlichen Wurzeln. Auf drei Gospel-Alben bewies er, daß er sich aufs Hymnensingen genausogut verstand wie aufs Hüftschwingen. Alle seine Gospel-Songs sind auf dieser Kollektion versammelt. "Ich habe immer eine unsichtbare Hand hinter mir gespürt", pflegte der frauenverschlingende Südstaaten-Dandy im Freundeskreis zu sagen, "es muß schließlich einen Grund geben, warum ich ausgewählt wurde, Elvis Presley zu sein." Das Singen hatte Elvis im Chor der pfingstkirchlichen "Gemeinde Gottes" gelernt. 1994 erschien die Doppel-CD "Amazing Grace", eine Zusammenstellung aller Elvis-Gospellieder, auch einiger bis dato unveröffentlichter.

Aretha Franklin - ''amazing grace'' (1972)
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Aretha Franklin: Amazing Grace (1972), Atlantic.
An einem winterlichen Freitagabend in Watts, einem heruntergekommenen Stadtteil von Los Angeles, wird Gospel-Geschichte geschrieben. Tausende drängeln sich in der Baptistenkirche, um die "Königin des Souls" zu erleben. Aber Aretha Franklin singt nicht ihre Nummer-1-Hits "Respect" und "Chain of Fools". Stattdessen stürzt sie sich mit voller Stimmkraft ins Gotteslob. Wenn sie in einer ekstatischen Zehn-Minuten-Version von "Amazing Grace" singt »Ich war einmal verloren, aber jetzt bin ich errettet«, klingt das wie ein Triumph"geheul". "Amazing Grace" ist das erfolgreichste und vermutlich beste Gospel-Album aller Zeiten.

Al Green - ''greatest gospel hits'' (2000)
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Al Green: Greatest Gospel Hits (2000), Hi-Records.
Um dieses Album zu verstehen, muß man wissen, daß Al Green einmal der größte Soul-Star überhaupt war. Mit 26 Jahren, 1972 hatte Al Green seinen ersten Nummer-eins-Hit, dazu viele Partys, viele Frauen. 1973 hörte Al Green eine Stimme, Gottes Stimme, die ihn zur Umkehr mahnte. Er nahm einen Gospel-Song auf, "Jesus Is Waiting", und stürzte sich in noch mehr Affären. 1974 zündete ihn eine enttäuschte Ex-Geliebte an und erschoß sich anschließend selbst. Green gelobte Gott endgültig Besserung, 1977 stellte er in dem Song "Belle" an die Adresse einer imaginären Verführerin klar: »Du bist es, die ich will. Aber Er ist es, den ich brauche.« 1979 verließ er das Musikgeschäft und ließ sich zum Vollzeitpastor ordinieren.

Xavier Naidoo - ''nicht von dieser Welt'' (1998)
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Xavier Naidoo: Nicht von dieser Welt (1998), 3p.
Ein Album aus einer anderen Welt. Himmlische Tore, goldene Gaben, altes Babylon und neues Jerusalem. Der "Sohn Mannheims" scherte sich nicht um kulturelle Korrektheit und setzte Religion quasi im Alleingang auf die Bestellisten der Plattenläden. Mit seinem Debütalbum "Nicht von dieser Welt" läutete Naidoo die Renaissance der deutschsprachigen Popmusik ein. Gleichzeitig etablierte er ein hierzulande brachliegendes Genre: den Sakro-Soul. Daß sich hinter den überschwenglichen Texten eine ziemlich krude Theologie verbarg, ging aus zahlreichen Interviews hervor. Das Evangelium nach Naidoo war individualistisch, spekulativ, ohne Bezug zu einer Kirchengemeinde. Dennoch: Ein Teenager-Idol, das sich lieber an Hesekiel und Nahum orientierte als an John Lennon und Jim Morrison. Das hatte es bis dahin nicht gegeben.


Country, Rock und Rap

Hank Williams - ''I saw the light'' (1947)
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Hank Williams: I Saw the Light (1947).
Das Lied einer Erweckung, die nicht stattfand. "Keine Dunkelheit mehr", jauchzte der chronisch traurige Cowboy Hank Williams, "ich habe das Licht gesehen." Fünf Jahre später starb er an den Folgen seines exzessiven Lebensstils. Mit "I Saw the Light" hinterließ er dennoch eines der bewegendsten christlichen Musikzeugnisse: »Ich wanderte ziellos herum, mein Leben voller sünde / Ich ließ meinen lieben Heiland nicht herein / Dann kam Jesus, wie ein Fremder in der Nacht / Lob sei Gott, ich habe das Licht gesehen / Ich habe das Licht gesehen, ich habe das Licht gesehen / Keine Dunkelheit mehr, keine Nacht mehr / Nun bin ich so glücklich, keine Sorgen weit und breit / Lob sei Gott, ich habe das Licht gesehen.«

Keith Green - ''for him who has ears to hear'' (1977)
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Keith Green: For Him Who Has Ears to Hear (1977), Sparrow.
Keith Green war nicht der erste, der sich fragte, warum der Teufel die ganze moderne Musik für sich haben sollte. Aber von allen Pionieren des frühen christlichen Rock'n Roll hinterließ er den stärksten Eindruck. Mit 28 Jahren kam er, zusammen mit zwei seiner Kinder, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Da hatte er bereits vier Platten veröffentlicht und ein Missionswerk gegründet "Last Days Ministries". Mit einem hippiehaften Vollbart sah er aus wie einer der biblischen Propheten. Und genau an ihnen orientierte er sich, an kompromißlosen Gottesmännern wie Johannes dem Täufer, die im Vorprogramm von Jesus gespielt hatten, uneitle Aufwärmer für den Allmächtigen.

Bob Dylan - ''slow train coming'' (1979)
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Bob Dylan: Slow Train Coming (1979), Columbia.
Der Jahrhundert-Rockpoet Dylan war schon immer für musikalische Überraschungen gut. Auf "Slow Train Coming" holte er den schwersten Hammer raus. Mit dem Eifer eines Neubekehrten sang er von Jesus und vom Jüngsten Gericht. Dylan hatte sich entschieden, Jesus zu dienen. In Los Angeles schloß er sich einer charismatischen Vineyard-Gemeinde an. Später wollte sich Dylan nicht mehr festlegen, blieb im Ungefähren. "Ich habe nie gesagt, daß ich wiedergeboren bin", ließ er verlauten. Gleichzeitig bekräftigte er, daß er sowohl das Alte als auch das Neute Testament für wörtlich wahr hielt.

Cliff Richard - ''now you see me ... now you don't'' (1982)
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Cliff Richard: Now You See Me ... Now You Don't (1982), EMI.
Adel verpflichtet. "Sir Richard", der bekannteste Christ im Showgeschäft, mutete seinem Publikum alle paar Jahre eine frontal-fromme Platten-Attacke zu. Auf diesem Album kombiniert er dynamische Pop-Arrangements mit missionarischen Texten: feingeschliffener Bekenntnis-Pop, keyboardlastig, dynamisch und mit denkwürdigen Kompositionen.


Amy Grant - ''age to age'' (1982)
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Amy Grant: Age to Age (1982), Myrrh.
Der christliche Michael Jackson ist weiß, weiblich und hat eine Altstimme. Wenn die "Christian Contemporary Music"-Szene jemals eine echte Pop-Prinzessin hervorgebracht hat, dann ist es die sonnige Schöne aus dem amerikanischen Bibelgürtel mit dem Mädchen-von-Nebenan-Charme. 25 Millionen Platten hat Amy Grant bisher verkauft, die meisten in den 80ern und frühen 90ern. Genau wie bei Michael Jackson war auch bei Amy Grant das zweite Album das entscheidende. Ihr Äquivalent zu "Triller" heißt "Age to Age": üppig arrangierter Pop mit Premiummaterial von den christlichen Songschreibern Michael Card, Rich Mullins und Amy Grants Gatten in spe, Gary Chapman. Bis heute ist Amy Grant die bekannteste Vertreterin der christlichen Musikszene.

U2 - ''the joshua tree'' (1987)
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U2: The Joshua Tree (1987), Island Records.
Die größte Rock'n Roll-Band der Welt gibt Rätsel auf. U2 fühlen sich zwischen den Stühlen am wohlsten, zwischen Sinnerfüllung und anhaltender Sehnsucht. Sie loben Gott, zitieren aus der Bibel und geben dennoch zu: "Ich habe immer noch nicht gefunden, wonach ich suche." Um heilige Zwiespältigkeit geht es auch auf ihrem erfolgreichsten und womöglich besten Album: "The Joshua Tree". Im ersten Song träumen sie von einer jenseitigen Welt. Dann wieder beklagen sie sich, ganz dem Geist des alttestamentlichen Prediger-Buchs verhaftet, über die Vergeblichkeit aller menschlichen Anstrengungen. Angesprochen auf ihre Glaubenspraxis, antworteten sie meistens: "Wir sind gläubig. Aber mit Religion haben wir nichts am Hut."

Van Morrison - ''avalon sunset'' (1989)
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Van Morrison: Avalon Sunset (1989), Polydor.
George Ivan Morrison, der geniale, eigenbrötlerische Ire, hatte seinen Frieden gefunden: mit sich selbst und mit Gott. Auf dem Cover von "Avalon Sunset" schwimmt ein Schwan über einen See im Abendrot. Alles ruhig, alles perfekt, alles klar, auch in den zehn Songs, vor allem in der traumhaft schönen Ballade "Have I Told You Lately", die vier Jahre später in einer weichgespülten Version von Rod Stewart zum Hit wurde. »Es gibt eine Liebe, die göttlich ist«, singt Morrison, von sanften Streichern begleitet. Nie klang der rastlose Ire entspannter, nie gottesfürchtiger. Vier christlich inspirierte Alben nahm er auf, dann verlor er seinen Glauben und seine Ruhe.

Petra - ''beyond belief'' (1990)
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Petra: Beyond Belief (1990), Dayspring.
Wie viele Dezibel sind zu laut für eine christliche Band, wie viele Beats per Minute zu schnell, wie hart zu hart? Als die Kraftrocker von Petra 1972 zum ersten Mal auftratet, scherten sie sich nicht um solche Fragen. Petra heißt Rock, Rock heißt Fels, und darauf wollte Jesus bekanntlich die Kirche bauen. Also Ärmel hoch, raus mit den Gitarrenbrettern, Verstärker aufgedreht und dem Teufel lautstark heimgeleuchtet. Petra ist die christliche Hardrock-Band, von Kritikern als uninspirierte Muskelmusiker verspottet, von ihren Fans verehrt. Kraftrock vom Frömmsten! Muß man hören, um es zu glauben.

Michael W. Smith - ''the first decade'' (1993)
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Michael W. Smith: The First Decade 1983-1993 (1993), Reunion.
Für welches Album von Michael Whitaker Smith soll man sich entscheiden, wenn der Mann aus West-Virginia seine größten Momente so gleichmäßig über alle verteilt hat? Die Summer seiner Hits ist halt weit größer als jedes Einzelwerk für sich genommen. Kein echter Meilenstein, aber lauter entzückende Wegmarkierungen. Von "Great Is the Lord" und "Friends" bis "I Will Be Here For You" - sie sind fast alle drauf auf dieser Kollektion, die Hits des fleißigen Michael W. Smith. Während Amy Grant der christlichen Popmusik das Gesicht gab, war "Smitty" deren Seele: ein hochtalentierter, hochintegrer "Nice Guy", der mittlerweile so viele christliche Preise angehäuft hat, wie manche andere Künstler Platten verkauft haben.

Run DMC - ''down with the king'' (1993)
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Run DMC: Down with the King (1993), Profile.
In den 80er Jahren waren die drei New Yorker ganz oben gewesen. Sie galten als "Beatles" des Hip-Hop", jener neuen afro-amerikanischen Stilform, die bald die ganze Welt erobern sollte. Hip-Hop, das war der Oberbegriff für eine Straßenkultur, die sich aus Rap und Breakdance, Ghetto-Slang und Graffiti-Style zusammensetzte. Nach drei Erfolgsalben und zwei Mega-Hits kam der Absturz - und die Umkehr. Die katholisch aufgewachsenen Simmons und McDaniels hatten in einer Pfingstkirche ein Erweckungserlebnis. Simmons tauschte seine goldenen Halsbänder gegen Predigerbäffchen ein und ließ sich zum Pastor, zum "Reverend Run", ordinieren. Auf ihrem nächsten Album "Down with the King" gaben sich Run DMC zwar immer nocht prahlerisch, aber Selbst- und Gotteslob hielten sich nun die Waage. Statt geflucht wurde gebetet.

Johnny Cash - ''the man comes around'' (2002)
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Johnny Cash: The Man Comes Around (2002), Universal.
Der größte Countrystar aller Zeiten, 70 Jahre alt, in seinen letzten Zügen. Nie hörte sich Sterben vitaler an - weil hier einer singt, der das Beste vor sich hat. Johnny Cash klingt zugleich lebensmüde und ewigkeitshungrig. Auf dem letzten Album, das vor seinem Tode veröffentlicht wurde, singt er über die große Liebe, Tod und Gott. Ein zeitloses Alterswerk, das Gänsehaut und feuchte Augen verursacht. Im Titelsong beschwört Cash Bilder vom Jüngsten Tag herauf: »Ein Mann geht herum, der sich Namen notiert / Und er entscheidet, wer freigesprochen und wer angeklagt wird / Nicht alle werden gleich behandelt werden / eine goldene Leiter wird vom Himmel herunterreichen / Wenn der Mann wiederkommt // Die Haare werden euch zu Berge stehen / und jeder Schluck Wasser euch im Hals stecken bleiben / ihr werdet entweder aus seinem Abendmahlskelch trinken / oder im Boden des Töpfers versinken / Wenn der Mann wieder kommt.« Daß er persönlich der Wiederkunft Christi nicht mit Horror, sondern mit Hoffnung entgegensieht, macht Cash mit Schlußlied deutlich: We'll Meet Again.

Sixpence None The Richer - ''the best of sixpence none the richer'' (2004)
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Sixpence None the Richer: The Best of Sixpence None the Richer (2004), Word.
Sixpence None the Richer waren zehn Jahre zusammen, waren nie wirklich berühmt und haben sich inzwischen aufgelöst. Woran man sich in einigen Jahren noch erinnern wird, ist das komplizierte Bandname und der federleichte Hit "Kiss Me": ein perfekter Popsong, der es aus dem Soundtrack zum B-Film "Die oder keine" auf Platz 1 vieler Hitparaden schaffte. Dabei sind viele der anderen Songs noch schöner, noch intelligenter, noch religiöser. Ein Geheimtip, der es nicht verdient, geheim zu bleiben.

Deutsche Liedermacher

Siegfried Fietz - ''von guten Mächten wunderbar geborgen'' (1970/1977/1992)
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Dietrich Bonhoeffer/Siegfried Fietz: Von guten Mächten wunderbar geborgen (1944/1970), Abakus.
Aus seiner Zelle im Gestapo-Gefängnis von Berlin schickt Dietrich Bonhoeffer einen letzten Brief an seine Verlobte Maria von Wedemeyer. Als Weihnachtsgruß legt er ein Gedicht bei: "Von guten Mächten wunderbar geborgen". 1970 komponierte der 24jährige Siegfried Fietz dazu eine unvergeßlich schöne Melodie; sie macht ihn endlich hörbar, den "hohen Lobgesang", von dem Bonhoeffer schreibt, »jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet«. Ein Lied für die Ewigkeit.

Manfred Siebald - ''Kreuzschnabel'' (1985)
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Manfred Siebald: Kreuzschnabel (1985), Hänssler.
"Siebald" und "christlicher Liedermacher", das sind fast Synonyme. Der Literaturprofessor schmiedet nicht nur kluge Verse, sondern zimmert darunter auch eingängige Melodien. Vielleicht könnte man "Kreuzschnabel" als das "schönste" Album bezeichnen; Aufrüttelndes und Nachdenkliches hält sich die Waage, von "Wer liebt dich" und "Was wir so fest in Händen halten" bis zu "So sicher wär' ich da nicht", eine apologetische Ballade über schmelzende Eisblumen, Gräser im Asphalt und Spötter, die irgendwann doch noch mit Gott reden. Wenn man nicht schon lange glaubte, würde man jetzt am liebsten damit anfangen.

--Hartmut Spiesecke, Markus Spieker



Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 39/2005 (vom 28. September 2005).

Erscheinungsdatum:
30.9.2005
Redakteur: David Decker für CCM-Rezis
 


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