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Blick nach Deutschland Innerhalb der christlich orientierten Musikszene in Deutschland gab es 2004 wieder verschiedene Trends, die sich abzeichneten. Durch das Veröffentlichen von Radiosingles christlicher Künstler sollten hier - und danach in den Verkaufscharts - Durchbrüche erzielt werden. Bis auf eine Ausnahme wurden jedoch alles Flops! Nur die britische Band delirious? konnte mit "inside outside" einen regional übergreifenden (aber mit den Zentren Südwest- und Norddeutschland) "mittelmäßig erfolgreichen" Radiohit landen. Alle anderen Songs (z.B. von Anton & The Watergirls, Allee der Kosmonauten, Beatbetrieb, 2schneidig, zweite Single von delirious?) konnten nur kleinere bis leider gar keine Erfolge oder Aufmerksamkeit erzielen. Das alles trotz großer (Marketing-) Anstrengungen sowie diverser Ankündigungen und Verlautbarungen besonders in den frommen Medien. Offenbar ist man nicht bereit, die ganze Sache mal etwas gelassener zu sehen, eben gerade von Seiten der Medien. Was da oft an Hysterie verbreitet wird, ist völlig übertrieben bis größenwahnsinnig... Zudem muß auch für dieses Jahr wieder die Frage gestellt werden, was an diesen ausgekoppelten Singles so christlich gewesen sein soll, von den Liedtexten her betrachtet? Ich konnte da nur sehr wenig ausmachen und auch das eher nur "Zwischentöne"; von biblischem Evangelium also ganz zu schweigen. Nur sollte man dann so ehrlich sein und nicht mehr von "christlicher Musik in den Charts" reden. Das ist nämlich Selbstbetrug. Selbstbetrug ist für mich außerdem, wie man beispielsweise delirious? als "Rockband des Jahres in Deutschland" in einem frommen Musik-Werbeblättchen anpreisen kann, wenn diese Band nachweislich nicht einmal flächendeckend aktiv war. Die Briten hatten mit "inside outside" einen mittelmäßig erfolgreichen Song, d.h. er zwar lange präsent bei vielen Sendern, hatte aber nur wenige Spitzenpositionen. Bei den Single-Verkaufscharts war er auch nur im hinteren und mittleren Feld zu finden. Bis auf die "Ausnahme" in der Bundeshauptstadt fanden auch alle anderen Konzerte der Truppe im geographischen Westteil Deutschlands statt. Von "Rockband des Jahres in Deutschland" kann man dann sprechen, wenn diese Band Top5-Platzierungen bei der Mehrheit der wichtigen Radiosender in allen Regionen sowie in den Verkaufscharts hat. Hinzu müsste dann natürlich auch eine bundesweite Tournee kommen, die alle Regionen des Landes in gleichem Verhältnis abdeckt. Da das alles Fehlanzeige war, ist solche Art Werbung ein neuer Tiefpunkt und erinnert leidlich an die dunkelsten Pila-Zeiten. Überhaupt bekleckern sich die "Werbetextchen" der frommen Blätter schon seit Monaten nicht mehr mit Ruhm. Was da allgemein runtergesülzt wird, ist traurig. Oft nicht mal eigene Einfälle, sondern bei vielen Importen simple Übersetzungen der amerikanischen oder britischen Vorgaben. Wo sind Werbetexte, die den Künstler und seinen Dienst, die Platte an und für sich oder gar die Liedtexte beleuchten? Wichtig sind offenbar nur noch Ferseh- oder Radioauftritte, Verkaufszahlen oder Mitwirkungen vermeintlich großer, bekannter Namen... Dabei stehen letztere eher für Schall und Rauch, oder wie war das gleich...? Ein weiteres regionales Problem, was ich sehe, ist die Verteilung der christlichen Musikfestivals. Hierbei kann man natürlich niemand kritisieren oder etwas vorwerfen, denn ein Konzert oder Festival zu veranstalten ist eine große Herausforderung. Jeder christliche Veranstalter ist da weiter - oder überhaupt - zu ermutigen, egal wo und wie es stattfindet. Das Problem ist eben nur, daß sich das Meiste auf Südwestdeutschland konzentriert mit weiteren "tragenden Säulen" im Ruhrgebiet und Siegerland. Hier gibt es ganzjährig tolle Angebote für den interessierten Besucher. Mitunter führt das zu Verzerrungen in der Wahrnehmung bei einigen Musikkonsumenten, die völlig überzogene Forderungen stellen, welcher ihrer Lieblingskünstler denn nun wann und wo zu erscheinen hat. Geschieht das nicht oder in einer anderen Form als erwartet, wird gemäckert was das Zeug hält. So ein Verhalten zeigt eine Überheblichkeit und offenbar eine "Überfütterung". Genügsamkeit und Zufriedenheit wären hier die Zauberworte meine ich... 'Danken schützt vor Wanken' kann man auch sagen! 2004 hat auch erneute Vertriebswechsel mit sich gebracht. Gerth Medien aus Asslar ist damit zum neuen "quasi-Monopolisten" aufgestiegen. Die Mitbewerber um Asaph Musik und bv-music müssen das sicherlich erst einmal verdauen, denn beide verloren so wieder einige ihrer "besten Pferde im Stall". Sicher ist praktizierte freie Marktwirtschaft immer zu begrüßen, aber in diesem Fall der kleinen christlichen Nischen-Szene kann es auch mal schnell zu Verwerfungen und negativen Ungleichgewichten kommen. Gerth hat nun eine sehr große Marktmacht, die der von Pila Music in vergangenen Jahren nicht ganz unähnlich ist. Sowas wirkt sich ja erwiesenermaßen auch auf das Sponsoring aus (Konzert- bzw. Festivalveranstalter; Gewinnspiele etc.) sowie die Berichterstattung in den Medien aus. Bisweilen muß die Unabhängigkeit angezweifelt werden. Künstler bei kleineren Vertrieben oder Independent müssen oft sehen, wie sie denn Aufmerksamkeit für ihre Produkte bzw. für ihre "Sache" erlangen... Bei allen kritischen Überlegungen bleibt festzuhalten, daß die Vielfalt der christlichen Szene hierzulande ungebrochen ist. Neben zahlreichen hochwertigen Verlagsveröffentlichungen gibt es nach wie vor gute Independent-Veröffentlichungen und Indie- bzw. Nachwuchskünstler, sodaß man für die Zukunft überhaupt nicht schwarz sehen muß. Es war wieder ein Jahr mit zahlreichen neuen Liedern, mit geistlich starken Aussagen, die Gott die Ehre geben und den Hörer ermutigen. Ein gewisser Trend zum Deutsch-Texten war auch wieder auszumachen, vielleicht nicht unbedingt quantitativ, eher qualitativ. Irgendwie merkt man, daß es vielen Autoren wieder am Herzen liegt, in ihrer Muttersprache zu schreiben. Dies ist nur zu begrüßen, in der Hoffnung, daß hier noch mehr Potential im angebrochenen Jahr freigesetzt wird. Potenzial meinte ich auch bei einer Redakteurin, genauer: Radiomoderatorin und freischaffender Journalistin, entdeckt zu haben: Doro Wiebe, bekannt von zahlreichen Interviews, Features, Rezension der letzten Monate. Zudem eine der Stimmen vom ERF-Jugendradio "crosschannel.de". Mir liegt es fern, Personen vorzuziehen, doch hier möchte ich ein Vorbild auch mal konkret benennen. Doro schafft es immer wieder, aus dieser bekannten "hysterischen Art" auszubrechen und zum geistlichen Kern bei den Künstlern durchzudringen. Ihre Darstellungen sind kenntnisreich, aber auch für Otto-Normal-Musikkonsument verstehbar. Bei ihr findet man auch geistliche Kompetenz und viel weniger das "in den Himmel heben" um jeden Preis. Hier wünsche ihr mir noch viele Nachahmer in der (christlichen) Medienbranche. Was mir dann doch noch auf dem Herzen liegt, ist die Anbindung an den kirchlichen/ gemeindlichen Dienst: Künstler wie Lutz Scheufler, Arno Backhaus, New Life, das gesamte Janz Team aber auch Manfred Siebald, trinity, ambergrain oder Sarah Kaiser darf man hier guten Gewissens nennen. Ein Musikdienst ist aus meiner Sicht nur dann wirklich "erfolgreich", wenn diese Anbindung in aller Demut vorhanden ist. Das ist ein unverzichtbarer Kraftquell und "Zufluchtsort" für den Künstler selbst und eine enorme Bereicherung für die Geschwister, ja für das Gemeindeleben. Außerdem wird so die biblische Perspektive geistlicher Musik viel besser wahrgenommen (als ihre eigentliche Bestimmung - aber auch sichtbar nach außen hin). Dort, wo diese Anbindung als unwichtig, gar störend, abgetan wird oder vernachlässigt bzw. "vergessen" wird, entsteht aus meiner Sicht ein Vakuum, daß sich negativ auf die "Karriere" auswirkt. Ich möchte hier nicht einem "frommen Ghetto" das Wort reden - so etwas sei ferne! -, vielmehr spreche ich von Begleitung, gelebter Jüngerschaft und Gemeinschaft. Machen wir uns doch alle nichts vor: Die wirkungsvollsten Dienste auch im christlichen Künstlerbereich geschehen doch meist weitab von Bühne und Scheinwerferlicht. Eben dort, wo das wirkliche Leben spielt. Jesu Gemeinde ist Gottes Brückenkopf auf dieser Welt und die christliche Künstlerszene ist keine Extra-Gemeinde oder ein Extra-Brückenkopf, sondern hat nach meinem Verständnis ihren Platz innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen. Im Neuen Testament lesen wir von den Christen als Verwalter der verschiedenartigen Gnadengaben Gottes - und genau darum geht es. Wenn sich die Künstler heute mehr als Diener sehen würden und weniger als "Unterhalter" oder "Show-Hasen", dann wären etliche Probleme und Konflikte sicher nicht existent. Paulus trieb das Evangelium an, was genau mit Gottes Willen übereinstimmte. Die Frage an uns selber und unsere Szene lautet: was treibt uns an und wie steht Gottes Willen dazu? Gottes Willen ist durch Sein Wort bekannt, nämlich das alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Ich hoffe und wünsche, daß unser Antrieb derselbe wie bei Paulus ist! Daß dabei Klänge, Bühnen, Show und Glamour oft nur die zweite oder dritte Geige spielen, versteht sich dann von selbst. Es geht hier um Menschen, um Himmel oder Hölle und nicht eine fromme Selbstbeweihräucherung. Die amerikanischen College-Folker von Caedmon's Call haben uns darin eine Lektion erteilt in 2004, doch dazu gleich weiter unten mehr...
Was die christliche Musikindustrie in Amerika anbelangt, so konnte man feststellen: Worship-Musik ist immer weniger ein Hype, dafür mehr und mehr ein "normaler" Musikstil. Es ist etwa dasselbe wie seinerzeit mit der Techno-Bewegung: gestartet als Massenbewegung haben wir heute das große und als gleichberechtigt geachtete Genre der elektronischen Musik. Viele Rock- und Pop-Interpreten bringen wieder gewöhnliche Studioalben heraus, nicht mehr allein Praise-Platten. Dieser Trend dürfte sich 2005 verstärkt fortsetzen. Wenn es dazu beiträgt, die qualitativ oft unterdurchschnittlichen "Fließbandproduktionen" im Bereich Praise & Worship etwas einzudämmen, dürfte das auch der Szene insgesamt gut tun. Aber einige andere Sachen haben die Branche in Amerika wohl mehr beschäftigt, als ein Musikstil, nämlich die Branche an und für sich mit ihren "Majorlabels". Es zeigt sich nämlich immer mehr, wie Recht Steve Camp mit seinen 1997 veröffentlichten Thesen zur Erneuerung der christlichen Musikindustrie hatte und hat. Da die größten christlichen Plattenfirmen nicht mehr eigenständig und unabhängig sind, sondern nur "Zweige" der weltweit größten säkularen Plattenfirmen sind, müssen sie auch alle Entscheidungen ihrer "Herren" akzeptieren und umsetzen. Das führte im vergangenen Jahr zu weiteren Fusionen, Personalabbau und ebenso "Entlassungen" von Künstlern. Zum Beispiel existieren Sparrow und Forefront Records nur noch als aufgedruckte Marken, in Wirklichkeit repräsentieren sie zusammen mit EMI Gospel die "EMI Christian Music Group" (EMI CMG). Vermarktet werden beide - bisher die frommen Flagschiffe - jetzt auch von denselben Leuten. Bei diesem Profilierungsprozeß wurden zig Mitarbeiter entlassen und auch zahlreiche Künstler blieben dabei auf der Strecke... Es stellt sich inzwischen die Frage, wann der "Schwanz" der 'Christian Music Group' wegfällt und alles nur noch "EMI" ist? Zumindest ehrlicherweise auf dem Papier - hinter den Kulissen ist eh alles dasselbe?!? Weiter geht es mit der Provident Music Group, sozusagen das Gegenstück, bzw. erster Konkurrent des "christlichen EMI-Bereiches": Die ganze Gruppe gehörte bisher zu Zomba, was aber mit BMG fusionierte, bzw. dort integriert wurde. Kurze Zeit später fusionierten aber BMG und Sony zu einem Riesenkonzern, wo Provident jetzt ein kleiner Bereich unter vielen ist. Bei Reunion Records beispielsweise wurden bis auf Michael W. Smith, Joy Williams und Casting Crowns alle Künstler entlassen (z.B. NewSong, Jill Paquette!!!). Dafür wurde Backstreet Boy Brian Littrell ins Boot geholt, der sich jetzt plötzlich offen zu seinem christlichen Glauben bekennt. Beim ehemals dritten "Großen", Word Records, ist es ähnlich: Bereits seit 2002 gehört die Firma zum Warner-Konzern und zu Curb Records, was von einem einflußreichen Unternehmer geführt wird. Zwar fielen hier nur wenige Acts heraus, sogar einige neue wurden aufgenommen, aber insgesamt zeigt Word seit den Querelen 2001 nur relativ wenig Stabilität... Es gibt Leute in der US-Szene, die Verwandte in Nashville haben und daher wissen, daß alle christlichen Labels irgendwie von dieser Art Krise betroffen sind. Mit anderen Worten: etliche Mitarbeiter von Labels müssen sich neue Jobs suchen und viele Künstler neue Labels oder überlegen, wie sie ohne ein Label weitermachen. Die Industrie selber äußert sich zu den Vorgängen wenig bis gar nicht. Es seien halt Veränderungen am Markt und besonders die "Piraterie" bzw. das "Herunterladen von Musik aus dem Internet" wären die Hauptursachen. Dieses (unbewiesene!) Kriminalisieren der eigenen Kunden - genau wie in Europa -, die den Firmen eigentlich das Geld bringen, mag zwar eine Zeiterscheinung sein, aber sie blendet viele weitere Ursachen bewußt aus. Viele Firmen haben sich durch säkulare Eigentümerschaft völlig von ihren christlichen, besser geistlichen, Wurzeln entfernt. Christen haben nicht mehr das Sagen in diesen Firmen, sondern letztlich die Bosse der säkularen Mutterkonzerne. Daß dabei nur die wirtschaftlichen Prioritäten zählen ist klar. Alles was Kasse macht, darf bleiben - ganz pragmatisch eben. Die Umschreibungen und Erklärungen nach außen hin, mit den frommen Worten, alles schön positiv, überläßt man weiterhin den paar frommen Leuten bei diesen Labels... Clevere Geschäftsleute haben bereits Mitte der 90er Jahre das (kommerzielle) Potential der christlichen Popularmusik erkannt, die entsprechenden Labels aufgekauft, bzw. sich erst mal gesichert, und dann nach und nach ins eigene Programm integriert. Dabei wurden jedoch neben den Firmen auch der "Geist" der Szene und viele Verhältnisse mit den Interpreten völlig verändert. Der Geist des Hinüberschreitens in die säkulare Szene hat sich wie ein Virus ausgebreitet - beflügelt durch ein paar Radiohits, Charterfolge und CD-Verkaufszahlen. Charlie Peacock schockte 2004 viele Insider mit seiner auf Umfragen beruhenden Verlautbarung, daß die übergroße Mehrheit der bisher christlichen Interpreten in die säkulare Szene wolle. Er meinte, dies würde die christliche Musikszene für immer verändern. Ich sage, sie hat sich bereits für immer verändert! Einen Aspekt dieser Veränderungen sehen wir zum Beispiel daran, daß Künstler wie Andrew Peterson (Essential Rec.) und Jennifer Knapp (Gotee Rec.) keine Plattenverträge mehr haben (neben den oben genannten Künstlern!). Bisher unbestätigten Meldungen zufolge auch die Kollegen Chris Rice (Rocketown Rec.) und Jill Phillips (Reunion Rec.). Während Andrew Peterson praktisch gekündigt wurde, hat sich Jennifer Knapp freiwillig zurückgezogen. Sie wollte nicht mehr Geld verlangen für ihren Dienst. Offenbar kommt sie mit dieser Art Musikindustrie nicht mehr klar. Genaueres wissen wir von ihr bisher leider nicht. Erfreulicherweise hat sie ihr Label in Frieden ziehen lassen. Andrew Peterson wird jetzt "allein" weitermachen, d.h. erstmals als Independent-Künstler - wie so viele andere Singer/Songwriter, die Christen sind. Will heißen: Platten aufnehmen kann man auch ohne ein Label, die Profi-Technik ist mittlerweile sehr preiswert geworden und das ist alles kein Problem mehr. Man hilft sich gegenseitig. Der Vertrieb und die Vermarktung erfolgen übers Internet, über die eigene offizielle Website, Newsletter sowie über zahlreiche Partnersites. - Das alles habe ich mir nicht ausgedacht, sondern Andrew schrieb das als Tagebucheintrag auf seiner Homepage. Damit steht er symptomatisch für viele seiner KollegInnen, wie etwa Carolyn Arends, Andrew Osenga oder auch Matt Brouwer, die das schon länger so machen. Und das zeigt auch, wo die Zukunft der christlichen Branche hingehen wird: Nur eine kleine auserwählte Schar wird noch Plattenverträge bekommen, alle anderen müssen sich selbst helfen, d.h. mit Eigenverlag, Eigenvertrieb oder bei kleineren Independent-Labels. Vermeintlich große Namen gibt es nicht mehr. Es kann jeden treffen! Das Thema Internet und MP3 wird dabei ein äußerst wichtiger Faktor. Genauso wie iTunes und andere "CD-lose" Internet-Shops. Schon jetzt nehmen etliche christliche Künstler, die noch bei Labels sind, extra-Songs nur für iTunes & Co. auf. Damit tut sich ein völlig neuer Zweig, bzw. Markt auf, was viele - besonders in der frommen Szene - noch gar nicht richtig verstanden haben. Schon allein diese wenigen hier angerissenen (neben vielen anderen!) Aspekte zeigen deutlich, daß man schon jetzt als Künstler gut ohne Label auskommen kann und es in Zukunft wohl "noch besser" kommen wird. Neben diesen ganzen kritischen Anmerkungen sind mir auch einige Dinge sehr angenehm aufgefallen: Zum Beispiel die Tatsache, daß durch den Hype und Musikstil der Worship-Musik viele neue geistliche Impulse in die Szene hineinkamen. So haben etwa die Newsboys wieder neu und offenherzig von "Jesus" gesungen. Die Sprache der Texte wurde bisweilen deutlicher, prägnanter, authentischer. Und Gruppen wie Caedmon's Call sangen nicht nur geistliche Lieder, sondern haben versucht, "geistlich" aktiv zu werden. Ihr auf Indien, Eucador und Brasilien ausgerichtetes "share the well"-Albumprojekt zeigt deutlich die evangelistische, praktische und gar politische Motivation der Bandmitglieder. Es ist ein vorbildliches Projekt, wo wir 2005 viel mehr davon bräuchten! Denn was nützt die beste Unterhaltungs- oder Anbetungsmusik, wenn es nur zum Selbstzweck geschieht, wir unsere eigenen Emotionen hochpuschen, aber hinten nichts herauskommt, nicht mal zur Ehre Gottes? Caedmon's Call zeigen uns hier - im Geiste von Rich Mullins u.a. -, daß es anders geht. Sie erinnern uns, den Horizont zu weiten und zu begreifen, daß christliche Musik geistliche Musik sein soll mit folgenden Aufgaben: Gott die Ehre geben, seine Großtaten verkünden (d.i. das Evangelium), zur Erbauung und Ermahnung in Gemeinschaft dienen. Der Unterhaltungsaspekt wird dabei nicht verneint (man braucht sich nur die Lieder auf "share the well" anhören :-), sondern er bleibt natürlich vorhanden, aber nicht als primäres Ziel! - Ich möchte hier niemand als Person oder Gruppe in den Himmel heben. Nein, es geht darum, die wahren Ziele geistlicher Musik neu zu erkennen und auszuleben. Steve Camp hat mit seiner Ausarbeitung den Weg gewiesen. Etwas Besseres und fachlich Fundierteres zu diesem Thema ist mir bisher nicht begegnet! Auch in Deutschland gibt es innerhalb dieser "labellosen" Musik- und Kleinkunstszene viele Künstler und Gruppen, die diese geistlichen Ziele primär verfolgen. Das Problem ist nur, sie werden oft "vergessen" von den frommen Medien, von manchen in ein hinterwäldlerisches Licht geschoben. Das muß aufhören! (Weiter? S.o.! ;-))) Also, 'lobe den Herrn, meine Seele'. Singen wir Ihm ein neues Lied - auch in diesem Jahr 2005! —David Decker für CCM-Rezis, Januar-März 2005 |
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Redakteur: David Decker für CCM-Rezis |
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