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Aus: x-report / ideaSpektrum, 49/2003 (3. Dezember 2003)
Autor: Karsten Huhn
Web: www.idea.de

Judy Bailey

Hey, Gott, komm in mein Leben!

Die Sängerin Judy Bailey kam von der Karibikinsel Barbados nach Deutschland. Im Gepäck hat sie sonnige Lieder und einen fröhlichen Glauben.

Sie sagt Worte wie "wow", "cool" und "funky", wechselt mitten im Satz zwischen Deutsch und Englisch und fragt ihren Gesprächspartner gleich, ob sie ihn duzen kann. Sie ist ein fröhliches Energiebündel. "Der christliche Glauben ist doch lebendig und die Kirche kein Ort, an dem einem kalt werden soll."

Judy Bailey (34) gehört zu den wenigen christlichen Künstlern in Deutschland, die von ihrer Arbeit leben können. Ihr Lied "Jesus in my House" ist ein Ohrwurm. Von ihren künstlerischen Qualitäten scheint auch die weltliche Plattenfirma BMG überzeugt zu sein, die ihr neues Album "Found the sun" produziert.

Judy BaileyBailey wächst auf der Karibikinsel Barbados auf, einem kleinen Staat mit 270.000 Einwohnern, der zu den erfolgreichsten unter den Entwicklungsländern zählt. Im Herbst kann sie ohne Schuhe durch die Stadt laufen und zu Weihnachten im Atlantischen Ozean baden, ohne sich zu erkälten. Ihre Eltern sind Christen, sonntags geht Judy Bailey manchmal dreimal in die Kirche. Mit 16 kniet sie sich in ihrem Zimmer hin und bittet: "Hey, Gott, komm in mein Leben." Wie es dazu kam, ist für sie selbst ein Rätsel. "Ich hatte schon so viele Predigten gehört, aber diese Entscheidung für Jesus bleibt für mich ein Geheimnis."


Von Barbados über London nach Essen

Judy BaileySie vertont Psalmen und beginnt, ihre ersten Lieder zu schreiben. Nach dem Abitur studiert sie zwei Semester Physik, Mathematik und Informatik in Bridgetown, der Hauptstadt von Barbados. "Aber das war nicht mein Ding." Sie zieht nach London und absolviert dort ein Psychologie-Studium. Doch am liebsten spielt sie auf ihrer Gitarre und tüftelt an neuen Liedern. "Es ist wie ein Zwang, ich muß Lieder schreiben. Und ich stehe gern auf der Bühne, weil ich dann genau das tue, wozu ich berufen bin."

Sie bringt ihre ersten Alben heraus, und 1993 wird sie zur Künstlermesse "Promikon" nach Gießen eingeladen. Die Interviews, die sie gibt, übersetzt Patrick Depuhl. Heute singt er in Baileys Band mit, und die beiden sind seit sechs Jahren verheiratet. Bailey lernt Deutsch und zieht zu ihrem Mann nach Essen. Zum ersten Mal lebt sie nicht auf einer Insel. "Ich mag Deutschland, nur ein bißchen mehr Sonne wäre ganz schön."

In Essen geht Bailey zur CVJM-Gemeinde "emotion". Die Gottesdienste besucht sie allerdings nur selten. Meistens ist sie unterwegs, 90 Konzerte gab Judy Bailey in diesem Jahr. Sie spielte beim Kirchentag in Berlin und beim Versöhnungstag in Johannesburg, sie gab Konzerte in drei Budapester Gefängnissen, und für das christliche Hilfswerk "World Vision" besuchte sie Tansania und Kongo. Manchmal vergißt sie die Orte, an denen sie schon aufgetreten ist.

Judy BaileyWie wird man eine erfolgreiche Künstlerin? "Es gibt dafür keine Formel", sagt Judy Bailey. "Wichtig ist aber, in Verbindung mit Gott zu bleiben. Er weiß, was dein Lebensziel ist. Suche dir Vorbilder, aber versuche nicht, so zu sein wie sie. Künstler ist man nicht, um Geld zu verdienen oder sich mit anderen zu vergleichen, sondern um Gottes Willen zu tun."

Vor den Konzerten betet Bailey mit ihrer bis zu acht Köpfen großen Band. "Ich nehme mir auch vor, jeden Tag in der Bibel zu lesen, schaffe das aber nicht jeden Tag." Oft zieht sie sich dafür auch zurück. "Ich bin gerne allein", sagt sie, die auf der Bühne im Mittelpunkt steht. "Auch wenn mir das viele vielleicht nicht glauben: Ich mag es, zuzuhören, anstatt viel zu sagen."


Ein Baby und ein Umzug

Judy BaileyIm nächsten Jahr gibt es für Judy Bailey ein besonderes privates Ereignis: Anfang Februar erwartet sie ihr erstes Kind. "Ich bin so gespannt, wie es sich anfühlt, für diesen kleinen Menschen da zu sein."

Mit ihrem Mann wird sie im nächsten Jahr nach Krefeld ziehen und dort beim Christ Camp mitarbeiten, ein missionarisch orientiertes Erlebniscamp mit 130 Betten, in dem man zum Beispiel Reiten und Bogenschießen lernen kann. "Neben christlichen Jugendgruppen kommen auch viele Schüler, die ihre Klassenfahrt zu uns machen. Jeden Tag erzählen wir vor dem Abendbrot eine Geschichte aus der Bibel. Es ist eine phantastische Chance, mit nicht-christlichen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen."

--Karsten Huhn



Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 49/2003 (vom 3. Dezember 2003).

Erscheinungsdatum:
22.3.2005
Redakteur: David Decker für CCM-Rezis

weitere Rezensionen - siehe Judy Bailey-Künstlerseite >>
 


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