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| Aus: x-report
/ ideaSpektrum, 23/2004 (2. Juni 2004) Autor: Satoshi Macchi Web: www.idea.de |
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Der Verein Deutscher Sprache (VDS), der sich für den Gebrauch der Muttersprache einsetzt, hat es ausgerechnet: Nur 1,2 Prozent der im Radio gespielten Poplieder werden auf deutsch gesungen. Das hat auch Auswirkungen auf Christen: Zunehmend gibt es in Gottesdiensten in Deutschland, Österreich und der Schweiz englische Lieder. x-Reporter Satoshi Macchi (Ulm) wollte wissen, in welcher Sprache junge Christen in Europa Gott singen. Seine Umfrage ergab, daß Evangelikale in Deutschland mehr englische Lieder singen, als dies in anderen Ländern der Fall ist. idea befragte zwei Musikexperten, wie sie sich diese Entwicklung erklären.
Marysia Sztwiertnia (21), Linguistik-Studentin, Warschau (Polen):
80% Polnisch, 20% Englisch Connie Fahrenwaldt (22), Biologie-Studentin, Rostock (Deutschland):
60% Englisch, 40% Deutsch Nikolett Gueth (20), Student der Sonderpädagogik, Budapest (Ungarn):
90% Ungarisch, 10% Englisch Torhild Fikseaunet (22), Ingenieurwissenschaften für Schiffsbau,
Trondheim (Norwegen): 50% Norwegisch, 25% Schwedisch, 25% Englisch Eva Ticha (22), Biochemie-Studentin, Pardubice (Tschechien): 100%
Tschechisch Radoslar Dodek (22), Informatik-Student, Zilina (Slowakei): 100% Slowakisch Henrik Radberg (24), Biotechnologie-Student, Göteborg (Schweden):
60% Schwedisch, 40% Englisch Nadia Walchli (19), Medizin-Studentin, Bern (Schweiz): 60% Deutsch,
40% Englisch Peter Dultmann (20), Student der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften,
Ede (Niederlande): 70% Holländisch, 30% Englisch Helmut Korb (23), Student der Sportwissenschaften, Innsbruck (Österreich):
60% Deutsch, 40% Englisch John Vanderelst (23), Linguistik-Student, Louvane (Belgien): 90% Französisch,
10% Englisch Marvin Schoeller (22), Wirtschaftsinformatik-Student, Hamburg: 70%
Englisch, 30% Deutsch —Satoshi Macchi
Für mich es daher einfach nicht nachvollziehbar, wie man im in Jugendkreisen und gar im Gemeindegottesdienst auch immer mehr englisch singen kann und will. Hier bleibt nicht nur die ältere und mittlere Generation auf der Strecke, sondern zunehmend auch junge Leute. Die Erfahrung in der Praxis zeigt: Selbst Gymnasiasten verfügen mitunter nur über "Anfänger-Kenntnisse" in Englisch, bei Haupt- und Mittelschülern kommt oft sogar eine bewusste "Anti-Englisch-Haltung" hinzu. Selbst von Studenten (ich bin selbst einer), war bisher nur eine Minderheit im englischsprachigen Ausland. - Man schließt daher viele Leute vom Verständnis und vom "Gefühl" beim Singen in der Jugendgruppe und in der Gemeinde aus. Dieser Trend muß endlich gestoppt und umgekehrt werden! Es ist notwendig mit den englischen Liedern Maß zu halten und sie nicht ausufern zu lassen! Das Problem mit den meist niveaulosen und sprachlich hanebüchenen Übertragungen englischer Lieder ins Deutsche ist hinlänglich bekannt. Der Wahrheit halber will ich anfügen, daß es auch positive Beispiele gibt (z.B. "Herr dein Name sei erhöht"). Abhilfe ist eigentlich längst verfügbar, denn in den letzten Jahren sind auch unzählige gute deutsche Lieder neugeschrieben worden - von muttersprachlichen Textern/ Komponisten. Hier ist aber noch weiterer Bedarf, besonders an bodenständigem, aussagekräftigem, generationenübergreifendem Liedgut, weil sich meist nur das langfristig behaupten kann. Was wir keinesfalls weiter brauchen, sind sogenannte (übersetzte oder selbstgeschriebene) Lobpreischorusse, wo ein nicht-alltagsrelevanter, beschränkter Wortschatz lediglich wie bei einem Zufallsgenerator neu "durchgedreht" wird. Das vermehrte Deutsch-Singen beginnt damit, daß wir es selber tun und uns dafür stark machen. Was das Radio anbelangt, so hilft aus meiner Sicht, nach Abwägung aller Elemente nur noch eine Quote für deutschsprachige Musik.
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Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 23/2004 (vom 2. Juni 2004). |
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Redakteur: David Decker für CCM-Rezis |
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