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Aus: x-report / ideaSpektrum, 5/2005 (2. Februar 2005)
Autor: Karsten Huhn
Web: www.idea.de

Lothar Kosse

"Ich spiele Volksmusik!"

Der Musiker Lothar Kosse hat mit seinen Liedern die Anbetungsmusik in Deutschland geprägt. Einige seiner Texte wie "Bahnt einen Weg unserm Gott", "Immer mehr" und "Herr der Ewigkeit" sind zu Klassikern geworden. Auch sein neues Album "Zieh mich höher" enthält mit "Du bist ein wunderbarer Hirt" ein Stück, daß wohl noch lange gesungen werden wird. Bekannt geworden ist Kosse neben seiner Tätigkeit als Künstler und Produzent auch durch die "Cologne Worship Night" - das sind Anbetungskonzerte, die seit acht Jahren an wechselnden Plätzen in Köln stattfinden. x-reporter Karsten Huhn hat den Musiker besucht.

Manchmal kommt es vor, daß Lothar Kosse (45) den ganzen Tag gedankenversunken im Keller seines Reihenhauses in Rössrath bei Köln sitzt. Wenn seine Frau und die beiden sieben und zwei Jahre alten Jungs ihn dann mal zu Gesicht bekommen, kann es passieren, daß Kosse den Zucker aus Versehen in den Kühlschrank stellt. In solchen Zeiten entsteht höchstwahrscheinlich ein neues Lied. "Musik ist eines der wenigen Dinge, die es bis in die Ewigkeit schaffen", sagt Kosse. "Was haben die 24 Ältesten und die 144.000 Gläubigen, die in Offenbarung beschrieben werden, in der Hand? Harfen!" Lothar Kosse ist in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen; mit 14 läßt er sich taufen. "Als Teenager und junger Erwachsener habe ich mir mit jeder neuen Bewusstseinsphase immer wieder die Frage stellen müssen: 'Jesus folgen - will ich das wirklich?' Insofern habe ich mich in meinem Leben sicher mehr als 50mal bekehrt."


Lothar KosseIn Szeneclubs läuft bereits "God's Music"

Gitarrespielen lernt er bei seiner Mutter. Als er im Radio zum ersten Mal die Beatles und Jimmy Hendrix hört, ist er elektrisiert. "Wenn man genau hinschaut, hat Hendrix eigentlich auch Anbetungsmusik gemacht, nur mit dem falschen Ziel." 1980 nimmt Kosse in Hamburg an einem einjährigen Ausbildungsprojekt für Popmusik teil. "Danach wusste ich, was ich noch nicht kann." Bei einem Besuch in Amerika kauf sich Kosse einen Stapel Fachbücher und bringt sich selbst bei, was ihm an musikalischen Können noch fehlt. Tagsüber studiert er an der Uni Architektur, spielt nebenher in Clubs und nimmt als Studiomusiker an Plattenproduktionen und Tourneen teil. Als Kosse Mitte 20 ist, verabschiedet er sich aus der Hamburger Musikszene. "Ich merkte, daß das nicht der Ort war, wo ich Musik und meinen Glauben fruchtbar miteinander verbinden kann."

1996 ruft Kosse mit sieben weiteren Musikern die "Cologne Worship Night" (Kölner Anbetungsnacht) ins Leben. "Mittlerweile ist das Ereignis zu einem riesigen Fest geworden. Nicht nur fromme Leute kommen, sondern auch viele, die Gott nicht kennen und durch unsere Songs mit ihm in Berührung kommen." Über 50mal fanden die Anbetungskonzerte bisher statt, in Szeneclubs, an der Universität und vor dem Dom. "In Köln gibt es alle möglichen Clubs: Jazz Clubs, Dance Clubs, Night Clubs - aber ein God's Music Club fehlte. Ich habe mich immer gefragt, warum es hier keinen Ort gibt, an dem Menschen Gott so anbeten, wie es unserem heutigen Musikgeschmack entspricht. Ich bin Musiker unseres Volkes, nicht nur für ein paar Ortsgemeinden. Ich spiele Volksmusik im besten Sinne! Inzwischen merken die Kölner, daß wir Christen ein Teil der Stadt sind. Das wünsche ich mir für jede Stadt in Deutschland." Das nächste Projekt hat Kosse bereits vor Augen: Er möchte eine Lobpreisstiftung mit dem Namen "Überschall" ins Leben rufen, die den Nachwuchs mit Seminaren, Mentoren und Finanzen fördert. "Wir brauchen mehr junge Leviten im Land; Musiker, die sich der Sache hingeben und Gott mit Leidenschaft anbeten", sagt Kosse.


Lothar Kosse"Musik ist immer Anbetung"

Was unterscheidet christliche überhaupt von weltlicher Musik? "Musik ist immer Anbetung", sagt Kosse, der Mitglied einer Pfingstgemeinde ist. "Obwohl es vielen vielleicht nicht bewußt ist, dient Musik in aller Regel dazu, irgend jemanden anzubeten. Früher spielte man, um einen König, einen Helden oder Götzen zu feiern, heute um die Anerkennung und den Applaus der Leute zu bekommen, die wiederum ihren Star anbeten. Musik ist aber eine Erfindung Gottes, die erst dann zu ihrer ganzen Fülle kommt, wenn man sie spielt, um Gott zu ehren. Ich wünsche mir deshalb eine Reformation der Musik für Deutschland. Sie soll wieder ihre ursprüngliche Bestimmung bekommen: Gott anzubeten."

--Karsten Huhn



Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 5/2005 (vom 2. Februar 2005).

Erscheinungsdatum:
3.2.2005
Redakteur: David Decker für CCM-Rezis

weitere Rezensionen - siehe Lothar Kosse-Künstlerseite >>
 


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