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normal generation?
  normal generation?: Waren bereits mit 4 Singles und 1 Album in den deutschen Charts. Trotz der Erfolge könnte von Seiten des Labels weit mehr Unterstützung laufen, wenn sie wirklich an ihre Schützlinge glauben.
 

Christliches Musik-Marketing zwischen Charts & Gemeinde, Frust & Aufbruch...

Inhaltsverzeichnis:

  1. Vorwort

  2. Warum? (Einleitung)

  3. Was sowieso klar ist

  4. Einige Hintergründe

  5. "Gott in die Charts" oder "christliche Musik in die Charts"?

  6. Warum Alternativen?

  7. Neue alte Möglichkeiten? [Hauptkapitel!]

  8. Nachwort

  9. Anhang


Vorwort
Folgender Artikel ist entstanden ausgehend von einer Diskussion im Forum der Website von sound7, wo es darum ging, ob Alternativen für das Vermarkten christlicher Musik erforderlich sind.

   
Judy Bailey
Judy Bailey: Wo sie hinkommt, begeistert sie durch ihre Persönlichkeit und Ausstrahlung. Wird sie mittelfristig einen kommerziellen Durchbruch packen? Musik und Inhalte sind ja schon top, nun fehlt noch die richtige Zeit und der richtige Ort und der richtige Superhit dazu...  
 

Der Text ist folgendermaßen aufgebaut: Erstens werde ich darlegen, warum ich diesen Text verfaßt habe. Zweitens werde ich einige Hintergründe zum Thema erklären, danach erfolgt der Versuch, die Zielvorstellung zu erläutern, die hinter dem Stichwort "Gott in die Charts" steckt. Daran anschließend erkläre ich einige Marketingmöglichkeiten, um christliche Musik vielleicht einmal anders, und eventuell besser/wirkungsvoller, vermarkten zu können, und auch warum.

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Warum?
Der Entschluß meine Gedanken zu diesem Thema einmal ausführlich darzulegen, entstand, weil mich die "Diskussion" (eher ein Besserwisser-Getue...) im sound7-Forum, überhaupt nicht befriedigt und weitergebracht hat. Die Beiträge der vielen selbsternannten und Möchtegern-Experten, die immer nur die Nicht-Machbarkeit betonten, hat mich enttäuscht. Dabei haben diese Leute die Vorschläge auch nie ausprobiert, ihre Argumentation geht aus von den Gegebenheiten in der weltlichen und christlichen Musikszene in Deutschland und orientiert sich ausschließlich an den üblichen Verfahren, Verkaufszahlen und vielen negativen Erfahrungen. Meine Argumentation versucht dagegen vom Ziel auszugehen und dies mit teilweise unkonventionellen Mitteln, aber unbedingt zu erreichen. Mein Wunsch ist ein Wettstreit der Ideen: Wo kreative Köpfe sich gegenseitig bereichernd weiterbringen, anstatt das Gegenüber von oben herab abzuwatschen.

Weiterhin möchte ich betonen, das es sich bei der Vorstellung der Marketingmöglichkeiten weiter unten im Text, um ein reines Gedankenexperiment handelt. Die Vorschläge wurden vom Autor bisher fast nicht konkret ausprobiert, sondern verstehen sich lediglich als Anregung und zur weiteren Diskussion. Mir ist weiterhin bewußt, daß meine Meinung nicht unbedingt der geläufigen "Massenmeinung" entspricht. Ich scheue mich aber auch nicht, Gedanken einer Minderheit weiterzugeben!

Ich sehe sie schon vor mir, die schnittigen Forumsbeiträge und E-Mails auf meinen Artikel hier, die wieder mal bejammern und mir vorwerfen, daß dies alles nicht möglich ist, was ich unter Alternativen sage. Aber das nehme ich gern in Kauf. Mir geht es darum, die Vision für das Ziel zu stärken, dafür sollte keine Überlegung zu viel sein. Es spielt dabei keine Rolle, ob jetzt die "Profis" denken, ich sei "nun völlig übergeschnappt" oder "der Realität entflohen". Dazu kann ich nur sagen: Noch immer stehe ich mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen. Nein, und ich bin auch kein richtiger Label-Experte, ich arbeite nicht in der großen Industrie, doch dafür bin ich ein begeisterter Hörer von christlicher Musik seit mehr als zehn Jahren und habe das Herzensanliegen, das diese Musik ungefiltert ins normale Radio kommt. Der Grund: Ich halte diese Musik für musikalisch und textlich besser als das, was derzeit so dort läuft! Dabei bin ich mir ziemlich sicher, daß noch längst nicht alle Potentiale ausgenutzt worden sind, um genau das (das Ziel) zu erreichen. Also, jetzt ist die Zeit, um zu Handeln!

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Was sowieso klar ist

   
Hutch
  Hutch: Bisher ziemlich gehypte Band im christlichen Umfeld. Eine CD bei J-Star ist geplant, wie sie abgeht, werden wir noch sehen. Man muß außerdem abwarten, ob die Band ihr "frommes Image" wird halten können.
 

Es gibt natürlich viele Dinge, die jenseits jeden Einflusses, egal von welchen Marketingmitteln liegen! Es wird wohl fast immer so sein, daß ein echter Hit in der Musikbranche nicht planbar ist, d.h. er passiert einfach. Leigh Nash von Sixpence None The Richer hat es mal in Bezug auf den weltweiten Erfolg von ihrer Band mit "kiss me" auf den Punkt gebracht: Man muß mit dem richtigen Lied zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Punkt. Das sollte sich jeder hinter die Ohren schreiben. Trotzdem gibt es einige Sachen, nennen wir sie Standards, Grundlagen oder auch: Basics, Essentials, die man immer beachten/machen kann, egal ob man nun gerade einen Superhit an der Hand hat, oder nur "ganz gewöhnlich" eine Single oder ein Album herausbringt (neudeutsch: "released"). Es geht um längerfristige (meint: länger und besser geplante) und längere (meint: daß man ein Projekt 12 Monate oder länger in der Aufmerksamkeit hält durch verschiedenste Aktivitäten) Vermarktung/Promotion.

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Einige Hintergründe

   
superzwei
superzwei: Nehmen wir die zwei beim Wort ("Nimm-Zwei" :-) und warten wir auf 'die Rückkehr der heiligen 2 Könige'... Ob es fromm angehauchte Comedy in die deutschen Charts schaffen kann?  
 

Daß christliche Künstler in säkularen Hitparaden ("Charts" - ganz egal, ob Verkaufscharts, Radio-Hitlisten, Videoclip-Charts oder Radio-Hörerwunsch-Hitliste, usw.) geführt werden, ist eigentlich nichts neues. Verkaufscharts wurden Ende des 19. Jahrhunderts erstmals in den USA eingeführt. In den Anfangsjahren waren darunter auch viele Gospel-Interpreten, also auch Christen. Was die "moderne Musik" (nach Ende des 2. Weltkrieges; Rock & Pop in allen seinen Spielarten...) angeht, so sind auch hier Christen immer wieder mit vertreten gewesen: Beispielsweise Edwin Hawkins mit seinem Gospel-Hit "oh happy day" Ende der 60er, oder der deutsche Martin Gotthard Schneider mit seinem bekannten "Danke für diesen guten Morgen", ebenfalls in den 60ern! In den letzten Jahrzehnten fielen insbesondere einige dieser Namen durch gute bzw. überraschende Platzierungen auf: Jerusalem (Schweden), Stryper (USA), Amy Grant (USA), Michael W. Smith (USA), dc Talk (USA), Schulze (Deutschland), delirious? (Großbritannien), Charizma (Schweden), Kirk Franklin (USA), Bob Carlisle (USA), Jump5 (USA), normal generation? (Deutschland), Beatbetrieb (Deutschland), MIC (Südafrika), The Benjamin Gate (Südafrika), Angie C (Belgien), Nina Aström (Finnland) usw.. In Deutschland selbst hat sich seit etwa 2001 eine Bewegung auf verschiedenen Ebenen der christlichen Musikszene etabliert, die sich konsequent für moderne christliche Musik in den Medien bzw. den Charts stark macht und einsetzt. Dabei konnten bisher schon verschiedene Erfolge erzielt werden, wie etwa Verträge von christlichen Acts bei weltlichen Plattenfirmen, relativ hohe Chartplatzierungen und CD-Verkaufszahlen, Spielzeit in Rundfunk und Fernsehen sowie Auftritte in verschiedenen Fernseh-Shows, Teilnahmen am European Song Contest (früher bekannt unter "Grand Prix de la Chanson de Eurovision", oder "Schlager-Grandprix") und Aufmerksamkeit in diversen deutschen Printmedien.

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"Gott in die Charts" oder "christliche Musik in die Charts"?

   
Sarah Brendel
  Sarah Brendel: Sie ist Feuer und Flamme für Musik. Leider scheinen bisher nur wenige in beiden Szenen ihr wirkliches Talent kapiert zu haben und an sie zu glauben. Ihr wäre ein Durchbruch wirklich zu wünschen.
 

Das Ziel, welches während der Kampagne von normal generation? im Jahr 2001 (Veröffentlichung der Single "long for you", diese war auch offizieller Song des Kirchentages 2001) immer wieder formuliert wurde, lautete: "Gott in die Charts" bzw. "Jesus in die Charts". Was dies aus meiner Sicht bedeuten könnte, möchte ich nun beschreiben: Ich glaube man braucht sich nicht der Illusion hinzugeben, daß man mit Popsongs Leute scharenweise zum Glauben bringen könnte. Die Message ist dann oft soweit verallgemeinert und "abgeflacht", daß kaum noch konkrete Inhalte vom Evangelium übrig sind. Der oben genannte Slogan ist also in gewisser Weise anmaßend und irreführend. Denn schaut mich sich beispielsweise die Lieder von normal generation?, die in den deutschen Charts waren, genauer an, stellt man fest, daß da Gott nicht unbedingt immer "greifbar" ist und Mittelpunkt des Liedes steht. Weder möchte ich die Band verurteilen noch irgendwie sonst fertigmachen, mir ging es nur um die Feststellung dieser Tatsachen. Mein Vorschlag ist, den Slogan folgendermaßen abzuändern: "christliche Musik in die Charts". Dies trifft es besser. Es ist Musik mit bestimmten christlichen Inhalten, gemacht von Christen. Da heutzutage die Inhalte der Musik/Texte immer wichtiger werden, dürften christliche Künstler in Zukunft vermehrt Chancen haben, wirklich in die Charts zu kommen und dort gute Plazierungen zu erreichen. Bei den Menschen herrscht eine große Sehnsucht nach beständigen Werten und Hoffnung vor - zentrale Bestandteile christlicher Liedtexte!

Alle Aktivitäten sollten also darin münden, christliche Musik in die Charts und die Aufmerksamkeit der Medien zu bringen. Nicht jedoch zum Selbstzweck, um Kohle zu scheffeln, sich selbst zu beweihräuchern, oder um überheblich "beweisen" zu wollen, das Christen auch gute Musik haben. Dies alles ist belanglos, wichtig ist das Ziel den Menschen unserer Zeit das Evangelium zu bringen, bleibende Werte zu vermitteln, Gott wieder in ihr Leben reinzukriegen. Wenn dies auch mit Hilfe von substanzreicher Musik gelingt, kann das letztlich nur ein Segen für unser Land sein. Aber noch mal: es geht nicht darum, durch Ausflüge in die Charts das Ego-Potential bis zur Gräßlichkeit heraufzubeschwören, Verkaufszahlen sind letztlich ebenfalls unwichtig, genauso, ob man mit der Musik reich wird oder nicht (man wird es eher nicht!). Was könnte schöner sein, als das Ziel zu erreichen? Wenn dabei dann ein +/- O in der finanziellen Abrechnung nach der Marketingkampagne steht, kann man mehr als dankbar sein!

Also, was hindert uns noch daran, christliche Musik in die Charts zu bringen? Ist alles bereit, um das Ziel zu erreichen? Wir haben alle Chancen, also nutzen wir sie, ganz egal ob mit konventionellen, unkonventionellen oder ganz neuen Mitteln!

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Warum Alternativen?

   
hopf
hopf: Für manche Insider treten sie die Nachfolge von Schulze an. Ob der "hopfige" Deutschrock auch in die Charts hüpft, bleibt abzuwarten. Mir scheint auch, hier ist noch nicht "Hopfen und Malz verloren", sondern alles ist noch am Anfang ;-)  
 

Warum ist es überhaupt notwendig, sich über neue Marketingmöglichkeiten und der Umsetzung den Kopf zu zerbrechen? Ich erinnere noch einmal an unser Ziel: "Christliche Musik in die Charts!". Wenn dies mit den bisherigen Methoden - bekannt aus der säkularen Szene - nicht mehr so recht klappen will, na ja, dann ist es an der Zeit, sich neu zu orientieren. Das kann - im besten Machbarkeitsdenken - eine rein pragmatische Fehleranalyse sein, um in Zukunft einige Fettnäpfchen zu vermeiden. Ich habe den Eindruck, daß seit 2003 einiges ins Stocken geraten ist in diesem Bestreben, eine Brücke von der christlichen in die säkulare Szene bauen zu wollen: Das Boot ist voller geworden, d.h. es drängen mehr Künstler auf einen Nischenmarkt (die Zahl der Christen und die Füllmenge deren Portemonnaies ist begrenzt; neue säkulare Fangemeinschaften zu gewinnen ist langwierig) und der Erfolg stagniert (der große Durchbruch in den Charts und im Radio läßt seit über 2 Jahren auf sich warten!). Man hat den Eindruck, daß essentielle Promotion-Mittel vernachlässigt oder vergessen werden. Außerdem finde ich persönlich, daß bei der Radio-Promotion ja viel zu wenig Priorität drauf gelegt wird!

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Neue alte Möglichkeiten?

Beatbetrieb
  Beatbetrieb: Vom Hop-Pop zum Soulpop und vom Quartett zum Duo reichte die 5-jährige Odyssee bis jetzt. Wo die Formation in den Charts und Medien noch hingeführt wird, dürfte spannend werden...

Ich plädiere ganz klar für langfristige Marketing-, Promotion- bzw. Geschäftspläne wenn es sich um Albumveröffentlichungen handelt mit entsprechenden Singleauskopplungen. Wie oben gesagt, ist ein Superhit nicht voll planbar (wahrscheinlich nur ein ganz klein bißchen...), aber man kann versuchen in seinen Bemühungen das Beste reinzulegen und rauszuholen (nicht unbedingt an finanziellem Profit, aber an Ideellem, an Erfolg/Aufmerksamkeit für das Produkt und damit FÜR DAS ZIEL)! Vielleicht mag die Auflistung hier manchem als alter Hut erscheinen, die- oder derjenige kann sie dann ja wenigtens als eine Zusammenfassung bestehender Konzepte verstehen... ;-)

  • Das Ziel, die Vision muß klar sein - d.h. sonnenklar herausgearbeitet! :
    Warum mache ich Musik, für wen, für welchen Markt, in welche Nische will ich, wo soll meine Musik gespielt werden und wo vielleicht nicht, welche Inhalte/Message will ich transportieren/soll rüberkommen?

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  • Künstler, Management, Marketing und Label sollten an einem Strang ziehen:
    Wenn man dasselbe Ziel hat, kann man seine Vision besser und schneller erreichen. Daher ist es vielleicht ratsam nicht zu einem großen Majorlabel zu gehen (BMG, Sony, EMI, Warner, Universal), wo man nur einer von vielen Hundert Acts ("das fünfte Rad am Wagen"...) ist, sondern vielleicht eine Ebene tiefer zu einem Label, wo es familiärer zugeht, alles persönlicher ist. Die Fähigkeit der Teamarbeit muß da sein, denn bei einer mehrmonatigen Kampagne sind auch mal Mißverständnisse und Konflikte einzuplanen, soll das Ziel aber dennoch erreicht werden, ist Zusammenraufen sicher ab und zu nötig...

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  • Es wird viel Zeit benötigt:
    Eine Kampagne braucht enorm viel Zeit: Das Produkt muß entstehen. Das ist das Wichtigste, denn die Musik ist ja schließlich Dreh- und Angelpunkt. Dann will die Werbung effizient geplant sein, denn der Musikfan will nicht von Werbung erschlagen werden, sondern er will Infos zur rechten Zeit.
    Es ist klar, daß man nur soooooo viiiieeeel Zeit für das gesamte Durchziehen einer Kampagne aufbringen wird, wenn man von seinem Ziel, seiner Vision restlos überzeugt ist. Alles andere hätte keinen Sinn, und man bräuchte nicht weiterzumachen!!!
    è Beispiel: Ein langer Atem ist gefragt: Wenn die erste Single-Auskopplung nicht zieht, dann mindestens eine weitere versuchen, dann aber besser den Stil wechseln (von Abgeh-Titel zu Ballade oder umgedreht; oder von Wir-Gefühl-Hymne auf Song, der vielleicht spezielle Problemstellungen bestimmter Zielgruppen aufgreift usw. ...).

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  • Ohne Illusionen: Es wird viel Geld benötigt! :
    Ja, so eine Sache kann viel Geld kosten, oft mehr als vorher veranschlagt. Und es kann sogar passieren, das bei Mißerfolg alles pfutsch ist.
    Ja, trotzdem ist aus meiner Sicht auf den verschiedenen Ebenen genug Kapital vorhanden, um ein Projekt - getragen auf vielen Schultern - durchzuziehen.
    Mögliche Finanzquellen - die vor Start der Kampagne aktiviert werden sollten:
    > Eigenkapital von Band/Management
    > Kapital oder Vorschuß- bzw. Produktions-/Werbekapital des beteiligten
       Labels und/oder der beteiligten Vertriebe (oft mit Label gekoppelt...)
    > evtl. Risikokapital eines Drittinvestors
    > Spendenkampagne in verschiedenen Kirchen/Gemeinden (und deren
       Bünde bzw. "Oberorganisationen") [Tip: Verein gründen - ab 7 Personen
       ist man dabei!]
    > Spendenkampagne bei den vorhandenen/zukünftigen Fans [Tip auch
       hier: Verein gründen!]
    > Cross-Promotion (z.B. im christlichen Handel durch themenorientierte
       Non-Musik-Produkte)
    > Merchandising-Aktion der Band/des Labels mit coolen und nützlichen
       Produkten rund um die Band
    > Kapital von Dritten: sonstige Unterstützer (Vereine, Privatpersonen,
       Organisationen, Firmen, Stiftungen, Parteien, etc.), Spender und
       Förderer
    > Gründung einer Stiftung
    > offizieller Fan-Club mit Abo, auch in online-Version!
    > usw. ...

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  • Jetzt: Eine Kampagne muß her! :
    Man kann auch Marketingplan dazu sagen. Ich schlage vor, für 12 Monate im voraus mal verschiedenste Aktivitäten durchzuplanen, die man sowieso machen will, egal welcher Erfolg sich einstellt. Dann sollte man zusätzlich für verschiedene Varianten ebenfalls vorplanen, also falls eine Singleauskopplung zum Superhit wird (wie eigentlich gewünscht!) oder ob es irgendwo gesteigertes Interesse gibt (Hype bei Fans und/oder Medien).

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Snubnose
Snubnose: Die Band hätte damals mit "Havah Nagila" bzw. "Jesus" den Durchbruch fast schaffen können. Leider mußte die Mission abgebrochen werden, weil die Band aus verschiedenen Gründen ihre Arbeit beendete.  
 
  • Musik muß vor Start der Kampagne fertig sein!:
    D.h. man hat das Album und die Single bereits fertig produziert, ca. 6 Monate bevor der Tag der Veröffentlichung des Albums ist. Somit ist genügend Zeit um die Promotion bei Radio und sonstigen Medien zu starten. Die Radiosender sollten allerspätestens 3 Monate vor dem Tag der Albumveröffentlichung mit der Single bemustert sein. Wenn sie diese spielen, wird genug Aufmerksamkeit für die kaufbare Maxi-Single erzeugt; falls sie die Single nicht spielen, hat man noch genug Zeit nachzuhaken bei den Sendern, bzw. die Radiobemusterung umzustrukturieren. Die Single sollte ca. 1 bis 2 Monate vor dem Album in den Läden stehen!

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  • Verschiedene Vertriebsmöglichkeiten:
    Die CDs werden ja sowohl christliche als auch nicht-christliche Musikhörer ansprechen, also müssen beide Zielgruppen auch einfach an das Produkt kommen können. Die Vertriebswege sollten VOR Veröffentlichung klar sein: Die Großhändler/Zwischenhändler und Händler (egal ob "offline" oder online) sollten genau vorbereitet werden und in die Kampagne eingebettet werden. Wichtig: Die Händler vor Ort müssen immer ausreichend mit den entsprechenden CDs bestückt sein!

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  • Video zur ersten Single muß VOR der Kampagne fertig sein! :
    Dies wird für viele ein Knackpunkt sein. Aber meiner Meinung nach ist hier das Wörtchen "vorher" das Wichtigste: Man wird mit einem guten Song viel eher bei den Clipkanälen (MTV, MTV2, VIVA, Viva Plus, Onyx, VH-1, usw.) gespielt, wenn das Video schon fertig ist, während man im Radio bzw. den Charts anläuft. Wenn man den Song draußen hat, er voll abgeht medial, aber kein Video da ist, verzerrt das die ganze Kampagne und gerade in der wichtigsten Zeit, wenn das Teil im Radio gespielt wird, sollte das Video den Clipkanälen zumindest vorliegen!!! Wenn das Label aus irgendeinem Grund vorher kein Video für wichtig/richtig hält (eigentlich sollte es 110% hinter der Band, der Platte, der Single, dem Song, der Kampagne stehen!), sollte man es auf eigene Faust, bzw. mit dritten Partnern selbst angehen. Das finanzielle Risiko ist auf jeden Fall da, aber da es heutzutage so viele gute Musikvideoproduzenten (auch und gerade in Deutschland) gibt, dürfte dieses Thema NICHT der Schlußpunkt der Kampagne werden! Das Video sollte nicht zu futuristisch sein, sondern sich an manch bekannte Konzepte anlehnen, muß aber voll zur Stimmung des Songs und zur Band passen. Keine Trendhascherei! (Tips für Finanzierungsquellen siehe oben!)

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  • Zwei bis drei Singles sollten geplant sein:
    Falls sich im Laufe der Kampagne nicht überraschend was anderes ergibt, sollten für die 12 Monate der Kampagne ca. 2 bis 3 Single-Veröffentlichungen mit den sich nachziehenden entsprechenden Single-Kampagnen geplant werden, um zum geeigneten Zeitpunkt darauf zurückzugreifen. So muß man nicht übereilig und gedankenlos nach einem Hit eine "Kopie" dessen auskoppeln.
    Mein Tip: Der in jeder Hinsicht beste Song des Albums sollte genau die zweite Single werden! Die erste Auskopplung sollte der zweitbeste Song sein, dieser ist zum "Antesten" des Marktes. Läuft er gut, läßt man sich Zeit und steckt alle Mittel da rein. Läuft er schlecht, schiebt man kurze Zeit später den "besten Song" nach und versucht den solange wie möglich laufen zu lassen. Dann kommt die dritte Single, wenn alle denken, jetzt es genug mit dem Hit (Single Nr. 2). Diese sollte sich ruhig stilistisch von den beiden Vorgängern unterscheiden! Bei Bedarf können natürlich weitere Singles folgen...

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  • Durchbruch am Radio ist notwendig! :
    Wenn man mit seiner Single von den Radiosendern nicht gespielt wird, hat die Kampagne nur noch wenig Sinn. Dieser Punkt ist also Dreh- und Angelpunkt der gesamten Kampagne, hier liegt aber auch die größte Unwägbarkeit: In Deutschland setzt sich mehr und mehr der "gleichgeschaltete Dudelfunk" durch, auch genannt "Formatradio". An diesen Realitäten kann man leider fast nichts ändern; man ist also den Redakteuren dort "ausgeliefert". Hier hilft nur Beharrlichkeit und Kooperation. Wutreaktionen bringen genausowenig wie peinliche Wunsch-Bombardements von ausschließlich christlichen Fans!
    > Die Radiobemusterung ist Hauptaufgabe des Labels - gute Organisation und Planung ist dort notwendig!
    > Man sollte den Sendern eine gute Auswahl an Radiomixen bieten (mit und ohne Intro, Versionen für verschiedene Formate [Hit-Radio / AC / etc.]
    > Man sollte so viele Radiojingles wie möglich vorproduzieren!
    > Die Band sollte den Sendern großzügig Besuche und Interviews gewähren
    > Auftritte bei Radio-Festivals machen sich sicher auch gut!
    > Die Band und das Label sollten eine Unterstützungskampagne starten, damit Fans sich die Single auch wünschen etc. -> insbesondere Internet- u. E-Mail-Unterstützung notwendig (siehe unten), aber hier nicht übertreiben, alles in Mäßigung - bei Verdacht auf Manipulation jeder Art können Sender/Redakteure nämlich sehr "unschön" reagieren!!!
    > Um besondere Anlässe herum (Valentinstag, Muttertag, Ostern, Weihnachten, Adventszeit, Pfingsten, Reformationstag usw.) läßt sich unter Umständen der Radiobereich besser "weichkochen", da in diesen Zeiten christliche Inhalte gerne gesehen sind (bzw. mehr geduldet werden). Man sollte also immer offene Augen und Ohren für sich auftuende Türen haben!

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  • Eine Sendertour anstreben:
    Man sollte versuchen große und kleine Sender übers Land verteilt abzuklappern, bzw. den Sendern zur Verfügung zu stehen. Wenn man z.B. bei SWR3, Bayern 3, Antenne Bayern, HR3, FFH, 1Live, SR, NDR, N-Joy, JUMP und Fritz vorbeischaut, hat man schon mal eine riesige einflußreiche Bastion genommen und fast ganz Deutschland vom Sendegebiet her abgedeckt! Ich sage nicht, daß es einfach ist dort reinzukommen, aber man sollte es immer wieder versuchen! Sendertouren können das Eis brechen, besonders mit Interviews, live-Auftritten im Studio oder open air, oder durch live-Telefon-Aktionen on air. Somit kann man Mißverständnisse ausräumen, z.B. was christliche Hintergründe der Band angeht usw..

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  • Die "Ochsentour" muß sein - Konzerttournee notwendig! :
    Innerhalb der 12 Monate wo die Marketingkampagne durchgezogen wird, sollte eine mindestens 1-monatige Konzerttournee - am besten als Deutschlandtour - fest mit eingeplant werden, möglichst in allen Regionen des Landes (nicht nur Südwest oder Nordwest, sondern überall, es gibt ja 16 Bundesländer...). Dabei sollten ruhig auch kleinere Locations/Events oder Festivals nicht ausgespart werden. Man wird sich auf Dauer nur als glaubwürdiger, ehrlicher Interpret durchsetzen können, wenn man auch live mit seinem Handwerk überzeugt. Dabei achten die Besucher sehr genau darauf, wie man seinen Single-Hit performt, hier sollte man also auch die Bühnenshow vorher planen und gut üben. (Jars Of Clay beispielsweise hatten in ihrem ersten Erfolgsjahr diesbezüglich noch etliche Schwächen...)

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  • Einbinden aller Medien des Zielmarktes anstreben:
    Eine Kampagne, die nur offline-Medien oder nur online-Medien anspricht, wird nur geringen Erfolg haben. Ziel sollte hier sein: Die Single, die Band avancieren zum allgemeinen Gesprächsstoff. Ist dieses Niveau erreicht, ist man praktisch ein "Selbstläufer".
    Wie gewinnt man Medien für sich?
    > Man hat Zeit für Interviews.
    > Sie bekommen schnell und ausreichend die Infos, die sie wollen (Rezi-Exemplare, Texte, Bilder halt alles, was die moderne Promo-Welt so bietet...)
    > Etwas Gelassenheit ist notwendig: Man wird immer irgendwo und irgendwie Kritik ernten oder völlig verrissen werden. Das gehört dazu und ist einfach unvermeidlich. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Ein Merksatz dabei lautet: Die Interpreten brauchen die Medien, die Medien brauchen die Interpreten. Die sollen ruhig schreiben, was sie denken, oft sind "schlechte" Nachrichten letztlich doch irgendwie auch gute Nachrichten, denn sie erzeugen Neugier (man will sich überzeugen, ob's stimmt und hört rein in die CD, dabei gefällt sie einem dann doch........).
    > Was Musikfans oft bitter aufstößt, sind Anzeigenwerbung für eine CD/Band in einem Magazin und einige Seiten zuvor oder danach ein großes fettes redaktionelles Feature, was ebenfalls die Musik in höchsten Tönen lobt. So funktioniert gute Pressearbeit sicher nicht...
    > Wenn einige der großen Fische der Medienwelt geködert wurden, werden die kleinen Fische mit ziemlicher Sicherheit nachziehen, ohne daß man selbst dafür viel Aufwand treiben muß...
    > Oft wird übersehen: Pressearbeit allein entscheidet nicht über Erfolg/Mißerfolg einer Kampagne, sie ist nur ein Teil der ganzen Kampagne, d.h. man sollte auch nicht zu viele und zu große Hoffnungen auf große Features und viele CD-Rezensionen legen.

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  • Cross-Promotion anstreben:
    Dies ist ein sehr wichtiger Teil in der Kampagne! Hier sollen vor allem musikfremde Bereiche aktiviert werden. Da es sich ja um eine christliche Band und einen christlichen Song handelt, ist es unerläßlich einen Teil der Kampagne zu erarbeiten, der sich ganz besonders dieser Zielgruppe annimmt. Dabei ist zu beachten, daß man den Kirchen/Gemeinden bzw. deren Jugendgruppen keine Werbung aufzwängt, sondern lediglich einen für sie nützlichen Mehrwert und Infos bietet. Man kann beispielsweise Andachten zu den Songs des Albums (auf jeden Fall zur geplanten Single!) ausarbeiten und sie auf verschiedenen Wegen den Gemeinschaften anbieten. Generell zu beachten ist, daß die Aktion geistlichen Gehalt hat, dieser bibelgemäß ist und geistliche Kompetenz nicht vortäuscht, sondern ehrlich erkennen läßt. Mitarbeiter bei diesen Gemeinschaften sind äußerst wichtige Multiplikatoren: Wenn diese ihren Jugendlichen eine CD empfehlen, kann dies eine große Wirkung haben, ebenso Erwachsene ihren Kindern usw.
    Unbedingt vermeiden: Gemeinschaften mit zuviel Werbung belästigen, die einen einseitig kommerziellen Eindruck hinterläßt.

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  • Stichwort "online"/"Internet":
    Die Homepage der Band kann als erster Testfaktor der Kampagne weit vor deren eigentlichem Start genutzt werden. Hier testet man in einer speziellen Homepage-Lite-Version die Wirkung des Layouts der neuen CD/Single und kann der Band ein "neues" Image verpassen (zumindest rein optisch...). Wichtig dabei: die URL (Webadresse) muß kurz, passend zur Band oder CD sein und auf jeden Fall erreichbar und für hohe Abrufzahlen vorbereitet!

    => Absolute Priorität muß bei Planung der Kampagne haben: Man braucht ein spezielles Team (entweder zuverlässige Leute ohne Bezahlung oder eine richtige Agentur, die auch ordentlich entlohnt wird) für die online-Promotion, dieses Team muß direkt Verbindung zur Band, deren Management, zum Label und Vertrieb haben sowie zur Agentur bzw. Team der restlichen Kampagne! Nur so kann auf alle Entwicklungen hinreichend und kompetent reagiert werden.

    => Die "normale" Präsentation: Sollte sehr umfangreich sein - komplette Discographie mit Reinhörclips möglichst zu allen Songs, am besten auch Liedtexte. Neben den üblichen Infos zu Musikinterpreten sollten wenn irgend möglich auch Bonus-Features angeboten werden: E-Cards, Community/Forum, (Gewinn-) Spiele, Chats mit den Musikern der Band, großzügige Downloads, etc.. Der Besucher muß den Eindruck haben, auf einer aktuellen, umfangreichen, gut gepflegten Info-Basis zu seiner Lieblingsmusik zu sein.

    => online-Radiounterstützung: eine aktuelle Liste mit den Radiostationen, die die aktuelle Single der Band spielen sollte eingerichtet werden vom Web-Team, außerdem eine Zusammenstellung von Adressen zum Wünschen des Songs bei den Radio-/TV-Sendern! Diese Listen müssen leicht erreichbar sein (können sich dem Besucher ruhig "aufdrängen") und ständig aktuell sein!

    => Vorab-Soundclips: Es empfiehlt sich als Vorgeschmack und zum neugierig machen, den Fans einige komplette MP3-Songs legal und kostenlos anzubieten, dies sollte nicht unbedingt die erste Single-Auskopplung sein; falls doch, dann lieber in einem Rough-Mix oder als Live-Track oder so... Jedenfalls großzügig einige Raritäten verschenken - dies auch überall online bekannt machen, damit ein Buzzy/Hype entsteht!

    => einen speziellen Web-Player für das neue Album-Einrichten, der ca. 2 Wochen vor Erscheinungstermin überall online beworben wird: dies ist eine spezielle Microsite mit Soundclips zu allen Songs der CD, mit Bio, Fotos, CD-Bestelllinks und evtl. weiteren Boni (Wallpaper, etc.). Für gewöhnlich sind solche Player im Flash-Format erstellt, oder mit DHTML/Javascript... Diese können sehr effektiv neue Fans generieren und als online-Reinhörstation den Gang in den CD-Laden ersetzen!

    => E-Cards: als Spaßfaktor sollten coole E-Postkarten auf keinem Fall im Web-Konzept fehlen!
    è online Fan-Club: bietet sich sehr an! Per Abo kommt Geld rein, man bietet den Fans allerlei Raritäten, Werbematerial und Vergünstigungen und evtl. exklusive News. Bindet die Fans noch enger. Allerdings verschlingt das auch einiges an materiellem und personellem Aufwand!

    => Newsletter: sollte auf jeden Fall angeboten werden, vor Veröffentlichung der CDs ein sehr wichtiges Instrument, hier können gezielt Fan-Bewegungen gesteuert werden und Hypes generiert werden. Unbedingt einen internen extra-Newsletter für Presse/Medien anbieten, der deren Bedürfnisse bedient. Merke: Natürlich haben im Newsletter Infos zu stehen, die es auf der Website nicht gibt, denn sonst besteht kein Anreiz diesen zu abonnieren!

    => Sonstiges: Neben der offiziellen Band-Site können auch diverse andere Projekte realisiert werden, die die Arbeit der Band und die CD-Veröffentlichungen tangieren. Die Website-Aktion vom normal generation?-Management www.gott-in-die-charts.com ist so ein Beispiel. Solch eine Site kann zum Portal ausgebaut werden, um auch anderen Künstlern zu helfen, die dasselbe Ziel haben, nämlich christliche Musik in die Charts und Medien zu bringen. Auf so einem Projekt sollten mindestens die Künstler und ihre Musik kurz vorgestellt werden, sowie auch die Radiounterstützung auf keinen Fall vergessen werden.

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  • Street-Teams aufbauen! :
    Diese Art des Marketings ist relativ neu und wird in den USA sehr erfolgreich im Bereich der christlichen Musikszene angewendet. Wie funktioniert es? Man versucht durch eine gezielte Internet-Kampagne Fans anzusprechen, ob sie nicht einen Dienst für ihren Lieblingskünstler in ihrer Stadt/Region machen wollen. Als Gegenleistung bekommen sie als Dankeschön ein Paket mit allerlei exklusiven Promo-Sachen... Die Arbeit dieser Street-Teamer kann so aussehen, daß sie in ihrem Umfeld in der Schule, an der Uni, auf Arbeit, im Jugendkreis, in der Kirche/Gemeinde kräftig die Werbetrommel rühren, also: Mund-zu-Mund-Propaganda machen, Handzettel/Flyer/Postkarten verteilen, Plakate aufhängen, die Hitsingle vorspielen, das Album vorspielen, den Videoclip zeigen, eine Andacht zu dem Song im Jugendkreis machen, ein Gewinnspiel initiieren, usw.. Der Kreativität hier sind keine Grenzen gesetzt. Die organisatorische Abwicklung (Werbung, Anmeldung, Registrierung, Kontrolling) kann über eine spezielle Website erfolgen, die ebenfalls vom Web-Team der Band gepflegt werden sollte. Warum ist diese Art des Marketings erfolgreich? Den Leuten vor Ort vertrauen die potentiellen neuen Musikkäufer und Fans mehr, als irgendwelchen "Promo-Leuten" des Labels, die Atmosphäre ist authentischer und hat was spontanes, cleveres, cooles. Genau dieses Element macht die Sache für beide Seiten interessant. Auch können die Street-Teamer besser eine Verbindung zu Kirchen/Gemeinden voir Ort herstellen, die man gerne in die Kampagne mit einbeziehen möchte von Seiten der Band. Natürlich funktioniert die Sache insgesamt nur, wenn die Street-Teamer gleichberechtigt und fair behandelt werden von Label und Band und auch eine angemessene Aufwandsentschädigung erhalten. Ein Forum auf der Website zur Abstimmung von regionalen Aktivitäten ist übrigens sehr empfehlenswert.

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  • Hinweise zum CD-Album:
    Die Spielzeit sollte 40 Minuten auf keinen Fall unterschreiten (sonst spielen die Fans verrückt...), 45-60 Min. erscheinen mir ideal - dann stimmt auch das Preis- Leistungsverhältnis (wenigstens rein materiell...). Die Platte sollte mindestens 10 Songs enthalten, aber 12 Songs nicht unbedingt überschreiten. Ein versteckter Bonus-Track ist zwar immer gut, aber dieses Konzept ist mittlerweile schon ein alter Hut geworden!

    => Anordnung der Songs: Die Erfahrung zeigt, daß DER Top-Hit einer CD meist an 2. oder 3. Stelle zu finden ist. Titel Nummer Eins ist meistens eine Abgeh-Nummer, aber noch nicht der beste Song des Werkes - dies macht beim Reinhören, neugierig auf den nächsten Track, wenn der dann noch besser ist, steigt die Begeisterung an! Die erste Ballade ist erfahrungsgemäß zwischen der 3. und 5. Position zu finden.

    => Fürs Booklet: Hier kann man ruhig einen Graphik-Freak mal ausspielen lassen :-); es sollten einige professionelle Fotos der Band enthalten sein (von einem Fotoshooting, welches eine Agentur oder ein Profifotograph gemacht haben sollte!). Sehr wichtig ist für den Musikkäufer, das alle Liedtexte enthalten sind. Besonders gern werden auch Songkommentare und Bibelstellen genommen.
    Besonders verkaufsfördernd können übrigens auch beigelegte Bonus-DVDs, CD-ROMs oder Singles sein.

    => Tip für besondere Verkaufsaktion für Vorbesteller oder in den ersten Monaten nach dem Veröffentlichungstag: Es gibt eine Gratis-Bonus-CD dazu oder eine DVD, z.B. eine kleine Akustik-Live EP oder eine DVD mit dem Musikvideo der ersten Single und einige Live-Videos... Dies erhöht den Abverkauf des Albums in den ersten Wochen/Monaten und damit die Chance länger in den Charts zu bleiben, bzw. erst mal höher einzusteigen. Solch eine Aktion kann man auch nochmals gegen Mitte oder Ende der 12-monatigen Kampagne machen, um erneut den Abverkauf des Albums anzukurbeln. Hier kann man unter Umständen auch eine Neupressung anbieten, mit anderem Cover-Bild oder einem zusätzlichen (neuen?) Song. Man sollte aber aufpassen, daß man nicht wegen Ausverkauf bei der Fangemeinde zu sehr ins Gerede kommt. (Letzteren Punkt also genau abwägen!)

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  • Hinweise zur CD-Single:
    => Format: Es gibt das ganz normale 12 cm-Format in der Maxi-Hülle; manche 12 cm-Singles kommen auch im normal Jewel-Case, das ist also eine reine Geschmacksfrage von Band und Label. Weiterhin sind 8 cm-Singles möglich, diese kommen meist im Pappschuber. Außerdem gibt es neuerdings auch DVD-Singles (höhere Soundqualität im Audio-Bereich möglich; und außerdem Videoclips...). Generell gibt es 2-Track-Singles (oft ebenfalls im Pappschuber), d.h. mit dem Single-Hit und einer B-Seite (Remix oder Bonus-Track) und Mehr-Track-Singles, also mit 3 Titeln und mehr. Natürlich ist es auch möglich mehrere Formate parallel herauszubringen (z.B. 4-Track-Single in der Maxi-Hülle und 2-Track 8 cm-Single im Pappschuber). Auch gibt es die Möglichkeit Remixe und Bonus-Tracks auf 2 Maxi-Singles zu verteilen, wie es delirious? in England bereits mehrmals mehr und weniger erfolgreich durchführte.

    => Songs: Bei Mehr-Track-Singles ist an erster Stelle die gebräuchlichste Form des Superhits zu finden, d.h. eine Radio- oder Single-Version des Songs. Danach folgt meist eine zweite Version dieses Songs, z.B. in der Album- oder live-Version. Wichtig hierbei: sie sollte sich von der Single-Version HÖRBAR unterscheiden. Hinzu gesellen sich weitere B-Sites, dies können Remixe, live-Versionen oder bisher unveröffentlichte neue Songs sein. Sehr gern haben Fans außerdem Bonus-Material wie Videoclip zum Hit, Bilder und weiteren Promo-Stuff auf CD-ROM-Spur! Für Rock-orientierte Singles würde ich folgendes vorschlagen: 1. Single-Version ca. 3:30 / 2. live-Version ca. 4:50 / 3. neuer, bisher unveröffentlichter Track / 4. Club-Dance-Remix des Titeltracks mind. 6:00 / 5. Video des Titeltracks im Multimedia-Teil. Für tanzbare Pop-Singles würde ich dies vorschlagen: 1. Single-Version ca. 3:30 / 2. bis mind. 4. (geht manchmal auch bis 6. oder 7.): Club-Dance-Remixe zwischen 5 und 10 Minuten (als Richtwerte...) von professionellen Remixern aus der Club-Szene; Videoclip ebenfalls als Bonus im Multimedia-Teil.

    => Verpackung/Hülle: Es empfiehlt sich neue oder andere Pressefotos der Band als beim Album-Layout zu verwenden, schon das alleine ist nämlich für manche Kaufgrund! Außerdem empfiehlt es sich bei christlicher Musik den Liedtext des Titelsongs mit abzudrucken, da ja die christliche Musik laut Image mehr inhaltliche Substanz haben soll. Dies könnte man somit "beweisen". Normalerweise druckt man Texte bei Singles nicht mit ab, aber dieser Bruch der Konvention ist auf jeden Fall ein Pluspunkt!

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  • Fremdfaktoren und saisonale Effekte beachten! :
    Allgemein sind bei so einer Kampagne auch die Fremdfaktoren zu beachten. Die Album- und Singleveröffentlichungs-Termine sollten möglichst nicht in Wochen mit bundeseinheitlichen Feiertagen liegen, dadurch fehlt ein Tag für die Verkäufe für die Charts, außerdem ist bei vielen die Aufmerksamkeit vielleicht durch andere Aktivitäten (Kurzurlaube...) etwas getrübter als sonst. Auch solche irrationale Faktoren, wie etwa Fußballweltmeisterschaften, sind zu beachten - in der Politik (z.B. im Vorfeld von großen Wahlen) hat so was auch Einfluß (Bsp.: Wird Deutschland Weltmeister oder nicht, kann auf die Stimmung im Lande schlagen - ebenso politische Ereignisse usw. - dies nimmt einem u.U. die Luft, um Produkte zu vermarkten, die thematisch nicht dazu passen).
    Weiterhin ist es ratsam in die Kampagne saisonale Faktoren einfließen zu lassen. Es sollte spezielle Aktionen in der Weihnachtszeit geben, um Ostern herum, um den Valentinstag herum, um den Muttertag herum. Aber auch die Schulanfangszeit bzw. der Frühlingsanfang (Frühlingserwachen...) bieten gute Aufhänger für erfolgreiche Aktionen. Ebenso sollte man die Sommerzeit nicht vergessen, gerade im sogenannten "Sommerloch" kann mit diversen Aktionen gegengesteuert werden. Die Urlauber sollen später ruhig zugeben müssen können, daß sie was verpaßt haben, wenn sie zurückkommen... ;-)

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Vielleicht hat sich mancher Leser nun auch gefragt, wo das viele "Neue" bei diesen aufgeführten Sachen steckt? Eine wesentliche neue Sache für den deutschen christlichen Markt ist, so was gebündelt und langfristig durchzuziehen und an möglichst alle diese Sachen gleichzeitig zu denken. Oft wurde bzw. wird ja nur ein Teil herausgegriffen und alles andere vernachlässigt.

Nicht vergessen sollte man, daß so eine mehrmonatige Kampagne ein dynamischer Prozeß ist, d.h. der Marketingplan muß unter Umständen mehrmals neu überarbeitet, ergänzt oder umstrukturiert werden, je nachdem wie massiv die Kampagne einschlägt und Erfolge zeitigt, oder eben nicht.

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Nachwort:
Auf keinen Fall wollte ich jetzt so wirken, als hätte ich die Weisheit mit Löffeln gefressen, nein, vielmehr sollten nur einige Denkanregungen und Diskussionsansätze veröffentlicht werden. Vielleicht konnte durch diesen Artikel bei manch einem die Vision zur Erreichung des oben erläuterten Zieles neu gestärkt oder einige dazu Tips gegeben werden - darüber würde ich mich freuen. Ebenfalls freuen würde ich mich über Rückmeldungen von praktischen Umsetzungsversuchen und was diese für Resultate ergeben haben. In diesem Sinne: Danke für jedes Feedback, ich bin gespannt, was kommt ;-)

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Anhang:
Einige Interpreten aus der christlichen Musikzene bzw. deren Dunstkreis, die bereits in den offiziellen deutschen Charts (ermittelt von der Media Control AG) und/oder in diversen Charts von deutschen Radiosendern waren, oder überhaupt bei größeren Radiosendern gespielt wurden (alphabetisch geordnet):


Hinweis: Diesen Artikel direkt hier im Forum diskutieren...

                                                —David Decker für CCM-Rezis, September 2003


Erscheinungsdatum:
12.9.2003
Redakteur: David Decker für CCM-Rezis
zur Diskussion: Direktlink ins CCM Texte-Forum
 


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