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| Aus: x-report
/ ideaSpektrum, 4/2004 (21. Januar 2004) Autor: Christine Hartmann Web: www.idea.de |
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Kaum etwas beschäftigt junge Leute mehr als Musik. Christine Hartmann stellt in einer x-report-Serie die christliche Musikszene vor. Zum Auftakt gibt sie einen Überblick über aktuelle Trends. Wer heute als Trendsucher in Sachen Musik unterwegs ist, muß sich vorkommen, als würde er in den Wäldern Brasiliens nach einer Würstchenbude suchen. Hätte man vor zehn oder mehr Jahren jemanden nach einem bestimmenden Einfluß in der christlichen Musikszene befragt, so hätte man auch prompt eine Auskunft erhalten. Denn damals lagen Chormusik und Gospels im Trend, und es gab weniger Musiker und Gruppen als heute. Spätestens seit christliche Bands beim säkularen "Grand Prix" (erst "Normal Generation?", dann "Beatbetrieb") antraten, ist es nicht mehr ganz so einfach. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Entwicklungen, die jeweils ein ganz anderes Ziel verfolgen oder eine ganz andere Hörergruppe befriedigen sollen.
Zum einen fällt die Liebe zur handgemachten Musik auf - also ohne Computer. Techno-Klänge und digitale, kristallklare Klangteppiche bestimmen heute wieder weniger den Trend. Die Fans wollen zum Beispiel wieder Gitarren hören, die wie Gitarren klingen. Echte Töne gibt es bei einigen neuen Rockformationen, wie der Band Princess Pants, und selbstverständlich auch noch bei altbewährten Bands wie Petra. Soul, R&B, Gospel und sogar Jazz - bei jungen Musikkonsumenten noch vor Jahren eher totgesagte Musikrichtungen - erleben eine neue Blüte. Der Trend heißt hier auch: Mut zum Text! Inhaltlich geht es meist um geistliche Hingabe, Glaube, Liebe, Zweifel. Besonders Künstlerinnen wie Anja Lehmann und Sarah Kaiser bestimmen hier die Verkaufslisten. Bei handgemachter Pop-Rock- und HipHop-Musik prägen Bands wie BAFF, Normal Generation?, Sharona und Judy Bailey das Geschehen.
Breiten Raum nimmt auch die Lobpreismusik ein (früher nannte man sie Anbetungsmusik). Anfangs fand man sie nur in charismatisch orientierten Gemeinden. Heute hört man Lobpreis selbst in eher konservativen Gruppen. Vielerorts bereichern Lobpreisbands Bibelstunden, Gottesdienste und Festivals. Die aktuelle Lobpreismusik bedient mehrere Musikstile - von Akustik-Pop bis zur Rockmusik. Die Töne reichen von meditativen Klängen bis zu Kracher-Nummern.
Außerdem werden im Lobpreis keine säuseligen Larifari-Texte mehr akzeptiert, in denen man fast unerträglich lang immer wieder den gleichen Satz wiederholte, sondern setzt zunehmend auf gute, tiefgehende Texte. Musiker wie Lothar Kosse, Elke Reichert, Arne Kopfermann und Albert Frey liefern hier gute Beispiele. Aber auch Künstler, die sonst weniger Lobpreismusik machen, trauen sich vermehrt, in ihren aktuellen Produktionen solche Titel zu verankern. Ein Beispiel liefert z.B. Sarah Brendel auf ihrer neuesten Produktion. In den Verkaufscharts der christlichen Produktionen finden sich auch vermehrt Sampler (CD mit verschiedenen Gruppen oder Zeiten), und dies sowohl bei Lobpreismusik als auch bei allen anderen Musikrichtungen.
Ein über den christlichen Vertrieb hinausgehender Trend ist die Kommerzialisierung der christlichen Musik. Selbst große säkulare Musiklabels - wie z.B. der größte Musikverlag BMG - nehmen zunehmend christliche Musiker unter Vertrag, da sie darin einen neuen, wachsenden Markt erkennen. Künstler mit einer großen, gefälligen Bandbreite wie z.B. Judy Bailey fanden dort den Zugang und verkaufen ihre aktuellen CDs bei diesen großen Plattenlabels.
Zunehmend scheint den Menschen zu mißfallen, seichte bis nichtssagende
Texte zu hören. Man singt wieder deutsch und fromm und hat damit
enormen Erfolg. Der Trend ist Jesus Chri-stus. Sogar weltliche Jugendmagazine
drucken ganze Liedtexte ab, die Werte und klare christliche Botschaften
vermitteln. Zudem werden christliche Musiker und Bands wie selbstverständlich
in die "normale" Popkultur integriert. So gibt es neue Gemeinschaftsproduktionen
von christlichen und Säkularmusikern, wie z.B. "Du
bist nicht allein", auf der Musiker wie Xavier
Naidoo, Ben, Judy Bailey,
Dannyfresh (W4C) u. a. tiefgehende Texte
und christliche Inhalte auf einer säkularen Produktion vereinen.
Insgesamt also eine hoffnungsvolle Entwicklung! --Christine Hartmann für x-report |
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Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 4/2004 (vom 21. Januar 2004). |
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Redakteur: David Decker für CCM-Rezis |
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