Ein Kind ohne Zweifel
Die Sängerin Nathalie Makoma und
ihr fröhlicher Glaube
Wie kann man nur an Gott glauben? Bei einer der weltweit
bekanntesten jungen christlichen Sängerinnen - Nathalie
Makoma - klingt das ganz einfach. "Wenn du Kontakt zu Gott haben
willst, mußt du ihm absolut vertrauen." Sie spricht über
ihren Glauben mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie andere
vom letzten Urlaub. Viele würden wahrscheinlich schweigen oder komplizierte
Erklärungen versuchen, aber sie geht einfach in eine Fernsehshow
und sagt: "Gott hat die Erde geschaffen und er hat auch die Macht,
die Erde wieder wegzunehmen. Ich glaube an Gott, weil er uns Menschen
geschaffen hat."

Es ist schwer, ein Gespräch mit Nathalie Makoma zu führen, denn
sie macht einen sprachlos. Ihre Eltern sind Propheten, sagt Nathalie Makoma,
"keine esoterischen, sondern echte, christliche Propheten".
Sie erzählt es ganz selbstverständlich, so wie andere berichten
würden, daß ihre Eltern Lehrer oder Polizisten sind. "Mit
meinen Eltern zu leben, ist nicht immer leicht. Sie merken sofort, wenn
ich lüge oder mit dem Beten nachlässig werde."

Ich
frage sie, ob sie manchmal an Gott zweifelt, und sie erzählt die
Geschichte von Petrus, der wie Jesus auf dem Wasser wandelt und nach ein
paar Schritten versinkt. Sie kennt viele Verse aus der Bibel auswendig;
die Bibel ist ihr Lieblingsbuch, nein, es ist sogar das einzige Buch,
das sie liest. In ihrer Handtasche hat sie immer ein Neues Testament in
Lingala, ihrer Heimatsprache.
Der Kongo kennt bis heute keinen Frieden
Erst vor wenigen Tagen hat Nathalie Makoma sich verlobt. Später möchte
sie Hausfrau sein und sechs Kinder haben. 21 Jahre ist sie alt und sagt
von sich: "Ich bin immer noch ein Kind." Sie ist die jüngste
von sechs Geschwistern. Ihre Familie flüchtete vor 20 Jahren aus
dem Kongo aus dem Kongo, da ist Nathalie Makoma noch ein Baby. Die Eltern
müssen während des Bürgerkrieges fürchterliche Dinge
erlebt haben; bis heute reden sie mit ihren Kindern nicht darüber.
Bis heute kennt das Land keinen Frieden; mehr als drei Millionen Menschen
wurden bisher Opfer des Kampfes zwischen Regierungs- und Rebellentruppen.
Jeden Freitag fasten sie zusammen
Sieben
Jahre leben die Makomas in Deutschland, dann werden sie abgeschoben. Die
Mutter schreibt einen Brief an Königin Beatrix - und ein kleines
Wunder geschieht: Die Familie darf in den Niederlanden wohnen. In Rotterdam
besuchen sie eine afrikanische Gemeinde, die ganze Familie singt und tanzt
dort im Chor mit. Es ist eine ungewöhnliche Familie. Obwohl ihre
Geschwister längst selbst Kinder habe, treffen sich alle jeden Abend
zum Bibel lesen und beten. Und jeden Freitag fasten sie zusammen. In Afrika
sind die Makomas so bekannt wie Madonna in Europa. Im letzten Jahr gewannen
sie den "African Music Award", dessen Verleihung weltweit 350
Millionen Menschen verfolgen. Auch in Asien wird die Dance-, Soul- und
Gospelmusik gehört. In diesem Jahr treten die sechs frommen Geschwister
in Japan und Indien auf und gehen anschließend in Australien auf
Tournee. Seit mehr als 14 Jahren steht Nathalie Makoma auf der Bühne.
Den Kongo hat sie erst durch Konzertreisen kennengelernt. "Die Menschen
im Kongo sind sehr arm, aber die meisten sind trotzdem glücklich,
weil sie an Gott glauben. Die Menschen in Europa haben zwar Computer,
Autos und Straßenbahnen, aber das alles kann ihr Leben nicht retten."

Nathalie Makoma will ihr ganzes Leben lang für Gott singen. Ihr
erstes Soloalbum heißt "On Faith" - "Über
den Glauben" (edel, 18,99 EUR). Es ist ein leichtes, fröhliches
Album. "Ich möchte, daß die Menschen Gott verstehen, wenn
sie meine Lieder hören", sagt Nathalie Makoma
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