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"Eine
Ladung kaltes Wasser in mein Gesicht."

Steven Curtis Chapman über sein aktuelles Album
Steven
Curtis Chapman ist neben Michael W.
Smith einer der bekanntesten Künstler der christlichen Musik-Szene.
Hier spricht er über sein aktuelles Album "All Things New"
- von Doro Wiebe. (Hinweis: Der Artikel wurde von Gerth Medien zur Verfügung
gestellt.)
Pressekonferenzen mit Musikern laufen eigentlich immer nach
dem selben Schema ab. Da sitzen die wissbegierigen Journalisten, stellen
ihre Fragen, und der Künstler antwortet. Bei Steven Curtis Chapman
ist das anders. Der kann auch ohne Fragen alle Antworten geben.

Nach 20 Jahren als Musiker ist er so sehr Profi, dass er weiß, was
wichtig ist. Und gleichzeitig so sehr begeistert von seinem neuen Album
"All Things New", dass er nicht anders kann, als davon zu schwärmen.
Bei seiner Pressekonferenz in der GMA-Woche in Nashville hat er über
20 Minuten lang einfach geredet. Voller Begeisterung, mit hohem Unterhaltungswert
und vor allem ohne Fragen. Und weil der Mann wirklich viel zu sagen hat,
lassen wir ihn einfach mal machen ...
O-Ton
Steven Curtis Chapman:
"Wenn das okay ist, fange ich einfach mal an und sage was zu dem
neuen Album. Ich bin nämlich ganz begeistert davon, ich könnte
stundenlang davon erzählen. Wie viel Zeit habe ich? Eine halbe Stunde?
Okay. Wo fange ich an ...?
Ein Buch wie kaltes Wasser

Vor etwa einem Jahr habe ich auf einem Flug das Buch "Don't
waste your Life" von John Piper gelesen. Das hat mich so inspiriert,
dass ich, nachdem das Flugzeug gelandet war, Ideen für acht Lieder
aufgeschrieben hatte. Es ist für mich nicht ungewöhnlich, ein
oder zwei Songs auf der Grundlage eines Buches zu schreiben. Aber acht?!

Das Thema dieser Lieder ist es, sich ganz neu auf Gott auszurichten. John
Pipers Buch war wie eine Ladung kaltes Wasser in meinem Gesicht. Es hat
mich an die einfache Wahrheit erinnert, dass es in meinem Leben nicht
um mich geht. Es ist richtig, dass Gott mich liebt und einen tollen Plan
für mich hat. Aber der Grund für mein Leben ist, dass Gott dadurch
geehrt werden soll. Und nicht, dass ich groß rauskomme. Darüber
habe ich sehr intensiv nachgedacht.

Ich habe mich noch nie kreativer und motivierter gefühlt als zu dieser
Zeit in meinem Leben. Gott hat mir gezeigt, dass er mich ganz neu beruft.
Und dass er tatsächlich der Gott ist, der alles neu macht.
10.000
Jahre Lobpreis

Auf einmal hatte ich wieder ein ganz starkes Bewusstsein dafür,
dass Gott neue Schitte mit mir gehen will. Und ich habe ein bisschen mehr
als bisher verstanden, wer er eigentlich ist.

In "Amazing Grace" heißt es, dass wir im Himmel 10.000
Jahre lang Lobpreis singen werden. Bisher dachte ich immer: "Hm,
10.000 Jahre Anbetung? Das muss schon richtig gute Musik sein, damit das
Spaß macht ..." Aber dann habe ich darüber nachgedacht
und zum ersten Mal kapiert: Gott steckt so voller Geheimnisse und verdient
so viel Ehre. Nach 10.000 Jahren Anbetung wird er uns, wenn wir ihn loben,
noch mehr von seinem Wesen offenbaren. Und wir realisieren, dass wir immer
noch gar nichts verstanden haben. Ich fange jetzt wirklich an, neu begeistert
zu sein von diesem Gott, der alles neu macht und mich immer mehr erkennen
lässt, wer er ist.

Ich bin jetzt 41 Jahre alt und habe 237 CDs veröffentlicht. Na gut,
so viele sind es nicht. Aber manchmal fühlt es sich so an. In Wirklichkeit
sind es 14. Also fast 237 ... Und an diesem Punkt in meinem Leben bin
ich wieder so aufgeregt, als sei das mein erstes Album. Das klingt jetzt
so klischeehaft, so als müsste ich das sagen. Punkt 15 im Handbuch
für Eigenwerbung: "Sag immer: Das ist das Beste, was ich je
gemacht habe!" Ich weiß nicht, ob es das Beste ist, was ich
je gemacht habe. Aber ich weiß, dass Gott mir diese Lieder gegeben
hat. Ich kann sie nicht nicht singen. Ich muss das machen. Wenn nicht
hier, dann in China oder eben irgendwo anders. Diese Lieder müssen
einfach raus.
Verstimmte
Gitarren

Ich habe über vieles geschrieben, was sich neu für mich
anfühlt und das Album ganz bewusst All Things New genannt. Auch musikalisch
hatte ich plötzlich dieses Bedürfnis, Neues auszuprobieren.
Ich habe meine Gitarre verstimmt, damit sie sich anders anhört. Habe
manche Lieder am Klavier komponiert, die ich bisher nur auf der Gitarre
gemacht hätte. Und ich habe nur Musiker gebucht, mit denen ich bisher
noch nie gearbeitet habe. Jason Wade, den Sänger von "Lifehouse",
kannte ich vorher schon. Der hat den Titelsong "All Things New"
mit mir gesungen.

Aber ich habe zum Beispiel zum ersten Mal mit dem Schlagzeuger Matt Chamberlain
gearbeitet, dem Gitarristen Jonny Lang oder dem Bassisten Chris Chaney.
Unter allmusic.com
könnt ihr rausfinden, wer das ist, so habe ich das auch gemacht.
In den Lebensläufen von diesen Musikern stehen so Namen wie Alanis
Morissette, Elton John, Sheryl Crow oder Beck.

Ich war ganz aufgeregt: "Was? Da hat der schon mitgespielt? Und das
hat der gemacht?!" Ich war echt unsicher, wie diese ganzen berühmten
Leute sein würden, ob sie mit der Einstellung reinkommen: "Naja,
dann reißen wir diese christliche CD mal ab und machen früh
Feierabend ..." Tatsächlich waren aber alle total begeistert
und wirklich berührt von meiner Musik. Die Aufnahmen waren toll und
ich konnte mit vielen von den Musikern über meinen Glauben sprechen
und die Gedanken, die hinter meinen Liedern stehen. Aber der Weg bis zu
diesem Punkt im Studio war nicht ganz einfach.
Alles
neu macht das Kreuz

Am Sunset Boulevard ist das Studio, in dem ich mein Album aufgenommen
habe. Das ist ein sehr bekanntes Studio, in dem schon vor Jahren Rock'n'Roll-Geschichte
geschrieben wurde. Led Zepplin's "Stairway to Heaven" wurde
da aufgenommen und Van Halen's "Jump". Am zweiten Tag dort bin
ich rausgegangen, um ein bisschen frische Luft zu schnappen. Mit meiner
frustrierten Stimmung lief ich da rum und habe über das nächste
Lied nachgedacht.

Und dann habe ich ein Gebäude auf der anderen Straßenseite
gesehen, das zwischen zwei größeren stand. Und oben drauf war
ein Kreuz aus Stein. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt nicht realisiert,
dass zwischen diesen ganzen Geschäftsgebäuden eine Kirche ist.
In Latein stand an der Wand: "Zur Ehre Gottes". Okay, ich geb's
zu, ich konnte das nicht sofort lesen. Ich kann kein Latein. Aber ich
habe im Internet nachgeschaut. Und dann stand ich wieder vor diesem Haus
und dachte: "Danke, Gott, das ist genau das, was ich heute brauche."

Und es war, als ob Gott zu mir sagt: "Du wolltest ein Zeichen dafür,
dass ich alles neu mache. Und das ist es. Es ist das Kreuz. Du stehst
hier mitten im Leben, so wie es eben ist. Aber wenn du mitten in diesem
Leben auf das Kreuz schaust, dann wirst du verstehen, dass ich alles neu
mache. Und das werde ich immer tun, dafür steht das Kreuz."
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