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Ja, nun ist es wieder einmal soweit. Die heimelige, besinnliche aber auch manchmal stressige Zeit ist da, die Weihnachtsfeiertage. Mir kommt es fast wie gestern vor, als ich genau hier am selben Ort und Platz saß und einige Gedanken zum letzten Weihnachten 2001 aufschrieb. Wie doch die Zeit vergeht, oder besser gesagt: rennt... Nun, in diesem Jahr gab es ein Thema, welches die meiste Zeit in Deutschland präsent war: das Thema 'Irak' und ein angeblicher, heraubeschworener Krieg gegen ihn, geführt von den Vereinigten Staaten. Es ging soweit, daß damit ein Regierungswechsel in Berlin verhindert wurde, der eigentlich schon mit Händen zu greifen war und von vielen herbeigesehnt wurde (und immer noch wird!), sowie 50 Jahre deutsche Außenpolitik in vier Wochen auf den Kopf gestellt wurden. Wir ahnen wohl alle noch nicht so richtig, was uns dieser schrödersche Dilletantismus (und angerichtete Scherbenhaufen) noch kosten wird. Aber genug, ich schweife sonst ab. Eigentlich wollte ich ja zum Oberthema des ganzen, nämlich 'Krieg und Frieden' etwas ausführen. Mich regt auf, daß in diesem Jahr wieder - wie schon so
oft in der Vergangenheit - die biblische Weihnachtsbotschaft des Friedens
mißbraucht wird. Mißbraucht von denen, die sich als bessere Menschen darstellen,
als Friedensengel und meinten durch sie würde sich ein Friedenszustand
über die ganze Welt legen. Sie interpretieren die Weihnachtsbotschaft
ausschließlich rein äußerlich und philosophieren über diesseitigen, irdischen,
menschlichen Frieden. Dabei entgeht ihnen jedoch das eigentlich von Weihnachten:
der innere, der geistliche Frieden, der im Herzen - eben genau dazu kam
Jesus Christus auf die Erde und wurde als Gott Mensch. Seine Engel verkündeten
alles Wichtige den Hirten auf dem Felde bei Bethlehem. Dazu heißt es im
Evangelium des Arztes Lukas (Kapitel 2, Vers 8 - 15): Damit ist eigentlich alles gesagt. Zu Weihnachten wurde ein Retter geboren. Die Betonung liegt dabei auf "ein" (als Zahlwort!), denn nur in dem einen, Jesus Christus, ist das Heil (Vgl. Apostelgeschichte 4,10-12). Aus der näheren Bestimmung geht hervor, daß es sich um den Christus (den Gesalbten) handelt, der zudem der Herr ist. Er hatte die Herrschaft im Himmel, verließ aber Seinen Thron dort, um in den Herzen der Menschen eine neue Herrschaft anzutreten, als ein Retter ihrer Seelen. Zu Weihnachten geht es deshalb auch um die Frage der Herrschaft: Wer ist mein persönlicher Herr? Die Sterndeuter aus dem Morgenland haben ihre Antwort auf diese Frage gefunden, denn sie erkannten durch den Stern in dem Kind den König und wollten ihn anbeten (Vgl. Matthäus 2,1-12). Im Zweiten Ausspruch der Engel wird alles noch konkreter in Bezug auf den Frieden, indem sie nämlich vom "Frieden auf Erden" sprechen. Es geht dabei aber nicht um einen Zustand, wo kein Krieg mehr anwesend ist, sondern um den Mensch als Person, als Geschöpf Gottes. Es wird betont, daß es um den Frieden in den Menschen geht, also um den Herzensfrieden. Wichtig ist außerdem der Zusatz "seines Wohlgefallens", damit wird deutlich, daß es auch Menschen gibt, die nicht im Buch des Lebens stehen. Gottes Rettungsangebot ist zwar universal, aber leider nehmen es längst nicht alle Menschen an. Natürlich will Gott auch, daß wir in Frieden leben (»Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden; denn nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht.«, 1. Mose 9,6) und möglichst keine Kriege anzetteln (Anm.: Trotzdem ist nach Carl v. Clausewitz der Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln), sondern uns auch um den äußeren Frieden bemühen (»Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.«, Matthäus 5,9). Aber Jesus sagt im Evangelium nach Johannes auch, daß Er uns den irdischen Frieden erst einmal läßt (d.h. doch, daß wir erst mal ein Stück selbst damit zurecht kommen sollen, oder?), uns jedoch Seinen viel größeren Frieden schenken möchte, weil dieser auch wichtiger ist in Bezug auf unsere Ewigkeit. "Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam.", Johannes 14,27 Noch ein weiterer Gedanke, besser: Bibelvers, beschäftigt mich seit dem Gottesdienst heute morgen: die richtige Einordnung von 'arm' und 'reich' und was Gott damit zu tun hat. Paulus schreibt im Brief an die Korinther (Kapitel 2, Vers 8): »Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, daß er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich werdet.« Das heißt, Gott gab in Jesus Seinen Reichtum der himmlischen Herrlichkeit auf und kam zu uns herunter. Dies ist das Große am christlichen Glauben, daß Gott zu den Menschen herabkommt und sich ihnen in Liebe zuwendet. Man muß/kann sich Gott nicht selbst gnädig stimmen - so wie man sich abmühen muß in all den Religionen dieser Welt -, sondern der allmächtige Gott kommt selbst herab und wird zur Gnade durch Seinen eigenen Sohn Jesus Christus. In den armen bescheidenen Umständen der Zeitenwende wird Jesus geboren, in tiefster Armut in einem Stall. Und wir armen kleinen Menschenkinder können durch Annahme dieser göttlichen Gnade, die durch den Kreuzestod und die Auferstehung sichtbar wird, und Glaube an Jesus in unseren Herzen unendlich reich werden. Was für ein Wechsel? Wir können das nicht bis ins letzte mit dem Verstand erfassen, aber wir können Gott dafür loben und danken! Weihnachten hat also viele Seiten, die alle für unser Leben wichtig sind: Es wirft die Fragen nach dem einen Retter, dem Herzensfrieden, nach der rechten Herrschaft und der richtigen Einordnung von 'arm' und 'reich' auf. Mein Wunsch ist, daß wir alle diese Fragen für unser eigenes Leben beantworten können, im Sinne der Heiligen Schrift - jetzt, im zu Ende gehenden Jahr 2002, und auch in Zukunft. In diesem Sinne noch ein gesegnetes Weihnachtsfest!
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Redakteur: David Decker für CCM-Rezis |
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