Zum
Nachdenken - Weihnachten 2006:
Beschenkt mit Liebe?!
Einleitung/ Vorbemerkung: folgende Ausarbeitung habe ich als Kurzpredigt
am 24.12. in der EFG
Herold vorgetragen.
Zu Beginn ein Zitat:
»Weil das ganze Jahr über die Liebe
fehlt,
werden zu Weihnachten
die Kinder durch Geschenke bestraft.«
~sagte Hubert Ries, ein Musiker (1902-1972)
Weihnachten - das Fest der Liebe. Wenigstens
einmal im Jahr freundlich und nett
zueinander sein. Und Geschenke können
jeden Streit ausgleichen. Oder etwa nicht!?
Kurze Zeit später bricht doch sowieso wieder
der Familienkrieg aus. Schöne Bescherung!
Sind in buntes Papier eingehüllte Präsente
wirklich ein Ausdruck von Liebe? Und wenn
du an Weihnachten gar kein Geschenk
brauchst, sondern jemanden, der dich wirklich
liebt? Jemanden, der dich versteht und
der sein Interesse nicht nur an Feiertagen
aus dem Karton holt? Gottes Liebe ist mehr
als PlayStation, iPod oder Kohle. Seine Liebe
übertrifft alles: Ihm bist du total wichtig.
Das hat er unter Beweis gestellt, als sein
Sohn Jesus Christus für dich gestorben ist.
Aber Liebe ist keine Einbahnstraße. Nimmst
du dieses geniale Geschenk für dich an?
Diese Gedanken stammen aus dem Kalender des Missionswerkes "Nightlight
Station" - aber wie ich finde, treffen sie nicht nur auf junge Leute
zu!
Es war im Oktober oder November dieses Jahr, als ich auf den Dezember-Eintrag
des Kalenders blätterte und die beiden Beiträge las. Es hat
mich sehr zum Nachdenken gebracht: Nämlich, daß wir uns mit
Geschenken durchaus mehr "bestrafen", als Liebe zum Ausdruck
zu bringen. Weil wir die Geschenke von der Person abkoppeln, wir machen
eine reine, oft herzlose, Sache draus!
Und: Je weniger wir es übers Jahr schaffen, selbst Liebe weiterzugeben,
meinen wir, durch um so größere Geschenke an einem Tag im Jahr
wieder alles "ausbügeln" zu können. Unser Gewissen
schlägt...
Dabei sehnen wir uns alle nach echter Liebe, nach Barmherzigkeit und Annahme.
Nach Echt-Sein!
Die Bibel spricht sehr deutlich zu diesem Thema - hier ein Beispiel,
1. Timotheus 1,14b:
Elberfelder Übersetzung:
1,13 [...] der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter
war; aber mir ist Barmherzigkeit zuteil geworden, weil ich es unwissend
im Unglauben getan hatte;
1,14 überströmend aber war die Gnade unseres Herrn mit Glauben
und Liebe, die in Christus Jesus [sind].
1,15 Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, daß Christus
Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich
der erste bin.
Neue evangelistische Übersetzung:
1,14 Die Gnade unseres Herrn hat mich förmlich überschüttet.
Er hat mir einen Glauben und eine Liebe geschenkt, wie nur Jesus Christus
sie geben kann.
1,15 Ja, diese Botschaft ist absolut zuverlässig und verdient unser
volles Vertrauen: "Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder
zu retten." Ich war der schlimmste von ihnen.
Dies sagt der Apostel Paulus über sich und seine Beziehung zum Herrn
Jesus.
Er nennt uns dabei auch die Gründe, warum es überhaupt Weihnachten
gibt, d.h. warum Jesus auf diese Welt gekommen ist:
- die Menschen sind Sünder
- sie sind rettungsbedürftig
- und sie brauchen Liebe, Barmherzigkeit und Annahme
Ich möchte heute keine Predigt über das Leben von Paulus halten,
aber es wäre gut, wenn wir diesen Gedanken mitnehmen würden
heute:
»Er hat mir einen Glauben und eine Liebe geschenkt, wie
nur Jesus Christus sie geben kann. - Ja, diese Botschaft ist absolut
zuverlässig und verdient unser volles Vertrauen: "Jesus Christus
ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten«
Vielleicht sind wir geneigt, diese Sätze zu überlesen. Doch
wenn wir denken, daß sie von einem einst gewalttätigen Christenverfolger,
von einem hassenden, fanatischen Extremisten stammen, bekommen sie um
so mehr Gewicht.
Hier merken wir: Es geht nicht um Sachen, es geht um eine Person
- um Jesus Christus, um Gott selbst!
Und: hier geht es an die Substanz, hier geht es um unser Innerstes, was
uns als Menschen ausmacht!
Das Kommen von Jesus war ganz zielgerichtet:
- Er hat dich und mich im Blick gehabt.
- Er beweist seine Liebe, indem er als Gott selbst kommt und Mensch
wird.
- Er nimmt dich und mich wichtig. Er speist uns nicht mit Sachen ab,
sondern kommt selbst!
- Seine Gnade und Barmherzigkeit reicht so weit, daß alle Vergehen
von uns dadurch vergeben werden können!
Und was können wir dabei tun?
Wir sollen dieses Geschenk im Kind von Bethlehem erkennen und für
uns selber annehmen. (Und wir sollen nichts zurück-zuschenken!) ALLES,
selbst den Glauben, schenkt Gott mit dem Kind!
Wenn wir das Leben von Jesus betrachten, in der Zeit als er auf dieser
Erde wirkte, sehen wir: Er begegnet den Menschen auf eine ganz andere
Art.
- Er sieht sie.
- Er hat Mitleid mit ihnen.
- Er hört zu.
- Er nimmt sie ernst und speist sie nicht ab.
- Er begegnet ihnen persönlich - auch denjenigen, die von allen
verurteilt wurden.
- Er verbringt Zeit mit ihnen.
- Er stellt auch Fragen, lehrt sie und vieles andere mehr.
- Und eines gilt dabei immer: Er trifft immer das Herz!
Die Menschwerdung unseres Herrn Jesus hat sehr viele Dimensionen:
- es geht um die Menschheit
- es geht um die Gemeinde/die Erlösten
- und es geht um das erwählte Volk Israel
ABER: Es gibt auch diese ganz persönliche Dimension, die jeden
von uns betrifft. Liebe ist immer eine persönliche Sache.
ZITAT:
In einer seiner Weihnachtspredigten sagte der Reformator Martin Luther
(1483-1546) einmal:
»Was nützte es mir, wenn Christus eintausend Mal geboren
wäre und es würde täglich auf liebliche Weise in meine
Ohren hineingesungen - wenn ich aber doch niemals vernähme, daß
er für mich geboren und mein Eigen sei?«
(frei nach Martin Luther,
Weihnachtspostille von 1522 / WA 10,1,1; 79,14-16)
Luther hatte es erkannt: das ganze Weihnachts-Brimborium ist völlig
wertlos und umsonst, wenn es uns nicht mehr berührt, wenn es uns
nicht mehr selber betrifft. Dazu gehört die eigene Sündenerkenntnis,
aber auch die Erkenntnis des Erlösers in der Krippe.
Wenn wir das Kind nicht mehr als den Menschen-Liebhaber, als den Sündenvergeber,
als den Barmherzigen und Gnädigen sehen, dann können wir nicht
beschenkt werden.
Wenn wir zu Weihnachten diesen Christus betrachten, wünsche ich
uns, daß wir dabei nicht nur das elend arme Flüchtlingskind
in Marias Armen sehen, sondern vor allem für uns selber erkennen:
Das ist die Liebe in Person, die sich uns geschenkt hat.
Und daß durch diese Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung du und ich
verändert werden können. Nicht nur 3 Tage über Weihnachten,
sondern ein ganzes Jahr. - Ein dauerhaftes Geschenk der Liebe:
»Er hat mir einen Glauben und eine Liebe geschenkt, wie
nur Jesus Christus sie geben kann. - Ja, diese Botschaft ist absolut
zuverlässig und verdient unser volles Vertrauen: "Jesus Christus
ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten«
Bist DU schon gerettet???
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein gesegnetes Weihnachten
2006 und viel Freude im neuen Jahr 2007.
Möge die Gnade unseres Herrn Jesus mit uns allen sein.

Euer David Decker / ccmtexte.de (...am 24. Dezember
2006)
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