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Aus: x-report / ideaSpektrum, 6/2005 (9. Februar 2005)
Autor: Romy Schneider
Web: www.idea.de

"Dein Lied" soll Brücken schlagen

Allee der KosmonautenDie Band "Allee der Kosmonauten" spielte einst als Vorgruppe der Sängerin Nena ("99 Luftballons"). Jetzt stehen die "Kosmonauten" vor ihrer größten Herausforderung: Am 12. März wollen die frommen Musiker aus Worms beim Vorentscheid zum "Eurovision Song Contest" in Berlin teilnehmen. Wenn sie gewinnen, reisen die Christen als Vertreter von Deutschland zum Finale nach Kiew. x-Reporterin Romy Schneider hat sich mit den Bandmitgliedern Mischa Marin und Jürgen "Jott" Fürwitt (Foto; rechts) über ihren Glauben und "Dein Lied" unterhalten.


CD-Single: Allee der Kosmonauten - ''dein Lied'' (2005)
Die Single für den Wettbewerb, "dein Lied".
ideaSpektrum/ x-report (Romy Schneider): Wann habt ihr euch für den "Eurovision Song Contest" beworben?
Mischa Marin (Allee der Kosmonauten): Wir selbst haben uns gar nicht beworben, sondern unser Manager, Ralf Schroeter, hat uns angemeldet. Es sollte quasi eine Überraschung für uns sein. Als er uns von der Bewerbung erzählte, dachten wir: "Erst mal abwarten!" Wir waren schon für den Vorentscheid im vergangenen Jahr im Gespräch, aber dann kamen einige Dinge dazwischen.

idea: Zum Vorentscheid werdet ihr "Dein Lied" aus eurem neuen Album "Koordinaten" singen. Wie ist das Lied entstanden?
Mischa: Bevor ich Christ wurde, war für mich Musik etwas, an dem ich mich festgehalten habe und worüber ich mich definiert habe. "Dein Lied" schlägt die Brücke zwischen der damaligen Position, als ich noch dachte, Musik wäre das Entscheidende in meinem Leben, und meinem Glauben an Jesus Christus. Heute weiß ich, daß Musik eine tolle Gabe von Gott ist.


Allee der Kosmonauten
Das erste Album der Gruppe, "Koordinaten".
"Koordinaten" ist klares Bekenntnis

idea: Worum geht es, wenn ihr unter anderem singt: "Das Lied ist schon da..."?
Mischa: Ganz klar um Jesus Christus, der sein Leben für uns gegeben hat. Er ist das schönste Lied; ein Lied, das Gott und uns verbindet.

Jürgen "Jott" Fürwitt (Allee der Kosmonauten): Manchen Christen wird vielleicht im Text zu wenig über Jesus stehen. Aber ich finde es sehr direkt. Die Frage ist doch: Benutzen wir "Jesus" einfach nur als Platzhalter? Mit "Dein Lied" wollen wir eine Brücke schlagen und Menschen erreichen, die mit dem christlichen Glauben nichts zu tun haben. Dabei kann man aber nicht immer alles auf einmal ausschütten. Bei anderen Songs auf unserem neuen Album sind wir deutlicher, auch im Innenteil der CD. Wenn die Leute, die uns beim Vorentscheid hören, auch unsere CD in die Hand nehmen und in der Beilage blättern, finden sie Bibelverse und ein klares christliches Bekenntnis.

idea: In Berlin geht es vor allem darum, wer Deutschland beim Finale in Kiew vertritt. Was bedeutet euch Deutschland?
Jott: Ich mag das Land, mag die Leute. Ich bin ein sehr verwurzelter Pfälzer mit Lokalpatriotismus. Dazu gehört, daß ich meinen Fußballverein Kaiserslautern und den größten Berg der Pfalz, den Donnersberg mag. Ich habe Geschichte studiert, und für uns als Christen wäre es deshalb etwas Besonderes, gerade das Land, in dem so viel Schreckliches passiert ist, vertreten zu dürfen.

»Manchen Christen wird vielleicht im Text
zu wenig über Jesus stehen«

Allee der Kosmonautenidea: Seht ihr euch auch als "Vertreter" der Christen?
Mischa: Ja. So wie jeder Christ Vertreter der Christen sein sollte, können wir uns auch nicht zurückziehen. Wenn du Jesus nachfolgen willst, kannst du nicht sagen, ich bin nur privat Christ und mach mein eigenes Ding. Du gehörst dazu! Das sehe ich positiv.

idea: Wollt ihr öffentlich beten?
Mischa: Wir haben drei Minuten in der Sendung. Da können wir kein Rahmenprogramm machen. Aber in Interviews hoffen wir, über unseren Glauben sprechen zu können. Wir fahren auch nicht allein nach Berlin. Als Musiker kennen wir das ganze Drumherum, die Aftershow-Partys etc. Deshalb bringen wir unsere kleine geistliche Familie mit und werden viel beten, damit wir nicht verwirrt werden.

idea: Ihr seit 1999 Christen geworden. Wer begleitet euch geistlich?
Jott: Unser Pastor, Leute aus der Gemeinde, unser Lobpreisteam. Wir beten mit vielen Geschwistern. Die Leute aus der Gemeinde nehmen auch kein Blatt vor den Mund.


Allee der KosmonautenNimm das Richtige!

idea: Was vermißt ihr aus eurem früheren Leben?
Jott: Das Rock´n Roll-Leben werde ich bestimmt nicht vermissen.
Mischa: Ich hatte früher Angst, irgendetwas zu verpassen. Für die vielen Angebote war ich total empfänglich. Als Christ habe ich erkannt: Ich muß nicht alles mitnehmen. Ich habe gemerkt, daß es eine gute Sache ist, Regeln zu haben, weil Gott uns damit helfen will. Die Logik des Lebens "Nimm dir alles!" ist nicht so einfach, wie wir oft denken. Es geht vielmehr darum, die richtigen Dinge zu tun und die falschen zu lassen.

idea: Mischa, als du Christ wurdest, dachte deine Familie, daß du ein "Sektenfreak" geworden bist. Wie sieht das heute aus?
Mischa: Wenn Glaube nicht nur eine Tradition ist, ist es schwer, deiner Familie zu erklären, warum du auf einmal Sachen wie Lobpreis etc. machst. Aber mit der Zeit hat es sich normalisiert. Ich spreche mittlerweile mit meinem jüngeren Bruder übre den Glauben.

Allee der Kosmonautenidea: Ihr besucht die Freie evangelische Gemeinde in Worms. Für einen Gemeindedienst habt ihr bestimmt keine Zeit mehr.
Jott (protestiert): Wieso haben wir keine Zeit dafür? Wir spielen in einer Lobpreis-Gruppe, arbeiten bei WOW, einer Lobpreis-Veranstaltung unserer Gemeinde, mit und helfen, wo wir können.

idea: Habt ihr Angst vor großer Bekanntheit?
Mischa: Wir haben zwischenzeitlich unseren neunten Plattenvertrag und gelernt, Erfolg einzuschätzen. Wir wissen, was wirklich wichtig ist im Leben. Aber ich will nicht sagen, daß wir nicht leichtfertig werden könnten. Das kann uns passieren, wenn wir unserer Sache zu sicher sind. Doch wir haben unsere Gemeinde hinter uns, die für uns betet.

idea: Vielen Dank für das Gespräch.


Eurovision Song Contest Kiev 2005 ...Der "Eurovision Song Contest" ...

... (früher Grand Prix Eurovision de la Chanson) ist ein Schlagerwettbewerb. Seit 1956 treten dabei jährlich Sänger aus derzeit etwa 40 Ländern an. Die Vertreter der einzelnen Länder werden in einem öffentlichen Vorentscheid ermittelt. Der deutsche Favorit für dieses Jahr wird am 12. März in der ARD-Sendung "Germany 12 Points" nominiert. Über den Sieger stimmt das Publikum per Telefonanruf ab. Am 21. Mai wird er am Finale in Kiew/Ukraine teilnehmen. Bei früheren Vorentscheiden gelangten die christlichen Musikgruppen "Normal Generation?" (Platz 3, 2002) und "Beatbetrieb" (Platz 2, 2003) auf vordere Plätze. Für Deutschland gewann 1982 die Schlagersängerin Nicole den "Grand Prix", für die Schweiz 1988 Céline Dion.


--Romy Schneider



Das Original dieses Textes erschien in "ideaSpektrum", Nr. 6/2005 (vom 9. Februar 2005).

Erscheinungsdatum online:
9.2.2005
Redakteur(e): David Decker für CCM-Rezis

weitere Rezensionen - siehe Allee der Kosmonauten-Künstlerseite >>
 


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