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"Dein
Lied" soll Brücken schlagen
Die
Band "Allee der Kosmonauten"
spielte einst als Vorgruppe der Sängerin Nena ("99 Luftballons").
Jetzt stehen die "Kosmonauten" vor ihrer größten
Herausforderung: Am 12. März wollen die frommen Musiker aus Worms
beim Vorentscheid zum "Eurovision Song Contest" in Berlin teilnehmen.
Wenn sie gewinnen, reisen die Christen als Vertreter von Deutschland zum
Finale nach Kiew. x-Reporterin Romy Schneider hat sich mit den Bandmitgliedern
Mischa Marin und Jürgen "Jott" Fürwitt (Foto; rechts)
über ihren Glauben und "Dein Lied" unterhalten.
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| Die Single
für den Wettbewerb, "dein Lied". |
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ideaSpektrum/ x-report (Romy Schneider):
Wann habt ihr euch für den "Eurovision Song Contest" beworben?
Mischa Marin (Allee der Kosmonauten): Wir selbst haben uns gar
nicht beworben, sondern unser Manager, Ralf Schroeter, hat uns angemeldet.
Es sollte quasi eine Überraschung für uns sein. Als er uns von
der Bewerbung erzählte, dachten wir: "Erst mal abwarten!"
Wir waren schon für den Vorentscheid im vergangenen Jahr im Gespräch,
aber dann kamen einige Dinge dazwischen.
idea: Zum Vorentscheid werdet ihr "Dein
Lied" aus eurem neuen Album "Koordinaten" singen. Wie ist
das Lied entstanden?
Mischa: Bevor ich Christ wurde, war für mich Musik etwas,
an dem ich mich festgehalten habe und worüber ich mich definiert
habe. "Dein Lied" schlägt die Brücke zwischen der
damaligen Position, als ich noch dachte, Musik wäre das Entscheidende
in meinem Leben, und meinem Glauben an Jesus Christus. Heute weiß
ich, daß Musik eine tolle Gabe von Gott ist.
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| Das erste Album
der Gruppe, "Koordinaten". |
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"Koordinaten" ist klares Bekenntnis
idea: Worum geht es, wenn ihr unter anderem
singt: "Das Lied ist schon da..."?
Mischa: Ganz klar um Jesus Christus, der sein Leben für uns
gegeben hat. Er ist das schönste Lied; ein Lied, das Gott und uns
verbindet.

Jürgen "Jott" Fürwitt (Allee der Kosmonauten):
Manchen Christen wird vielleicht im Text zu wenig über Jesus stehen.
Aber ich finde es sehr direkt. Die Frage ist doch: Benutzen wir "Jesus"
einfach nur als Platzhalter? Mit "Dein Lied" wollen wir eine
Brücke schlagen und Menschen erreichen, die mit dem christlichen
Glauben nichts zu tun haben. Dabei kann man aber nicht immer alles auf
einmal ausschütten. Bei anderen Songs auf unserem neuen Album sind
wir deutlicher, auch im Innenteil der CD. Wenn die Leute, die uns beim
Vorentscheid hören, auch unsere CD in die Hand nehmen und in der
Beilage blättern, finden sie Bibelverse und ein klares christliches
Bekenntnis.
idea: In Berlin geht es vor allem darum,
wer Deutschland beim Finale in Kiew vertritt. Was bedeutet euch Deutschland?
Jott: Ich mag das Land, mag die Leute. Ich bin ein sehr verwurzelter
Pfälzer mit Lokalpatriotismus. Dazu gehört, daß ich meinen
Fußballverein Kaiserslautern und den größten Berg der
Pfalz, den Donnersberg mag. Ich habe Geschichte studiert, und für
uns als Christen wäre es deshalb etwas Besonderes, gerade das Land,
in dem so viel Schreckliches passiert ist, vertreten zu dürfen.
»Manchen
Christen wird vielleicht im Text
zu wenig über Jesus stehen« |
idea:
Seht ihr euch auch als "Vertreter" der Christen?
Mischa: Ja. So wie jeder Christ Vertreter der Christen sein sollte,
können wir uns auch nicht zurückziehen. Wenn du Jesus nachfolgen
willst, kannst du nicht sagen, ich bin nur privat Christ und mach mein
eigenes Ding. Du gehörst dazu! Das sehe ich positiv.
idea: Wollt ihr öffentlich beten?
Mischa: Wir haben drei Minuten in der Sendung. Da können wir
kein Rahmenprogramm machen. Aber in Interviews hoffen wir, über unseren
Glauben sprechen zu können. Wir fahren auch nicht allein nach Berlin.
Als Musiker kennen wir das ganze Drumherum, die Aftershow-Partys etc.
Deshalb bringen wir unsere kleine geistliche Familie mit und werden viel
beten, damit wir nicht verwirrt werden.
idea: Ihr seit 1999 Christen geworden. Wer
begleitet euch geistlich?
Jott: Unser Pastor, Leute aus der Gemeinde, unser Lobpreisteam.
Wir beten mit vielen Geschwistern. Die Leute aus der Gemeinde nehmen auch
kein Blatt vor den Mund.
Nimm
das Richtige!
idea: Was vermißt ihr aus eurem früheren
Leben?
Jott: Das Rock´n Roll-Leben werde ich bestimmt nicht vermissen.
Mischa: Ich hatte früher Angst, irgendetwas zu verpassen. Für
die vielen Angebote war ich total empfänglich. Als Christ habe ich
erkannt: Ich muß nicht alles mitnehmen. Ich habe gemerkt, daß
es eine gute Sache ist, Regeln zu haben, weil Gott uns damit helfen will.
Die Logik des Lebens "Nimm dir alles!" ist nicht so einfach,
wie wir oft denken. Es geht vielmehr darum, die richtigen Dinge zu tun
und die falschen zu lassen.
idea: Mischa, als du Christ wurdest, dachte
deine Familie, daß du ein "Sektenfreak" geworden bist.
Wie sieht das heute aus?
Mischa: Wenn Glaube nicht nur eine Tradition ist, ist es schwer,
deiner Familie zu erklären, warum du auf einmal Sachen wie Lobpreis
etc. machst. Aber mit der Zeit hat es sich normalisiert. Ich spreche mittlerweile
mit meinem jüngeren Bruder übre den Glauben.
idea:
Ihr besucht die Freie evangelische Gemeinde in Worms. Für einen Gemeindedienst
habt ihr bestimmt keine Zeit mehr.
Jott (protestiert): Wieso haben wir keine Zeit dafür?
Wir spielen in einer Lobpreis-Gruppe, arbeiten bei WOW, einer Lobpreis-Veranstaltung
unserer Gemeinde, mit und helfen, wo wir können.
idea:
Habt ihr Angst vor großer Bekanntheit?
Mischa: Wir haben zwischenzeitlich unseren neunten Plattenvertrag
und gelernt, Erfolg einzuschätzen. Wir wissen, was wirklich wichtig
ist im Leben. Aber ich will nicht sagen, daß wir nicht leichtfertig
werden könnten. Das kann uns passieren, wenn wir unserer Sache zu
sicher sind. Doch wir haben unsere Gemeinde hinter uns, die für uns
betet.
idea: Vielen Dank für das Gespräch.
Der
"Eurovision
Song Contest" ...

... (früher Grand Prix Eurovision de la Chanson) ist ein Schlagerwettbewerb.
Seit 1956 treten dabei jährlich Sänger aus derzeit etwa
40 Ländern an. Die Vertreter der einzelnen Länder werden
in einem öffentlichen Vorentscheid ermittelt. Der deutsche Favorit
für dieses Jahr wird am 12. März in der ARD-Sendung "Germany
12 Points" nominiert. Über den Sieger stimmt das Publikum
per Telefonanruf ab. Am 21. Mai wird er am Finale in Kiew/Ukraine
teilnehmen. Bei früheren Vorentscheiden gelangten die christlichen
Musikgruppen "Normal Generation?"
(Platz 3, 2002) und "Beatbetrieb"
(Platz 2, 2003) auf vordere Plätze. Für Deutschland gewann
1982 die Schlagersängerin Nicole den "Grand Prix",
für die Schweiz 1988 Céline Dion. |
--Romy Schneider
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