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"Jeder von uns hat ein Reich, das er zu regieren hat"

Interview mit Albert Frey

Albert FreyIm Januar 2006 erscheint das neue Album von Albert Frey. Im Interview erzählt der Lobpreisleiter, was er an weisen Männern und Frauen bewundert, warum das Thema "Kampf" für ihn so wichtig ist und in welchen männlichen Urbildern er sich wiederfindet. (Hinweis: Das Interview wurde von Ralf Hermann geführt und von Gerth Medien zur Verfügung gestellt.)


Frage, Ralf Hermann, Gerth Medien:
Deine neue CD "Für den König" wird beschrieben mit: "Intelligent, zeitlos und mit großen Gefühlen". Was ist deiner Meinung nach mit "intelligent" gemeint und welche großen Gefühle erwarten uns?

Antwort, Albert Frey: Wenn ich zu altklug und besserwisserisch bin, nennt mich meine Frau Andrea immer "Lehrerssohn". Aber im Ernst: Anbetung und das Thema "König" hat etwas sehr Schlichtes, Kindliches, scheinbar Naives. Man kann aber zu dieser Einfachheit zurückkommen, nachdem man durch viele komplexe Gedanken gereift ist. Das bewundere ich bei Männern und Frauen mit königlicher Weisheit, und danach strecke ich mich auch aus. Die großen Gefühle, die ich mir aus der Begegnung mit Gott als König in diesen Liedern erhoffe, sind Mut und Demut, Liebe von und zu Gott, Begeisterung und Opferbreitschaft.

Ralf Hermann: Fast allen Liedern liegen Bibelverse zugrunde. Hast du die Bibel in letzter Zeit besonders intensiv studiert?
Albert, Frey: Die Bibel ist nach wie vor meine Hauptquelle, aber ich wollte nach eher persönlichen Gedanken auf der letzten CD "Zwischen Himmel und Erde" zurück zu einer objektiveren, allgemeingültigeren Art von Anbetung, in der es mehr um Gott selbst als um mich geht. Deshalb habe ich meine Themen noch stärker in der Bibel gesucht, aber immer dort, wo mich etwas persönlich fasziniert hat.

CD-Cover  ''für den König'' (2006)Ralf Hermann: Manche Texte klingen ziemlich kämpferisch. Auch das CD-Cover mit dem Schwert vermittelt diesen Eindruck. Siehst du die Notwendigkeit, darauf hinzuweisen, dass Christsein auch etwas mit Kampf zu tun hat?
Albert, Frey: Ja, ich bin überzeugt, dass "Kampf" ein ganz wichtiges Thema ist, im Leben allgemein und in unserem Glauben. Mir geht es darum, diese biblische Wahrheit neu zu entdecken. Ich denke dabei nicht nur an den Kampf in der Himmelswelt, sondern z. B. auch an den Kampf, morgens aufzustehen, mit Depressionen fertig zu werden, oder an die Überwindung, Sport zu treiben. Es geht mir um die Grundhaltung, den Stier bei den Hörnern zu packen anstatt davonzulaufen. Das predige ich vor allem mir selbst. Wir schaffen es nur aus der Kraft Gottes. Das Schwert steht dabei für das vollmächtige Wort Gottes.

Ralf Hermann: Besonders schön fand ich den Hinweis in einem Lied, dass wir ja auch Königskinder sind. Siehst du in Gott eher den mächtigen König oder mehr den liebenden Vater?
Albert, Frey: Ich finde es genial, dass Gott beides ist. Vater und König scheinen mir die beiden Hauptbilder für Gott zu sein, und das eine wäre ohne das andere zu wenig. Ich finde es aber gut, nicht immer alles auf einmal zu wollen, sondern mal als verletztes Kind zum Vater zu kommen, mal als glühender Kämpfer vor meinem König zu stehen.

Ehepaar Albert Frey & Andrea Adams-FreyRalf Hermann: Was bedeutet es für dich im Alltag, dich dem König hinzugeben?
Albert, Frey: Es bedeutet für mich, mehr zu sehen als mich selbst und meine eigenen Grenzen, und Gott zu vertrauen, dass er für mich sorgt, wenn ich mich zuerst um sein Reich kümmere. Es kann bedeuten, etwas zu lassen, weil es nicht zu meinem König passt. Oder dass ich etwas für ihn tue, was mich Überwindung kostet: z. B. die Wahrheit zu sagen, obwohl es bequemer wäre zu schweigen.

Ralf Hermann: Du engagierst dich auch in der Männerarbeit. Wie kommen da solche "königlichen" Themen an?
Albert, Frey: Ich habe aus verschiedenen Büchern die Idee der männlichen Urbilder aufgegriffen: Der König, der Krieger, der Weise und der Liebende kommen in fast allen großen Geschichten vor. Sie helfen uns Männern (und sicher auch Frauen), uns selbst darin wiederzufinden – mit unseren Stärken und Schwächen. Bei Jesus finden wir diese vier Urbilder vollendet. Die Beschäftigung der Männer mit dem König hilft, zu einem positiven Verhältnis zur Macht zu kommen. Jeder von uns hat ein Reich, dass er zu regieren hat: von der Selbstdisziplin über Verantwortung in Beziehungen bis zum Beruf. Bei Jesus schauen wir uns ab, wie wir das auf gesunde und lebensfördernde Art tun können.



—Interview: Zur Verfügung gestellt von Gerth Medien, Asslar.

Erscheinungsdatum online:
2.1.2006
Redakteur(e): David Decker für CCM-Rezis

weitere Rezensionen - siehe Albert Frey-Künstlerseite >>
 


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