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Die
fromme Musikszene: Es tut sich einiges

Interview mit Promikon-Chef Christoph Buskies
Die
größte christliche Künstlermesse Europas findet am 19.
März in Mannheim statt: Auf der "Promikon" präsentieren
sich Sänger, Bands, Komiker und Schauspieler. Sie können dann
von Kirchengemeinden oder anderen "gebucht" werden. Über
die Entwicklung der christlichen Musikszene unterhielt sich x-Reporterin
Romy Schneider mit dem Promikon-Chef, dem Religionspädagogen Christoph
Buskies (Greifenstein/Mittelhessen).
(1) x-report (Romy Schneider): Christliche Bands
beim Vorentscheid zum European Song Contest, in den Charts, immer neue
Bands und Veröffentlichungen. Die christliche Musikszene scheint
erfolgreich zu sein. Woran liegt's?
Christoph Buskies (Promikon): Zunächst muß ich einfach
sagen, daß es der Segen Gottes ist, den wir hier deutlich erleben.
Ich kenne die christliche Szene über 20 Jahre. Und ich weiß,
wie sehr sich christliche Künstler gesellschaftliche Akzeptanz und
Erfolg gewünscht haben. Aber es hat früher nie so funktioniert,
wie in dieser Zeit. Entweder ist der Künstler "umgekippt",
oder der Markt hat ihn nicht angenommen ...
Wenn Künstler "umkippen"
(2) x-report: Umgekippt
...?
Buskies: ... ja, wenn z.B. christliche Inhalte oder das missionarische
Anliegen nicht mehr zu erkennen waren oder aber immer weiter nach hinten
geschoben wurden. Der Erfolg der christlichen Musikszene liegt auch daran,
daß die Gesellschaft heute einerseits offener ist für christliche
Inhalte und andererseits Christen den Mut haben, wie etwa Florence
Joy, zu ihrer Botschaft zu stehen. Hinzu kommt, daß in der frommen
Musikszene die Strukturen, die Qualität und auch das Management besser
geworden sind. Viele wissen durch die Künstlermesse "Promikon",
daß diese Szene groß ist und die Künstler Qualität
haben. So wurden Christen in Fachkreisen bekannt. Ich habe mehrfach gehört,
daß Agenturen neugierig sind auf die kommende "Promikon-Messe".
Man wird nicht mehr verspottet
(3) x-report: Klingt alles
sehr positiv. Kommt Gegenwind von Radiosendern, die christliche Künstler
belächeln oder gar verspotten?
Buskies: Verspotten auf keinen Fall. Wenn in Fernsehtalkshows Leute
ihren Glauben bekennen, wird das sogar mit einer gewissen Bewunderung
zur Kenntnis genommen und akzeptiert. Die Leute suchen nach Werten, nach
authentischem Leben, nach Menschen, die mit den Problemen unserer Zeit
anders umgehen, als einfach nur hilflos dazustehen. Ich frage mich allerdings,
ob wir diese Chance auch ausreichend nutzen.
(4) x-report: "Christliche
Musikszene" ist das ein pauschaler Begriff. Was muß "drin"
sein, wenn außen "christlich" draufsteht?
Buskies: Für uns ist das immer eine spannende Frage, wenn
wir unser Künstlerhandbuch zusammenstellen. Denn wir bekommen auch
Anfragen von säkularen Gruppen, die aufgenommen werden wollen. Deshalb
haben wir uns vor etlichen Jahren darauf geeinigt, daß die Motivation
der ausschlaggebende Punkt ist. Man muß nicht in jedem Konzert eine
christliche Botschaft verkünden. Wie soll das beispielsweise auch
eine Instrumentalgruppe tun? Wichtig ist, daß im Herzen der Wunsch
da ist, Menschen auf Gott aufmerksam zu machen. Das kann auf verschiedene
Weise geschehen. Es gibt Künstler, die in der Öffentlichkeit
vielleicht nicht als Christen zu erkennen sind, aber hinter der Bühne
einen wichtigen missionarischen Dienst tun.
Die "Allee der Kosmonauten" ...
(5) x-report: Wie erkennen
Sie diese Motivation?
Buskies: Wir fragen einfach danach. Optimal ist es außerdem,
wenn Künstler/ Gruppen/ Bands von einer fitten Gemeinde betreut und
begleitet werden und hier ein Zuhause haben. So ist es zum Beispiel bei
"Allee der Kosmonauten", die
als Lobpreisband ihr Zuhause in einer freien evangelischen Gemeinde in
Worms haben und mit dem "Segen der Gemeinde" auf Tour gehen
und die Botschaft in die Welt tragen.
(6) x-report: Was machen
Sie, wenn das Leben einer Gruppe der Botschaft auf der Bühne widerspricht?
Buskies: Das gibt es leider. Christen verhalten sich oft nicht christlich.
Und gerade bei Künstlern, die in der Öffentlichkeit stehen,
wird das besonders gewertet. Ich bin allerdings dagegen, daß man
Christen vorschnell verurteilt und sie ausgrenzt. Begleitung und Gebet
ist meines Erachtens hier angesagt. Wenn wir mitbekommen würden,
daß aus einer Band jemand Drogen nimmt, müßten wir uns
allerdings distanzieren.
Über 170 Künstler sind dabei
(7) x-report: Pflegen
Sie zu jedem Künstler aus ihrem Handbuch einen engen Kontakt?
Buskies: Unser Katalog ist zunächst einmal auch eine Sammlung
von Vorstellungen und Anzeigen. Wir haben nicht zu jedem der über
170 Künstler einen engen Kontakt. Doch die meisten - etwa 80 % -
treffen wir regelmäßig auf Veranstaltungen. Darüber hinaus
gibt es seit vielen Jahren Künstler, die wir betreuen, wie Judy
Bailey, David Thomas, Gospelfire
mit Hemi Jost oder aus Greifenstein
die junge Nachwuchsgruppe "Saskia".
(8) x-report: Während
der "Promikon" am 19. März wird auch der Preis des "Message
Music Contest" vergeben. Initiatoren des Musikwettbewerbs sind u.a.
evangelikale Werke. In der Jury sitzen Promis wie Thomas Stein ("Deutschland
sucht den Superstar"). Was haben die mit dem Christentum zu tun?
Buskies: Es gibt mehrere Jurymitglieder, die allen wegen bestimmter
Qualitäten ausgewählt wurden. Thomas Stein war bei der "Gospelnacht"
auf RTL dabei und ist einer der profiliertesten Leute, wenn es darum geht,
Musik zu bewerten. Von daher hat er dort seinen Platz. Andere Mitglieder,
wie zum Beispiel Judy Bailey
oder Mola Adebisi, können darüber hinaus auch das geistliche
Anliegen verstehen und beurteilen. Es ist uns sehr wichtig, die dabei
zu haben.
x-report: Vielen Dank für das Gespräch.

was
ist ...
... Promikon?
Das "Projekt für missionarische Konzertarbeit" begann
vor 13 Jahren mit sieben Musikgruppen und hat sich seitdem zur größten
frommen Musikmesse in Europa entwickelt. In Mannheim präsentieren
sich dieses Jahr etwa 150 Künstler, Verlagshäuser und
Firmen. Bei der Abschlußgala werden die besten Künstler
mit vier Preisen ausgezeichnet. Außerdem findet erstmals der
"Message Music Contest" statt, bei dem die Zuschauer per
Handy wählen können, welche der 10 Musikgruppen das Rennen
macht.
Die Jury, zu der u.a. Judy
Bailey, Thomas Stein und Mola Adebisi gehören, hatte zuvor
die Finalisten aus 600 Bewerbern ausgesucht.
Tickets und nähere Infos unter www.promikon.de
oder Tel. 06449-7190090
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—Romy Schneider
Anmerkungen von CCM-Rezis:
(4) Daß Instrumentalgruppen
angeblich keine Botschaft "verkünden" könnten, beruht
auf der falschen Vorstellung, daß Musik "neutral" sei
und nur der Text entscheide, wie was mit welchen Inhalten/ Werten aufgefüllt
wird. Das dem nicht so ist, zeigen vielfältige Untersuchungen, etwa
zu klassischer Musik (ideaSpektrum berichtete...).
Auch die Bibel spricht hier Klartext, wenn man an die Begebenheit mit
König Saul und dem Hirtenjunge David denkt, der durch sein Harfespiel
den bösen Geist des Königs besänftigen konnte. Es gehört
also auch bei Instrumentalmusik einfach mehr dazu, als die puren Noten
auf dem Blatt. Eine Note mag "keinen" Wert an und für sich
haben - ein ganzes Musikstück, aus vielen Noten - dagegen sehr wohl!
(5) Es ist vorbildlich und mutig,
direkt nach der Motivation der Künstler zu fragen. Wenn ich allerdings
in den jährlichen Promikon-Katalog schaue, lese ich nicht mal bei
einer Handvoll Künstler etwas von einer - wenigstens in Ansätzen
- geistlichen Motivation bzw. Vision.
Eine weitere Frage, die sich mir stellt: Was ist eine "fitte"
Gemeinde? Nach welchen Maßstäben wird das in diesem
Falle beurteilt und wer beurteilt das?
(6) Die Erwähnung von Begleitung
und Gebet finde ich vorbildlich - und das dies in der Praxis geleistet
wird bzw. werden soll! Das Statement zur Einnahme von Drogen wirkt im
obigen Kontext jedoch etwas deplatziert und nicht schlüssig! Vielleicht
nicht klar ausgedrückt; aber was ist mit den Leuten, die gerne mal
ein Bier trinken? Alkohol ist nun mal auch eine Droge...
(8) "Profiliert" hin
oder her: Ein Wettbewerb, der als wichtigstes Unterscheidungskriterium
zu den anderen Musikwettbewerben in Deutschland die "Message",
also die christliche Botschaft, erhoben hat, braucht nun wirklich keine
weltlichen Musikpäpste, um die Musik zu bewerten. Im Falle von Herrn
Stein fehlt einfach völlig die geistliche Komponente bzw. Kompetenz.
Wie soll jemand, der fragwürdigste "Stars" wie DSDS-Gewinner
"Alexander" als zukunftsweisend gepriesen hat, glaubwürdig
und professionell über christliche Nachwuchskünstler entscheiden?
Das bleibt mir absolut rätselhaft und nicht nachvollziehbar. Ähnliche
Bedenken habe ich bei ex-VIVA-Moderator Mola Adebisi. Da werden berechtigte
geistliche Interessen und Kriterien - die eigentlich "vorgekaukelt"
werden - vordergründigen und schnellebigen Prominenten-Anbiederei
geopfert, nur um kurzfristig hohe Aufmerksamkeitswerte zu erzielen und
vielleicht ins Fernsehen zu kommen. Das hat mit einem Wettbewerb, der
die Botschaft in den Vordergrund stellen wollte, meines Erachtens nichts
mehr zu tun.
—David
Decker für CCM-Rezis, März 2005
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