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"Wir
wollen Menschen bewegen"

'Die Mütter' im Interview
Ihre
erste Live-CD gibt es seit Januar 2006. Im Interview erzählen Thea
Eichholz-Müller, Carola Rink
und Margarete Kosse, wie sie auf die Idee kamen, als "Die
Mütter" aktiv zu werden, was am Muttersein einfach schön
ist und was sie von ihren Müttern gelernt haben. (Hinweis: Das Interview
wurde von Gerth Medien zur Verfügung gestellt.)
Frage, Gerth Medien (GM): Wie entstand die Idee, als "Die Mütter"
aktiv zu werden, und warum habt ihr euch gefragt: "Kann denn Bügeln
Sünde sein?"
Antwort, 'Die Mütter' - Thea: Wir haben 1997 für die
Hochzeitsfeier eines gemeinsamen Freundes zwei Songs mit herrlich dämlicher
Choreografie im Perückenoutfit einstudiert. Das Feedback der Gäste
war toll, und der Spaß bei der Sache so groß, dass daraus
das übliche " Wir sollten so was mal ausbauen ..." entstand.
Diverse Geburten haben uns in unseren Planungen immer wieder gebremst.
Aber als wir dann alle unsere ersten Kinder hatten, bekamen wir dadurch
dann wiederum genügend Stoff für unsere kleine Selbsthilfegruppe
"Die Mütter".
GM: Steckt das "Kabarettmachen"
voll in euch drin oder kosteten euch manche Dinge (Verkleidung, Ausdrücke
...) auch etwas Überwindung?
'Die Mütter' - Carola: Outfits, Ausdrücke etc.? - Och,
ich bin schon als Kind gern verkleidet rumgesprungen. Ob aber ein neuer
Gag auch beim Publikum landet, kann man vorher oft nicht sagen, und dann
kribbelt's im Bauch.
'Die Mütter' - Thea: Margarete ist meistens für die Requisite
verantwortlich. Da kauft sie dann gerne mal Hüte oder Weihnachtsmützen,
mit denen sie aussieht wie Julia Roberts, und wir anderen, als wären
wir am Kopf schwanger oder irgendwo ausgebrochen ... So ist das halt mit
Freundinnen.
'Die Mütter' - Margarete: Boah, das wüsst ich aber! Wenn's
irgendwo auf der Welt 'ne Mütze gibt, mit der ich ausseh wie Julia
Roberts, dann würde ich die ja wohl ständig auf dem Kopf haben,
oder?! Nee, echt, wenn man sich unser CD-Cover anguckt, würde ich
sagen: "Irgendwo ausgebrochen" trifft es am ehesten ... Aber
wir schweifen ab ...
GM:
Was ist für euch am "Muttersein" (oder am "Die-Mütter-sein")
am Schönsten?
'Die Mütter' - Thea: Die Entwicklung meiner Kinder zu beobachten,
sie positiv beeinflussen zu dürfen. Zwei Menschen so sehr lieben
zu können. Und sich über all das zu freuen, was an Liebe und
Zuneigung "zurückkommt".
'Die Mütter' - Margarete: Kann mich da Thea nur anschließen.
Und am "Die-Mütter-sein" mag ich das Wegfahren (3 bis 4
Konzerte, unterwegs sein, lecker gekocht kriegen) und dann das Sich-wieder-auf-zu-Hause
freuen ...
'Die Mütter' - Carola: Die Kinder sind ja wirklich von Anfang
an kleine Persönlichkeiten. Und dabei so süß und kuschlig
- natürlich nicht nur. Die haben unser Leben echt verändert.
Aber am "Die Mütter-sein" fand ich spannend festzustellen,
dass es landauf, landab überall Mütter gibt, die uns nach einem
Konzert sagen: "Ja, genau so ist es bei mir auch!"
GM: Welche Aufgabe als Mutter ist am unpopulärsten?
'Die Mütter' - Thea: Mit meinem Sohn Hausaufgaben machen,
wenn er absolut keinen Bock hat.
'Die Mütter' - Carola: Zum 586433-sten Mal die Küche
aufräumen!
'Die Mütter' - Margarete: Undefinierbare Krempelberge durchzusortieren
und den jeweiligen Mitbewohnern den Besitz ins Zimmer nachzutragen. Und
das hält dann ungefähr 'ne halbe Stunde ...
GM: Welchen Tipp würdet ihr einer jungen
Mutter geben, worauf sollte sie (neben 1000 anderen Sachen) ganz besonders
achten?
'Die Mütter' - Thea: 1. Das mit dem Sab Simplex kann man getrost
vergessen - junge Mütter wissen, was ich meine ...
2. In Afrika gibt es eine Vogelmutter (Namen hab ich vergessen), die lässt
sich zum Brüten von ihrem Männchen in einer Baumhöhle zuspachteln,
bis nur noch ein Schlitz für die Nahrungsübergabe bleibt. Und
dann reißt sie sich aus Platzgründen und damit das Nest auch
schön weich ist, alle Federn aus; also, das finde ich persönlich
- selbst im übertragenden Sinne - etwas übertrieben. Meine Kinder
signalisieren mir, dass sie glücklich sind, wenn es mir auch gut
geht ...
'Die Mütter' - Margarete: Apropos "Sab Simplex":
Auch die Installation eines Föhns auf ein Mikrofonstativ, um den
von Blähungen geplagten Babybauch konstant warm anzupusten, ist total
schwachsinnig! (Ohne Quatsch jetzt, wir haben ALLES versucht ... )
'Die Mütter' - Carola: Bei anderen, die es anscheinend gut
machen, genau hingucken. Feststellen, was da gut ist, und daraus für
sich lernen.
GM:
Was habt ihr von euren Müttern gelernt?
'Die Mütter' - Thea: Kreativ sein, nach Lösungen suchen,
Mitgefühl für andere haben.
'Die Mütter' - Carola: Ich habe natürlich unendlich viel
von ihr gelernt. Zum Beispiel das Durchhalten, auch wenn's schwierig wird,
und das Genießen von Kunst und Kultur.
'Die Mütter' - Margarete: Das ist schwer in einige Sätze
zu fassen. Meine Mutter hat sich Zeit für Menschen genommen, die
zu ihr kamen. Sie konnte sehr gut zu- und hinhören und hat andere
oft ermutigt. Eigenschaften, die ich sehr schätze und noch lerne
...
GM: Habt ihr irgendeinen tieferen Wunsch
oder ein bestimmtes Ziel mit eurem "Mütter"-Programm?
'Die Mütter' - Thea: In jedem noch so albernen Song steckt
ein Körnchen Wahrheit. Und wenn Menschen aus vollem Herzen lachen
oder wenn sie auch mal eine Träne der Bewegtheit verdrücken
- beides bringt etwas in Bewegung. Und das wollen wir: Menschen bewegen.
Sie dazu bewegen, sich über ihr Leben zu freuen, Festgefahrenes zu
hinterfragen, Vergrabenes aufzudecken oder auch Neues anzupacken. Und
letzten Endes schreiben wir die Lieder über und für uns selbst
...
GM: Nachdem ihr ja mit dieser CD die ersten
Jahre des "Mutterseins" verarbeitet habt, dürfen wir uns
dann in spätestens 5 Jahren auf eine neue Produktion freuen, die
eure Erlebnisse mit pubertierenden Teenies verarbeitet?
'Die Mütter': Hm, mal gucken, ob wir in der Lebensphase überhaupt
Zeit fürs Schreiben finden. Ansonsten gibt´s uns dann als "Die
Großmütter" - ist ja auch 'ne Marktlücke ...
GM: Vielen Dank für dieses Gespräch.
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