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CCM-Rezis Exklusiv-Interview:

Auf der Suche nach Liedern, die die Wahrheit in packender Weise ausdrücken

Kevin Twit, der Gründer von Indelible Grace Music, im Gespräch

Indelible-Grace-Gründer Kevin Twit (Dies ist eine Übersetzung.
 Die englische englisch / Englisch Originalversion findet sich hier...)

Kevin Twit, reformierter Campus-Pfarrer an der Belmont-Universität in Nashville, ist der Gründer von Indelible Grace Music, einem weit ausstrahlenden Projekt innerhalb der New-Hymns-Bewegung. Zusammen mit einer Gruppe junger Nashviller Musiker hat er bis jetzt vier CDs mit Neuvertonungen alter Gemeindelieder (Hymnen) veröffentlicht: "Indelible Grace", "Pilgrim Days", "For All the Saints" und zuletzt "Beams of Heaven". Hier erzählt Kevin Twit, wie es zu seiner Hymnen-Begeisterung kam und was alte Gemeindelieder jungen Christen heute bedeuten können.

Monica Seidler: Kevin Twit, kannst du uns einen Einblick in die Geschichte und Vision von Indelible Grace Music geben?
Kevin Twit: Das Projekt entstand aus meiner Liebe für alte Bücher und Musik und aus meiner Arbeit als Pfarrer mit College-Studenten. Leute wie James Ward und Scott Roley brachten mich auf die Idee (beide haben alte Kirchenlieder neu vertont), ebenso ein paar andere aus den RUF-Kreisen [Reformierte Uni-Gemeinschaft, Anm. d. Red.], die Neuvertonungen von Gemeindeliedern gemacht hatten. Ich erfuhr, dass eine RUF-Gruppe aus Auburn eine CD mit einigen der Hymnen, die wir in RUF-Kreisen sangen, am Machen war. Da hatte ich das Gefühl, dass wir bei meinem Hintergrund als Aufnahmetechniker und mit den talentierten Studenten, die damals in unserer Gruppe waren (Sandra McCracken, Brian Moss, Matthew Smith, Katy Bowser etc.), aber auch mit andern Nicht-Studenten, die mit uns zusammen waren (Matthew Jones, die Jungs von Jars of Clay), eine CD machen könnten, die den Leuten eine gute Kostprobe davon geben würde, wie diese Musik klingen könnte. Warum wir machen, was wir machen, geht, denke ich, aus meinem Klappentext auf der ersten IG-CD hervor – oder unter igracemusic.com.

Monica: Wieso der Name "Indelible Grace"?
Kevin: Er stammt aus einer Zeile in "A Debtor To Mercy Alone", einem Gemeindelied von Toplady auf unserer ersten CD: "Meinen Namen wird die Ewigkeit nicht aus Seiner Handfläche ausradieren, er bleibt Seinem Herzen eingeprägt, in den Zeichen unauslöschlicher Gnade."


Projekt / Various - ''indelible grace IV - beams of heaven''Monica: Sandra McCracken erwähnte in unserem Interview letzthin, dass du (unter anderen) sie mit der Wahrheit und dem Wert alter Gemeindelieder vertraut gemacht hast. Hast du schon immer Hymnen gemocht?
Kevin: Nein. Ich wuchs in einer Episkopalkirche auf, wo man Hymnen sang. Danach war ich während meiner College-Jahre in verschiedenen Kirchen, einige sangen alte Gemeindelieder, andere nicht. Meine Liebe zu Hymnen wuchs während der neunziger Jahre, als ich über mein Sammeln alter Bücher auf ein paar alte Gesangbücher stiess, eines von den Southern Presbyterians aus dem 19. Jh. und die John-Rippon-Sammlung (eine berühmte Liedersammlung der englischen Baptisten aus dem frühen 19. Jh.). Irgendwann las ich diese durch und fand in der Rippon-Sammlung einige erstaunliche Verse, die Anne Steele zugeschrieben werden, zum Beispiel "Dear Refuge". Ich wollte sie mit meinen Studenten zusammen singen, und weil die Gesangbücher keine Noten hatten, musste ich mir dafür einige Melodien einfallen lassen.

Monica: Wo suchst du nach solchen alten Gemeindeliedern und Liedtexten? Ich denke, dass "alt" nicht dein einziges Kriterium ist ...
Kevin: Ich habe mittlerweile Hunderte von Büchern über Hymnen und Hymnen-Sammlungen und schaue ständig nach guten Texten aus. Ja, ich suche solche, die die Wahrheit in packender Weise ausdrücken.


IG Tour 2006 - Jeremy CasellaMonica: Ich staune über das breite Spektrum an Emotionen und Themen, das diese Lieder abdecken. Sie sprechen klar von Jesu Blut, dem Teufel, Versuchung, Verzweiflung, Sünde und erwägen so den Preis der Errettung, unserer Gerechtigkeit in Christus, Gottes Gnade und Liebe. Es sind nicht einfach fröhliche Lobpreis-Refrains, wie man sie heute oft hört. Wie reagieren deine Studenten darauf? Kommen diese Hymnen ihrer Erfahrung und ihrem Glauben immer noch nahe?
Kevin: Meine Studenten haben sie wirklich lieben gelernt, weil sie Lieder suchen, die ihnen dabei helfen, das ganze Spektrum an Emotionen auszudrücken, die mit dem Christenleben verbunden sind. Sie mögen im Allgemeinen keine verwässerten Lieder.

»... Ich erlebte, wie ich die alten Gemeindelieder und die Idee, sie in neue (und sehr schöne) Musik zu packen, lieb gewann. Die Worte sind so tiefgründig und voller Wahrheit, dass man nicht anders kann, als zerbrochen zu werden. Das Singen von Hymnen hat mein Leben ernsthaft verändert. Und es hat mich vom Frust befreit, den ich bei oberflächlichen Liedtexten fühlte, die sich darauf konzentrieren, wie ich über Gott fühle – was ja immer wieder ändert. Hymnen haben es mir möglich gemacht, meine Anbetung auf das Evangelium zu konzentrieren, was mich wiederum dazu bringt, den Gott zu lieben, den ich abzulehnen und vor dem ich davonzulaufen neige.« (Feedback einer RUF-Studentin, November 2002)


IG Tour 2006 - Leadsänger Matthew SmithMonica: Stösst ihr auf Bedenken, weil ihr beliebte Kirchenlieder in modernen Folk- und Rock-Sound überträgt?
Kevin: Einige haben uns vorgeworfen, dass der Musikstil, den wir brauchen, für den Gottesdienst unpassend sei. Aber ich denke, dass sie da falsch liegen, und habe eine kleine Abhandlung mit Gedanken zum Musikstil auf unserer Homepage, wo ich diese Bedenken anspreche.

Monica: Wie führt ihr diese Lieder auf? Da stand was von einer Tourband ...
Kevin: Wir singen diese Lieder an unseren RUF-Treffen mit ziemlich spärlicher Begleitung, normalerweise nur mit ein paar Gitarren und vielleicht etwas Hand-Schlagzeug. Ich leite gelegentlich die Anbetung in Gemeinden und setze dann ein paar Instrumente mehr ein. Matthew Smith leitet eine feste Tourband und gibt auch Solo-Hauskonzerte.

Monica: Hast du einen Lieblingssong in diesem Projekt?
Kevin: Ich liebe immer noch "Dear Refuge Of My Weary Soul". Es ist mein Lieblingstext, und ich liebe die Darbietung von Sandra auf unserer ersten CD. Ich mag auch Matthew Jones' Performance von "Thou Lovely Source" sehr, und ich liebe die Aufnahme von "Lo, He Comes" auf der dritten CD. Es sind wirklich zu viele, um sie aufzuzählen. Ich höre mir diese CDs immer noch die ganze Zeit an, ich habe echt an allen Freude, und sie sind alle etwas Besonderes, weil dies alles Freunde von mir sowie derzeitige und ehemalige Studenten sind, die mitwirken.

Monica: Kevin Twit, vielen Dank, dass du uns diesen Einblick gegeben hast!



—Interview: Monica Seidler für CCM-Rezis, 10. April 2006

Mehr Infos zu Indelible Grace Music unter www.igracemusic.com


Erscheinungsdatum online:
21. April 2006.
Redakteur(e): Monica Seidler für CCM-Rezis. Copyright bei der Verfasserin und Kevin Twit. Konzert-Schnappschüsse von Matthew Smith.

weitere Rezensionen – siehe "Indelible Grace"-Projektseite >>
 


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