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»Mein Ziel ist es, sowohl in meinen Liedern wie auf der Bühne andern gegenüber ehrlich zu zeigen, wer ich bin«

JJ Heller im Interview mit CCM-Rezis über ihr neues Album

(German / DeutschDies ist eine Übersetzung, englische Originalversion hier...)

JJ Heller Schon mit ihrem Debüt "Songs That I Know" (2004) hat mich JJ Heller begeistert. Zusammen mit ihrem Mann Dave schreibt sie ehrliche, zum Nachdenken anregende Lieder über Glaube, Liebe und Erlösung, die spürbar zu den Herzen ihrer Zuhörer sprechen. Auch ihr neustes Album, "The Pretty and The Plain", ist ein feines Kunstwerk aus Klang und Poesie. Im E-Mail-Interview mit CCM-Rezis erzählt sie mehr zu ihren neuen Liedern, ihrer künstlerischen Vision und zu ihrem Umzug nach Nashville ...

Monica Seidler: JJ Heller, was ist der Antrieb hinter deinem Liederschreiben, Singen und Konzertegeben?
JJ Heller: Ich weiss, es klingt klischiert, aber wenn ich Lieder schreibe und sie andern vorsinge, habe ich das Gefühl, dass ich das tue, wozu ich erschaffen worden bin. Mein Ziel ist es, sowohl in meinen Liedern wie auf der Bühne andern gegenüber ehrlich zu zeigen, wer ich bin. Ich habe erkannt, dass man nicht darauf hören wird, was ich zu sagen habe, wenn man mir nicht vertraut. Es ist mein Gebet, dass Gott diese Lieder gebraucht, um Menschen, die sich allein fühlen, Heilung zu bringen und die zur Selbstprüfung anzuregen, die denken, bei ihnen sei alles in Ordnung. Obendrein liebe ich es einfach, auf diese Art meinen Lebensunterhalt zu verdienen!

JJ Heller - ''the pretty and the plain''Monica: Es fasziniert, wie jedes deiner bisherigen Alben eine eigene Klanglandschaft und Stimmung verbreitet. "The Pretty and The Plain" überrascht mit einigen tollen neuen Nuancen in deinem akustisch orientierten Folk-Rock-Stil. Welches sind deine musikalischen Wurzeln? Und was hat dich in letzter Zeit beeinflusst?
JJ: Ich bin mit der Musik von Keith Green, Amy Grant und den Beatles (was für eine Kombination!) aufgewachsen, aber letzthin habe ich sehr viel Ray LaMontagne, David Gray, Patty Griffin und Feist gehört. Wir wollten, dass sich dieses Album eine Spur versponnen anfühlt. Und ich finde, das schafft ein gutes Gegengewicht zu den gelegentlich bedrückenden Themen der Lieder. Es hat jede Menge feine, schrullige Klänge (danke, Mitch Dane!), sie haben das Album echt bereichert. Zuerst hatten wir Bedenken, dass die Leute das zu schräg finden könnten, aber es scheint nun, dass alle die Verspieltheit daran geniessen.

Monica: Deine Lieder sprechen oft von Gebrochenheit, Liebe und Erlösung. Woher nimmst du die Gewissheit, dass Gott gut ist, auch wenn unsere Tage "voller Probleme sind"?
JJ: Er hat sich immer und immer wieder bewiesen, sowohl in meinem Leben wie auch im Leben der Menschen, die ich liebe. Immer, wenn ich ihn in Frage zu stellen beginne oder zu sorgen anfange, muss ich mir einfach all die Geschichten in Erinnerung rufen, die ich darüber gehört habe, wie Gott für uns sorgt. Wenn mich Jesus so sehr liebte, dass er für mich starb, so wird er ganz gewiss das Werk, das er in meinem Leben begonnen hat, zu Ende führen.

JJ Heller Monica: Welche Erlebnisse stecken hinter "Why Is It Colder" und "Have Mercy on Me"?
JJ: "Why Is It Colder" ist stark von der Geschichte "The Giving Tree" [dt. "Der freigebige Baum"] von Shel Silverstein beeinflusst. Die Geschichte erzählt von einem Baum, der einen Knaben so sehr liebhatte, dass er ihm am Schluss alles gab, was er hatte: von den Äpfeln über die Blätter bis zu seinem eigenen Holz. Ich denke, wir alle haben Beziehungen dieser Art in unserem Leben, wo wir einem Menschen, den wir liebhaben, geben und geben, ohne dass jener recht weiss, wie er uns zurücklieben kann.

"Have Mercy" ist ein extrem persönliches Lied über meinen Kampf mit Ängstlichkeit und Panikattacken. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas "normalen" Menschen passieren könnte, aber ich lebe nun schon seit etwa fünf Jahren damit. Ich habe gewiss nicht darum gebeten oder dies je gewünscht, und doch lässt Gott es zu. Ich habe zu ihm gebetet, er möge es wegnehmen, aber die Antwort, die ich bis jetzt von ihm erhalten habe, ist dieselbe Antwort, die er dem Apostel Paulus gab: Seine Gnade genügt mir. In alldem habe ich viel darüber gelernt, wer Gott ist ... dass es ihm nicht darum geht, mir angenehme Gefühle zu verschaffen. Es geht ihm um mein Wachstum, daran ist er interessiert. Es ist mir schmerzlich klar geworden, dass ich dieses Leben nicht im Alleingang durchstehen kann. Ich weiss auch, dass Gott nicht einfach droben im Himmel sitzt und aus der Ferne zusieht, wie ich leide. Nein, er ist gleich hier, er weint mit mir.

Monica: Wieso heisst das Album "The Pretty and The Plain"?
JJ: Wir wollten die Tatsache hervorstreichen, dass Jesus, als er auf der Erde war, eine Menge Zeit mit den Aussenseitern der Gesellschaft verbrachte. Er zeigte Güte gegenüber Prostituierten und Zöllnern und Liebe gegenüber Aussätzigen, die seit Jahren nicht berührt worden waren. Jesus hat ein Herz für die gebrochenen Menschen, weil sie sehen und fühlen können, dass sie ihn nötig haben. Nur wenn wir in seiner Liebe leben, können wir wirklich frei sein.

JJ HellerMonica: Es freut mich, dass auch ein Lied zu hören ist, das du zusammen mit der kanadischen Sängerin-Songwriterin Jaylene Johnson geschrieben hast. Wie kam es dazu?
JJ: Dave [JJs Mann] und ich schrieben zusammen mit unserer kanadischen Freundin Jill Paquette ein Weihnachtslied (namens "Christmastime"). Jill schlug vor, wir sollten mit ihrer Freundin Jaylene Kontakt aufnehmen und uns zu einer gemeinsamen Liederschreib-Sitzung verabreden, solange sie in Nashville sei. Wir hatten "The Pretty and The Plain" bereits abgemischt und gemastert, daher liessen wir uns ohne spezielle Erwartungen auf die Session ein. Wie es das Schicksal (oder soll ich sagen: Gott) wollte, schrieben wir schliesslich "Grow" und wussten sogleich, dass wir ins Studio zurückkehren und dieses Lied dem bereits fertig gestellten Album hinzufügen mussten. Nun ist es der erste Track auf dem Album, und die CD wäre ohne ihn unvollständig.

Monica: Was soll euer Publikum von einem eurer Konzerte nach Hause nehmen?
JJ: Wir möchten, dass unser Publikum Spass hat, dass es unsere ungezwungene Art geniesst. Aber wir wollen unsere Zuhörer auch dazu anspornen, sich Gedanken darüber zu machen, wer sie sind und was sie glauben.

JJ und Dave HellerMonica: Und wie war euer Umzug nach Nashville? Ich habe den Eindruck, dass ihr der Square Peg Alliance nahesteht, nicht?
JJ: Nashville hat unserem Songwriting und unserem musikalischen Können sehr gut getan. Wir wurden hier mit einem erstaunlichen Niveau an Talent konfrontiert, und es hat uns dazu inspiriert, alles daranzusetzen, unsere Kunst ständig zu verbessern und zu verfeinern. Wir sind mit vielen Mitgliedern der Square Peg Alliance befreundet, und es ist uns eine Ehre, dass wir so grossartige Leute kennen dürfen. Wir hoffen, dass wir in Zukunft vermehrt mit ihnen an Konzerten auftreten werden.

Monica: Gibt es sonst noch etwas, was du uns mitteilen möchtest?
JJ: Wenn ihr einen kleinen Einblick in unser Leben erhalten möchtet, dann schaut doch mal unter jjheller.com in unsere Video-Journale rein!

Monica: Herzlichen Dank, JJ Heller, für deine Musik und dafür, dass du dir Zeit für unser Interview genommen hast!



— Monica Seidler für CCM-Rezis, November 2007

Erscheinungsdatum online:
15.11.2007
Redakteur(e): Monica Seidler für CCM-Rezis. Copyright bei JJ Heller und der Autorin, Fotos von Dave Heller. Übersetzung von M. Seidler.

weitere Infos & Rezensionen – siehe JJ-Heller-Künstlerseite >>
 


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