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"Ich
glaube nicht, dass wir Songwriter Lieder 'schreiben'. Wir 'schreiben sie
nur auf'."

Lothar Kosse im Gespräch
Der
Kölner Gitarrist und Sänger Lothar
Kosse ist Kennern der deutschen Lobpreis-Szene seit vielen Jahren
ein Begriff. Seine weit verbreiteten Lieder sind sind in vielen Kreisen
Bestandteil der christlichen Nachwuchsgeneration. Ralf Hermann hat mit
ihm über sein neues Album "zieh
mich höher" gesprochen. (Hinweis: Das Interview wurde von
Gerth Medien zur Verfügung gestellt.)
Frage, Ralf Hermann: Endlich erscheint wieder eine neue Platte von
dir mit dem Titel "zieh mich höher". Willst du hoch hinaus
oder warum dieser Titel?
Antwort, Lothar Kosse: Der CD-Titel geht auf den Titelsong "Zieh
mich höher" zurück. Darin beschreibe ich alles, was höher
gezogen werden will. Ein kleines Kind, ein Stein am Meer, ein Blatt im
Wind. Das ist ein Sinnbild für die ganze Schöpfung, die sich
nach Freiheit und Erlösung von Vergänglichkeit sehnt. Und letztlich
ein Bild für uns, die wir uns nach der Liebe unseres Vaters im Himmel
sehnen. Ich spiele diesen Song immer am Anfang unserer Konzerte und mag
ihn sehr.

"Manchmal ruft Gott: 'Pass bitte auf, das ist ein schönes Lied,
mach es nicht kaputt.'"
Ralf Hermann: Ein anderes Lied trägt
den Titel "Du bist ein wunderbarer Hirt". Du hast es bereits
bei verschiedenen Gelegenheiten gespielt. Wie ist dieses Lied entstanden?
Lothar Kosse: Das ist ein kleines, schlichtes Lied, in dem es um
den Psalm 23 geht. Ich hatte die Melodie im Kopf und das Bild eines überreich
gedeckten Tisches, zu dem ich eingeladen bin. Ich kann gar nicht genau
sagen, wie, aber irgendwie kam beides zusammen, und da war das Lied. Ich
habe es mit meinem Freund Bernd-Martin Müller oft gesungen.

Eigentlich glaube ich nicht, dass wir Songwriter Lieder "schreiben",
wir "schreiben sie nur auf". Wir entdecken sie im Lärm
dieser Welt und graben sie dann aus. Manchmal geht es schnell und manchmal
dauert es sehr lange, weil sie sehr zerbrechlich sind. Manchmal zerstören
wir sie auch, weil wir nicht behutsam genug sind. Und dann ruft Gott:
"Pass bitte auf, das ist ein schönes Lied, mach es nicht kaputt."
Oder er sagt: "Du musst weiter graben, das Lied ist größer,
du hast erst ein kleines Stück davon entdeckt." So geht es mir
meistens. Aber dieses Lied ließ sich gut ausgraben.

"Wir machen manchmal Sachen zu schnell, und dadurch verlieren sie
an Bedeutung."
Ralf
Hermann: Welcher Titel der neuen CD ist dein persönlicher Lieblingssong?
Lothar Kosse: Ich kann nicht wirklich sagen, welches mein Lieblingssong
auf der CD ist, aber ich kann sagen, dass ich sie alle sehr mag. Wir haben
fast alle Songs auf unseren Konzerten sehr oft live gespielt, und als
ich dann mit der Band ins Studio ging, war es wie ein gelungenes Elfmeterschießen:
jeder Schuss ein Treffer. Damit meine ich das Gefühl, das man hat,
wenn es richtig ist. Es fühlt sich einfach sehr gut an, wenn du merkst,
dass du nicht nur irgendein weiteres Lied aufnimmst. Sondern ein Lied,
das aufgenommen werden muss. Das ist ein riesiger Unterschied. Und natürlich
auch ein Riesenspaß. Und ich hoffe, man hört, was für
einen Spaß wir beim Aufnehmen hatten.

Ich habe einfach eine tolle Band. Die Jungs sind Kämpfer. Die kriegst
du nicht klein gespielt. Da ich recht lange mit der CD gewartet habe,
wurde ich manchmal richtig unruhig. Ich wollte sie schon ein Jahr früher
aufnehmen, aber irgendwie hat Gott das anders gesehen, und ich glaube,
das war gut so. Wir machen manchmal Sachen zu schnell und dadurch verlieren
sie an Bedeutung.
Ralf Hermann: Du bist ja unter anderem wegen
der "Cologne Worship Night" oft in Köln. Was kannst du
dort sonst noch empfehlen? Wo sollte man unbedingt mal gewesen sein?
Lothar Kosse: Meistens schaut man sich in Köln ja den Dom
an. Da gibt es aber neben dem Dom noch ein kleines Ausgrabungsmuseum:
die Domschatzkammer. Da kann man sich all die archäologischen Schichten
der Bebauung des Domplatzes von der Römerzeit bis heute anschauen.
Und wen Geschichte nicht interessiert, für den gibt es auf der anderen
Rheinseite in Deutz ein sehr gutes mexikanisches Restaurant: "Cafe
Especial". Und natürlich die "Cologne Worship Night"
im E-Werk dürft ihr auf keinen Fall verpassen.
Ralf Hermann: Du hast ja neben zwei Söhnen
auch noch eine liebe Frau. Hilfst du eigentlich auch zu Hause bei der
Hausarbeit?
Lothar Kosse: Das hört sich nach einer "Brigitte"-Frage
an. Das heißt vorsichtig sein. Na ja, ich tue, was ich kann. Ich
bin meistens für die gröberen Aufräumarbeiten nach dem
Essen verantwortlich. Und ich trage keine Hemden mit Krawatte, weshalb
ich auch nicht bügeln muss. Eine gute Idee, wie ich finde. Aber wenn
ich etwas im Haushalt mache, bin ich sehr schnell.
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