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Upon This Rock: Petra - eine Band wie ein Fels

Petra im Interview

Petra 2005Es gibt heutzutage nur wenige Bands, die es länger als 10 Jahre schaffen, im Musikgeschäft zu bleiben. Viele verschwinden ca. 2-3 Jahre nach einem furiosen Auftritt von der Bildfläche. Und wer spricht schon von 33 Jahren ... (Hinweis: Das Interview ist eine deutsche Übersetzung und wurde von Gerth Medien zur Verfügung gestellt.)


Ja, wer spricht schon von 33 Jahren erfolgreicher Musikarbeit? In punkto Standhaftigkeit erfreuen Petra schon lange ihre Fans – und beeindrucken dazu ihre Kritiker. Mit ihrem Abschied von der Bühne geht eine Rock-Ära zu Ende.

Bei ihrer Musik weiß man, was man hat! Und das seit ihrer Gründung 1972. Und obwohl es in der Zwischenzeit zu diversen personellen Wechseln innerhalb der Band kam, gelang es den Jungs, ein glaubhaftes Profil zu bewahren. Unabhängig davon, wer da gerade für Petra auf der Bühne stand, oder welchen Musikstil sie gerade draufhatten. Ihr Grundkonzept stand fest: Sie hatten sich einem Ziel verschrieben: Ihren Zuhörern Jesus Christus vorzustellen.

Während ihrer Karriere landete die Band in der "Gospel Music Hall of Fame", verkaufte mehr als 7 Millionen Platten und bekam 4 Grammy-Auszeichnungen und 10 Dove-Awards.

Kürzlich wurde es amtlich: Petra hören auf. Aber nicht ohne sich angemessen von ihren Fans zu verabschieden. Eine Zusammenfassung der erfolgreichen Jahre und ihre besten Songs zeigte die vergangene "Farewell-Tour" mit CD und DVD.

Im Interview erzählen John Schlitt (Sänger der Band seit 1986) und Gitarrist Bob Hartmann (Gründungs-Mitglied) einige Geschichten: Über 33 Jahre Petra, über den Grund, warum sie aufhören und sie geben Tipps für die
nächste Generation.

Petra 2005Frage, Andy Argyrakis (AA): Zu Beginn Eurer Bandgeschichte, wie haben die Christen auf eure Musik reagiert?
Antwort, Petra - Bob Hartmann: Am Anfang haben wir uns regelrecht wie Außenseiter gefühlt! Als wir anfingen, zur GMA zu gehen (Anmerkung: jährlich stattfindende Musikmesse für christliche Musik in den USA), war das Feld überlaufen mit "Southern Gospel"-Vertretern.

Antwort, Petra - John Schlitt: Moderne christliche Musik gab es erst seit Sandy Patt, Larnelle Harris und Evie. Unser Musikstil wurde als eine Art Randerscheinung empfunden – es war ganz nett, aber eben nicht das Richtige. Und ganz ehrlich: Man wollte sich eigentlich nicht länger mit uns beschäftigen.

Das änderte sich schlagartig, als wir den Dove Award bekamen als "Beste Gruppe des Jahres". Das war ein echter Durchbruch, denn bis zu dieser Zeit gab es noch keine Rockgruppe, die jemals eine solche Auszeichnung verliehen bekam. Noch dazu mit Rockmusik. Zeitgemäße Musik war dann zwar auch im christlichen Bereich im Kommen, nicht aber Rockmusik!

AA: Worin seht ihr die Ursache für die lange Lebensdauer von Petra – in einem Umfeld, in dem es unzählige Angebote an Bands und Musikstilen gibt?
Petra - Bob Hartmann: Es war früher durchaus üblich, dass christliche Bands viele Jahre am Stück präsent waren. Heute ist das anders. Viele Künstler werden für kurze Zeit gepusht und wenig später ist ihre Karriere schon wieder vorbei. Das beunruhigt mich! Wir benehmen uns damit fast schon so, wie es in der säkularen Szene schon lange üblich ist.

Als wir damals anfingen, ging es hauptsächlich auch darum, geistlich etwas zu bewegen. Es gab Plattenfirmen, die sich wirklich Gedanken darüber machten, ob du dem Publikum etwas mitgeben kannst, das weiter hilft. Sie machten sich Gedanken darüber, ob das, was du tust aus einer geistlichen Motivation heraus kommt.

Ich sage nicht, dass heute in der christlichen Musikbranche keiner mehr auf solche Werte achtet. Und doch: Selbst wenn die Motivation der Bands stimmt – viele werden von anderen Sachen überrollt. Es geht heute viel mehr um äußere Dinge als früher.

Petra 2005AA: Eure Texte hatten durchweg christliche Inhalte. Warum?
Petra - John Schlitt: Der einzige Grund, warum wir Petra als Band formiert haben, war der geistliche Aspekt. Wenn du anfängst, in den "Vollzeitlichen Dienst" zu gehen – dann geht das an deine Substanz und an die Grundlagen deines Lebens.

Dabei war mir der Satz von Jesus total wichtig: "Wenn du lauwarm bist, werde ich dich ausspucken". Ich will ehrlich gesagt nicht aus Gottes Mund ausgespuckt werden. Definitiv nicht! Ich will absolut brennen für Jesus. Ich will für meinen Glauben geradestehen – auch wenn das Nachteile und Kritik von anderen mit sich bringt. Alles ist mir lieber, als "lauwarm" zu sein, sodass keiner merkt, was Gott dir bedeutet.

Petra - Bob Hartmann: Ich habe nicht im Traum an die Möglichkeit gedacht, von Christen dafür kritisiert zu werden, dass man die christliche Botschaft zu sehr betont. Aber es kam so!
Weitere Kämpfe mussten aber auch mit der "Welt" ausgetragen werden. Sie spielten uns nicht im Radio mit der Begründung, dass unsere Aussagen zu konfrontativ seien.

AA: Und doch wurdet Ihr dann irgendwann auch von der säkularen Szene gefeiert! In den 80ern und den frühen 90ern. Da seid Ihr durch große Arenen und Stadien getourt ...
Petra - Bob Hartmann: Ich würde das nicht als Erfolg in der säkularen Szene bezeichnen. Wir haben große Touren gespielt, weil wir Massen angezogen haben. Wir brauchten einfach Platz. Und das wiederum hat, so glaube ich, viel für die christliche Musik insgesamt bewirkt. Menschen im Musikgeschäft haben Respekt davor, wenn du Massen bewegst. Auch wenn die Inhalte nicht dem entsprechen, was sie selbst glauben.

AA: Was waren die bedeutungsvollsten Momente in Euer Karriere?
Petra - John Schlitt: Für mich war es die gemeinsame Tour mit Josh McDowell. Dabei waren die Songs von "on fire!", die erste "Petra Praise"-CD und Teile von "Beyond Belief". Diese Tour dauerte fast eine Ewigkeit. Sie ging von 1988 – 1990, weil die Leute das Programm immer wieder hören wollten. Es war eine sehr gesegnete Zeit. Bei jedem Auftritt waren die Gänge randvoll mit Menschen, die nach vorne kommen wollten, um ihr Leben Jesus zu geben. Als christlicher Musiker die Möglichkeit zu haben, zusammen mit Josh McDonald für den Herrn da zu sein, war eine einmalige Erfahrung und eine große Ehre!

Petra 2005AA: Erzählt uns etwas über Eure Preise und Auszeichnungen ...
Petra - John Schlitt: Ich glaube, unser "Beyond Belief"-Jahr (1990) war ein sehr gutes Jahr! Da haben wir einen Grammy und 4 von 5 Dove-Awards gewonnen. Und fast jeder fragte dann: "Sind euch solche Auszeichnungen wirklich wichtig?" "Unbedingt!", sage ich. Besonders der Grammy hat uns viele Türen geöffnet, mit denen wir nie gerechnet hätten, wie z. B. Auftritte bei säkularen Stationen.

AA: Nach allem, was ihr bewirkt habt, plus einer starken Fan-Base: Warum hört Petra auf?
Petra - Bob Hartmann: Die einfachste Antwort ist wohl, dass wir das Gefühl haben, dass die Zeit gekommen ist. Die Leute, die von uns inspiriert wurden, sind jetzt selbst Pastoren, Jugendmitarbeiter oder Missionare. Die Menschen, die wir beeinflusst haben, haben jetzt selbst "den Absprung geschafft".

Petra - John Schlitt: Die heutige Generation hat ihre eigenen Bands und mit diesem Stil mitzuhalten wäre für uns irgendwie nicht natürlich. Wir hatten unsere Zeit und unseren Platz und wir danken Gott dafür. Es war eine total aufregende Zeit. Und ich bin begeistert zu sehen, dass wir zwei bis drei Generationen mit unserer Musik beeinflusst haben.

AA: Welchen Rat würdet ihr Jung-Rockern oder jungen Bands mit auf den Weg geben?
John Schlitt: Wir hatten die großen Chance, mit einigen der jungen Bands zu arbeiten. Viele haben eine großartige Einstellung, hohe Ziele und den Wunsch, Jesus ähnlicher zu werden. Wenn ich solche Bands treffe, sage ich: „Leute, ihr seid ausgewählt, die Leiter eurer Generation zu sein. Jetzt habt ihr die Wahl. Es gibt zwei Wege, die euch offen stehen. Ihr könnt den Mumm haben, nach vorne zu gehen und ein leuchtendes Beispiel für Christus zu sein – oder ihr könnt ausweichen und den einfachen Weg wählen. Gott hat euch die Möglichkeit gegeben, ein Leiter im Namen Jesu zu werden. Nehmt die Herausforderung an. Freut euch an dieser Aufgabe und habt keine Angst.

Mein Anliegen ist es, sie zu ermutigen, denn von der Welt werden sie nicht ermutigt. Die Welt flüstert immer wieder das Wörtchen „Kompromiss“. Meine Güte! Wir sind doch eigentlich die Anführer - und die Welt sollte uns folgen.

AA: Was ist das Vermächtnis von Petra?
Petra - John Schlitt: Als ich neu zu Petra kam, war ich selbst ein eingefleischter Petra-Fan und seit 5 Jahren Christ. Ich entdeckte, wie tief drin ich in Fesseln jeglicher Art steckte. Ich kenne die Kraft von Rockmusik – die Kraft von Musik allgemein.

Musik zu machen für den Befreier Jesus löste in mir etwas aus, das vielleicht so klingt: "Das ist so cool, wir können die Welt verändern!" So war ich in meiner "geistlichen Jugendzeit". Ich sah vieles nur schwarz und weiß. Ich weiß heute, dass es auch viele Grau-Schattierungen dazwischen gibt. Aber ich glaube auch heute noch, dass du Mut dafür brauchst, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen. Und ein Leiter zu werden – mehr als ein Mitläufer. Sei ein Leiter im Namen Jesu, und du wirst überrascht sein, wie viel du bewegen kannst.



Das Interview führte Andy Argyrakis von ChristianityToday.com (USA).
Übersetzt und zur Verfügung gestellt von Gerth Medien, Asslar.

Erscheinungsdatum online:
9.3.2006
Redakteur(e): David Decker für CCM-Rezis

weitere Rezensionen - siehe Petra-Künstlerseite >>
 


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