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Upon
This Rock: Petra - eine Band wie ein Fels

Petra im Interview
Es
gibt heutzutage nur wenige Bands, die es länger als 10 Jahre schaffen,
im Musikgeschäft zu bleiben. Viele verschwinden ca. 2-3 Jahre nach
einem furiosen Auftritt von der Bildfläche. Und wer spricht schon
von 33 Jahren ... (Hinweis: Das Interview ist eine deutsche Übersetzung
und wurde von Gerth Medien zur Verfügung gestellt.)
Ja, wer spricht schon von 33 Jahren erfolgreicher
Musikarbeit? In punkto Standhaftigkeit erfreuen Petra
schon lange ihre Fans und beeindrucken dazu ihre Kritiker. Mit
ihrem Abschied von der Bühne geht eine Rock-Ära zu Ende.

Bei ihrer Musik weiß man, was man hat! Und das seit ihrer Gründung
1972. Und obwohl es in der Zwischenzeit zu diversen personellen Wechseln
innerhalb der Band kam, gelang es den Jungs, ein glaubhaftes Profil zu
bewahren. Unabhängig davon, wer da gerade für Petra auf der
Bühne stand, oder welchen Musikstil sie gerade draufhatten. Ihr Grundkonzept
stand fest: Sie hatten sich einem Ziel verschrieben: Ihren Zuhörern
Jesus Christus vorzustellen.

Während ihrer Karriere landete die Band in der "Gospel Music
Hall of Fame", verkaufte mehr als 7 Millionen Platten und bekam 4
Grammy-Auszeichnungen und 10 Dove-Awards.

Kürzlich wurde es amtlich: Petra hören auf. Aber nicht ohne
sich angemessen von ihren Fans zu verabschieden. Eine Zusammenfassung
der erfolgreichen Jahre und ihre besten Songs zeigte die vergangene "Farewell-Tour"
mit CD und DVD.

Im Interview erzählen John Schlitt (Sänger der Band seit 1986)
und Gitarrist Bob Hartmann (Gründungs-Mitglied) einige Geschichten:
Über 33 Jahre Petra, über den Grund, warum sie aufhören
und sie geben Tipps für die
nächste Generation.
Frage,
Andy Argyrakis (AA): Zu Beginn Eurer Bandgeschichte, wie haben die
Christen auf eure Musik reagiert?
Antwort, Petra - Bob Hartmann: Am Anfang haben wir uns regelrecht
wie Außenseiter gefühlt! Als wir anfingen, zur GMA zu gehen
(Anmerkung: jährlich stattfindende Musikmesse für christliche
Musik in den USA), war das Feld überlaufen mit "Southern Gospel"-Vertretern.

Antwort, Petra - John Schlitt: Moderne christliche Musik gab es
erst seit Sandy Patt, Larnelle Harris und Evie. Unser Musikstil wurde
als eine Art Randerscheinung empfunden es war ganz nett, aber eben
nicht das Richtige. Und ganz ehrlich: Man wollte sich eigentlich nicht
länger mit uns beschäftigen.

Das änderte sich schlagartig, als wir den Dove Award bekamen als
"Beste Gruppe des Jahres". Das war ein echter Durchbruch, denn
bis zu dieser Zeit gab es noch keine Rockgruppe, die jemals eine solche
Auszeichnung verliehen bekam. Noch dazu mit Rockmusik. Zeitgemäße
Musik war dann zwar auch im christlichen Bereich im Kommen, nicht aber
Rockmusik!
AA: Worin seht ihr die Ursache für
die lange Lebensdauer von Petra in einem Umfeld, in dem es unzählige
Angebote an Bands und Musikstilen gibt?
Petra - Bob Hartmann: Es war früher durchaus üblich,
dass christliche Bands viele Jahre am Stück präsent waren. Heute
ist das anders. Viele Künstler werden für kurze Zeit gepusht
und wenig später ist ihre Karriere schon wieder vorbei. Das beunruhigt
mich! Wir benehmen uns damit fast schon so, wie es in der säkularen
Szene schon lange üblich ist.

Als wir damals anfingen, ging es hauptsächlich auch darum, geistlich
etwas zu bewegen. Es gab Plattenfirmen, die sich wirklich Gedanken darüber
machten, ob du dem Publikum etwas mitgeben kannst, das weiter hilft. Sie
machten sich Gedanken darüber, ob das, was du tust aus einer geistlichen
Motivation heraus kommt.

Ich sage nicht, dass heute in der christlichen Musikbranche keiner mehr
auf solche Werte achtet. Und doch: Selbst wenn die Motivation der Bands
stimmt viele werden von anderen Sachen überrollt. Es geht
heute viel mehr um äußere Dinge als früher.
AA:
Eure Texte hatten durchweg christliche Inhalte. Warum?
Petra - John Schlitt: Der einzige Grund, warum wir Petra als Band
formiert haben, war der geistliche Aspekt. Wenn du anfängst, in den
"Vollzeitlichen Dienst" zu gehen dann geht das an deine
Substanz und an die Grundlagen deines Lebens.

Dabei war mir der Satz von Jesus total wichtig: "Wenn du lauwarm
bist, werde ich dich ausspucken". Ich will ehrlich gesagt nicht aus
Gottes Mund ausgespuckt werden. Definitiv nicht! Ich will absolut brennen
für Jesus. Ich will für meinen Glauben geradestehen auch
wenn das Nachteile und Kritik von anderen mit sich bringt. Alles ist mir
lieber, als "lauwarm" zu sein, sodass keiner merkt, was Gott
dir bedeutet.

Petra - Bob Hartmann: Ich habe nicht im Traum an die Möglichkeit
gedacht, von Christen dafür kritisiert zu werden, dass man die christliche
Botschaft zu sehr betont. Aber es kam so!
Weitere Kämpfe mussten aber auch mit der "Welt" ausgetragen
werden. Sie spielten uns nicht im Radio mit der Begründung, dass
unsere Aussagen zu konfrontativ seien.
AA: Und doch wurdet Ihr dann irgendwann
auch von der säkularen Szene gefeiert! In den 80ern und den frühen
90ern. Da seid Ihr durch große Arenen und Stadien getourt ...
Petra - Bob Hartmann: Ich würde das nicht als Erfolg in der
säkularen Szene bezeichnen. Wir haben große Touren gespielt,
weil wir Massen angezogen haben. Wir brauchten einfach Platz. Und das
wiederum hat, so glaube ich, viel für die christliche Musik insgesamt
bewirkt. Menschen im Musikgeschäft haben Respekt davor, wenn du Massen
bewegst. Auch wenn die Inhalte nicht dem entsprechen, was sie selbst glauben.
AA: Was waren die bedeutungsvollsten Momente
in Euer Karriere?
Petra - John Schlitt: Für mich war es die gemeinsame Tour
mit Josh McDowell. Dabei waren die Songs von "on fire!", die
erste "Petra Praise"-CD und Teile von "Beyond
Belief". Diese Tour dauerte fast eine Ewigkeit. Sie ging von
1988 1990, weil die Leute das Programm immer wieder hören
wollten. Es war eine sehr gesegnete Zeit. Bei jedem Auftritt waren die
Gänge randvoll mit Menschen, die nach vorne kommen wollten, um ihr
Leben Jesus zu geben. Als christlicher Musiker die Möglichkeit zu
haben, zusammen mit Josh McDonald für den Herrn da zu sein, war eine
einmalige Erfahrung und eine große Ehre!
AA:
Erzählt uns etwas über Eure Preise und Auszeichnungen ...
Petra - John Schlitt: Ich glaube, unser "Beyond
Belief"-Jahr (1990) war ein sehr gutes Jahr! Da haben wir einen
Grammy und 4 von 5 Dove-Awards gewonnen. Und fast jeder fragte dann: "Sind
euch solche Auszeichnungen wirklich wichtig?" "Unbedingt!",
sage ich. Besonders der Grammy hat uns viele Türen geöffnet,
mit denen wir nie gerechnet hätten, wie z. B. Auftritte bei säkularen
Stationen.
AA: Nach allem,
was ihr bewirkt habt, plus einer starken Fan-Base: Warum hört Petra
auf?
Petra - Bob Hartmann: Die einfachste Antwort ist wohl, dass wir
das Gefühl haben, dass die Zeit gekommen ist. Die Leute, die von
uns inspiriert wurden, sind jetzt selbst Pastoren, Jugendmitarbeiter oder
Missionare. Die Menschen, die wir beeinflusst haben, haben jetzt selbst
"den Absprung geschafft".

Petra - John Schlitt: Die heutige Generation hat ihre eigenen Bands
und mit diesem Stil mitzuhalten wäre für uns irgendwie nicht
natürlich. Wir hatten unsere Zeit und unseren Platz und wir danken
Gott dafür. Es war eine total aufregende Zeit. Und ich bin begeistert
zu sehen, dass wir zwei bis drei Generationen mit unserer Musik beeinflusst
haben.
AA: Welchen Rat würdet ihr Jung-Rockern
oder jungen Bands mit auf den Weg geben?
John Schlitt: Wir hatten die großen Chance, mit einigen der
jungen Bands zu arbeiten. Viele haben eine großartige Einstellung,
hohe Ziele und den Wunsch, Jesus ähnlicher zu werden. Wenn ich solche
Bands treffe, sage ich: Leute, ihr seid ausgewählt, die Leiter
eurer Generation zu sein. Jetzt habt ihr die Wahl. Es gibt zwei Wege,
die euch offen stehen. Ihr könnt den Mumm haben, nach vorne zu gehen
und ein leuchtendes Beispiel für Christus zu sein oder ihr
könnt ausweichen und den einfachen Weg wählen. Gott hat euch
die Möglichkeit gegeben, ein Leiter im Namen Jesu zu werden. Nehmt
die Herausforderung an. Freut euch an dieser Aufgabe und habt keine Angst.

Mein Anliegen ist es, sie zu ermutigen, denn von der Welt werden sie nicht
ermutigt. Die Welt flüstert immer wieder das Wörtchen Kompromiss.
Meine Güte! Wir sind doch eigentlich die Anführer - und die
Welt sollte uns folgen.
AA: Was ist das Vermächtnis von Petra?
Petra - John Schlitt: Als ich neu zu Petra kam, war ich selbst
ein eingefleischter Petra-Fan und seit 5 Jahren Christ. Ich entdeckte,
wie tief drin ich in Fesseln jeglicher Art steckte. Ich kenne die Kraft
von Rockmusik die Kraft von Musik allgemein.

Musik zu machen für den Befreier Jesus löste in mir etwas aus,
das vielleicht so klingt: "Das ist so cool, wir können die Welt
verändern!" So war ich in meiner "geistlichen Jugendzeit".
Ich sah vieles nur schwarz und weiß. Ich weiß heute, dass
es auch viele Grau-Schattierungen dazwischen gibt. Aber ich glaube auch
heute noch, dass du Mut dafür brauchst, die Herausforderungen des
Lebens anzunehmen. Und ein Leiter zu werden mehr als ein Mitläufer.
Sei ein Leiter im Namen Jesu, und du wirst überrascht sein, wie viel
du bewegen kannst.
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