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»Die meisten meiner Lieblingsbücher erzählen Geschichten aus jemandes Leben«

Tara Leigh Cobble im Interview über ihr Buch und die neue CD
( Dies
ist eine Übersetzung. Englische Originalversion hier...)
Mit
einem gebrochenen Herzen, einer Gitarre, ihrer leidenschaftlichen Stimme
und Taschen voller verletzlicher Poesie trat Tara
Leigh Cobble 2001 in die unabhängige Musikszene. Diesen Herbst
veröffentlichte die in New York lebende Singer-Songwriterin ihr fünftes
Album, "Here's to Hindsight".
Den gleichen Titel trägt auch ihr Buch
mit Geschichten aus ihrem Leben. CCM-Rezis wollte mehr über dieses
schriftstellerische Wagnis, ihre neuen Lieder und ihre Verpflichtung zur
Ehrlichkeit wissen ...
Monica Seidler: Tara Leigh, wer oder was brachte dich auf den Gedanken, deine Lebensgeschichte niederzuschreiben?
Tara Leigh Cobble: Ich habe schon immer gerne geschrieben, und die meisten meiner Lieblingsbücher erzählen Geschichten aus jemandes Leben. Als "Relevant" [christliche Zeitschrift] mit der Idee an mich herantrat, ich solle ein Buch schreiben, waren wir uns einig, dass es Vignetten von der Tour, meinen Beziehungen und meinem Glauben enthalten sollte. Es war aufregend zu sehen, dass wir dieselbe Vision davon hatten, wie das Buch aussehen sollte.
Monica: Wie war das Schreiben? Hast du lange gebraucht?
Tara Leigh: Normalerweise bin ich 20 bis 25 Tage im Monat auf Reisen, was mich zu sehr in Beschlag nimmt, als dass ich da irgendwas Wesentliches schreiben könnte. Ich wusste, dass ich eine Weile das Touren aussetzen musste, wenn ich das Buch abschliessen wollte. Daher buchte ich letzten Herbst sechs Wochen zu Hause. Den Grossteil des Buchs schrieb ich in dieser Zeit. Und ich arbeitete Tagebucheinträge aus den letzten sechs Tour-Jahren mit ein. Das Vorgehen war schwierig, aber eigentlich ganz lustig! Ich hatte einen Stammplatz in meinem hiesigen Lieblings-Kaffeehaus, und dort sass ich dann zwischen 10 und 12 Stunden täglich, schrieb und trank Kaffee.
Monica:
Ist es nicht etwas unheimlich, dass deine Leser nun glauben mögen,
sie kennen dich durch und durch? Während du sie überhaupt nicht
kennst ...
Tara Leigh: Das ist klar anders als das Schreiben eines Liedes, das irgendwie vage und offen für eine Deutung sein kann. Dies sind die Geschichten, voller Wahrheit und Schmerz und Schönheit. Ich habe mir selber das Versprechen gegeben, ehrlich über meine Kämpfe und meine Sünden zu sein. Denn wenn ich versucht hätte, mich zu schützen, könnte niemand einen Gewinn aus dem Buch ziehen (und es wäre ziemlich langweilig!). Da ist ein leichtes Zögern, wenn ich auf jemanden treffe, der das Buch gelesen hat, denn er weiss ja jede Menge über meine Vergangenheit. Zum Glück waren alle, denen ich bis jetzt begegnet bin, gnädig und haben dieses Wissen in keinerlei Weise benützt, die mich verletzt hätte.
Monica: Seit ich dein Buch gelesen habe,
höre ich mir deine neue CD "Here's
to Hindsight" wie musikalische Illustrationen deiner Lebensreise
an. Hast du diese Lieder oder Texte in den vergangenen Jahren geschrieben,
oder sind sie neu?
Tara Leigh: Die meisten der Songs passen zu den Geschichten im Buch. Es sind Liedtexte, die ich schrieb, als ich das durchmachte, wovon ich im Buch spreche. Wenn du genau hinhörst, kannst du oft sagen, über wen die Lieder sind. In einem Song ist beispielsweise von einem Handkoffer die Rede; und im Buch gibt's eine Stelle, die festhält, mein Verstand sei wie ein Handkoffer. Das einfach als kleiner Hinweis für dich! Ich wollte also, dass Buch und CD zusammenpassen. Und um das zu erreichen, wählte ich sowohl Lieder, die ich kürzlich geschrieben hatte, als auch Lieder, die ich früher zu schreiben begonnen hatte.

Monica:
Dein neues Album bietet abgerundeten, weichen Folk-Pop, deine Stimme klingt
wärmer denn je. Es klingt ganz anders als die Live-Stimmung und raue
Intensität auf "Home Sweet Road" und der bald aggressive,
bald bluesige Roots Rock auf "Things You Can't Stop With Your Hands".
Eine neue Richtung?
Tara Leigh: Ja! Ich war auch überrascht! Als ich mit meinen Produzenten zusammensass, um die Richtung der Lieder zu besprechen, dämmerte mir, dass diese CD anders als alle meine andern tönen würde. Bis dahin, glaube ich, entwickelte ich mich in die gleiche Richtung, indem ich CDs aufnahm, die soundmässig gleich, aber jeweils besser als die vorherige waren. Diesmal aber haben wir wohl alle miteinander neue Wege eingeschlagen. Ich bin echt glücklich über das atmosphärische, melodische Gefühl auf der neuen CD. Und ich bin dankbar, dass ich Produzenten hatte, die mir helfen konnten, das zu erreichen.
Monica:
Was sollen die Zuhörer durch deine Musik erleben?
Tara Leigh: Dies ist ein Album über Hoffnung. Je nachdem, wo ein Zuhörer im Leben steht, mag er es für Spass, Easy Listening halten, oder es mag ihm eine Hilfe sein, um Heilung zu finden. Ich freue mich, wenn es beiden Zwecken dient.
Monica:
Magst du eins der neuen Lieder am liebsten?
Tara Leigh: Ich habe zwei Favoriten. Ich liebe "Somehow Stay" sehr, denn ich finde, dass es einen Kampf illustriert, den ich mein Leben lang hatte: zu glauben, dass Gott mich nicht hinhält und dass er immer da sein wird, die Dinge zu meinem Guten und zu seiner Ehre führen wird. Das andere Lieblingslied ist "O Beautiful", weil es mich daran erinnert, wie Gott liebevoll meine Gebete beantwortet hat. Es ist ein Lied über meine Liebe zu den Menschen und zum Wesen von New York City.
Monica:
Hat New York City seine Versprechen erfüllt und deine Erwartungen
getroffen?
Tara Leigh: New York hat alle meine Hoffnungen übertroffen. Ich hatte hohe Erwartungen, aber die Stadt ist so viel besser, als ich mir je vorgestellt hätte.
Monica: Dein nächster Schritt?
Tara Leigh: Ich toure viel, halte Vorträge in Kirchen und Colleges, und ich bin auf Interesse für ein weiteres Buch gestossen. Ich habe letzte Woche an einem neuen Buch zu schreiben begonnen. Mal sehen, was daraus wird! Ich plane auch, so lange weiterzusingen, wie Gott es erlaubt. Ich hoffe, eines Tages allmählich ins Liedermachen für andere Künstler überzuwechseln, darum verfolge ich auch dies im Moment ein wenig. Das hält mich auf Trab, aber ich liebe jeden Augenblick, und ich liebe echt all die Leute, die mir unterwegs begegnen.
Monica: Tara Leigh, herzlichen Dank für dieses Interview!
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