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All Star United

Zwischenruf:

   Warum stimmten nicht mehr Christen für NG? ab beim Grand Prix?

In ideaSpektrum vom 27. Februar 2002 (Nr. 9/2002) erschien folgender Zwischenruf zum Auftritt von normal generation? beim Grand Prix. Das ist zwar jetzt schon eine Weile her, aber die geäußerten Argumente sind nach wie vor aktuell:

» Zwischenruf:
Warum stimmten nicht mehr Christen ab?

Freude darüber, daß zum ersten Mal in der Geschichte des europäischen Schlagerwettbewerbs eine christliche Gruppe (mit evangelikalem Hintergrund) teilgenommen hat. Große Freude, daß sich sogar die Volkskirche dahinterstellte und für die Gruppe warb. Ganz große Freude, daß sie den dritten Platz erreichte - vor der berühmten Kelly-Familie. Überall in den Zeitungen war in den letzten Tagen von der "Christen-Band" die Rede. Gleichwohl muß selbstkritisch gefragt werden, wieso bei 27 Millionen Landes- und Freikirchenmitgliedern in Deutschland - darunter 1,3 Millionen Evangelikale - nicht mehr als 99.952 im ersten und 147.411 im zweiten Wahlgang telefonisch für die christliche Gruppe stimmten. Denn Werbung für die Teilnahme der Band wurde kirchliche- wie evangelikalerseits ausreichend gemacht. Stimmt es, daß viele telefonisch nicht durchkamen? Als es bei der Weltausstellung "Expo 2000" darum ging, per Telefon das Wahrzeichen zu küren, votierten 217.737 und damit 87 Prozent aller Anrufer (in einem Zeitraum von mehreren Tagen) für den von Evangelikalen betriebenen "Walfisch".

Problem: Wer hat den Text wirklich verstanden?
Daß "Normal Generation?" bei der Grand-Prix-Vorentscheidung nicht noch mehr Stimmen verbuchte, hat viele Gründe. Haben sich manche Christen geärgert, weil ein Sänger demonstrativ die Zunge rausstreckte? Vor allem aber: Engagierte Christen sind gewiß nicht die eifrigsten Zuschauer von Schlagersendungen. Was den vier jungen Leuten aber zu denken geben sollte, ist, daß auch in säkularen Zeitungen der Name der Gruppe "Normal Generation?" nicht verstanden wurde. Manche Leser vermuteten gar, das hinzugefügte Fragezeichen sei ein Tippfehler. Aber viel wichtiger dürfte sein, daß die Gruppe ihr Lied in englischer Sprache vortrug. Christen werden vornehmlich durch Inhalte überzeugt, für oder gegen etwas zu sein. Solange zwei Drittel der deutschen Bevölkerung die englische Sprache tatsächlich nicht verstehen, nützt es nichts, auf internationale Gepflogenheiten zu verweisen. Es hätten sich vielleicht mehr Christen für "ihre" Band engagiert, wenn sie den Text des Liedes hätten nachvollziehen können.

--Helmut Matthies «


Ergänzender Kommentar von David Decker:

Bereits im Jahr 2000 hat eine christliche Künstlerin am Grand Prix teilgenommen, und zwar Nina Aström aus Finnland. Sie vertrat ihr Land sogar im Finale!



Erscheinungsdatum:
9.5.2002
Redakteur: David Decker für CCM-Rezis

weitere Rezensionen - siehe normal generation?-Künstlerseite >>
 


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