Michael
W. Smith
"worship" (DVD)

( 2002 Reunion Records / Gerth
Medien )
Nach der Veröffentlichung seiner ersten Anbetungs-CD
"worship" am 11. September 2001
(!) und zwischen der Herausgabe des Nachfolgers "worship again" im Oktober
2002, gab es die visuelle Form dieses Konzepts als DVD.

Aus meiner Sicht ist die vorliegende Aufzeichnung kein typischer Mitschnitt
einer Lobpreisveranstaltung. Man sieht vielmehr ein Konzert von Michael,
wo er nur Anbetungslieder spielt. Unterstützt wird er dabei von einer
Band und einem Gospelchor, und natürlich dem Publikum! 15.000 Menschen
loben Gott im "Skyreach Centre" in Alberta in Kanada, wo der Event stattfand.

Während das Konzert rockig mit Michael
an der E-Gitarre beginnt, nimmt er danach die meiste Zeit an seinem Piano
platz und begeistert von dort aus die Massen. Man sieht und spürt deutlich,
wie er an diesem, "seinem", Instrument zu Hause ist. Besonders eindrücklich
ist es bei seinem selbstgeschriebenen Stück "Agnus Dei" (dt.: "Lamm Gottes")
- wo die Instrumente zum Schluß sogar ganz schweigen und sich ein gewaltiger
Acapella-Chor von der Bühne und den Rängen erhebt...

Die Gefahr, die ich bei diesem Konzept sehe, ist die vielfach vollführte
Menschenanbetung, die Michael und seinen Musikerkollegen entgegengebracht
wird. Dabei sollte sie ja eigentlich Gott gelten. Das pikante dabei: Es
geschieht im Prinzip ungewollt, unbewußt. Trotzdem hat diese "Hysterie
der Massen" nicht nur positive Züge. Wenn man in die Bibel schaut, findet
Anbetung vielfach im Verborgenen und in der Stille statt - ein Konzert
ist sicherlich auch kein Gottesdienst. Das ganze Dilemma wird deutlich
am Schluß von "Agnus Dei", wo eine stille Anbetung in einen rasenden Applaus
übergeht, man fragt sich nur für wen? Für den Sänger, die Band oder etwa
Gott, oder applaudiert man sich selbst für "fünf Minuten Glücksgefühl",
wo man vielleicht wie in "Trance" war? Ist das Anbetung in Geist und Wahrheit?

Neben dem Konzert gibt es übrigens noch jede Menge Bonusmaterial: Zum
einen das Making-Of der DVD, Backstage-Szenen mit Smitty, Audiokommentare
ihm und seinem Management, Werbetrailer für die DVD, Photos sowie extra
"Hidden-Features" und die Möglichkeit des 16:9 Widescreen-Formats. Die
Ausstattung läßt also auch jenseits von hervorragender Bild- und Tonqualität
nichts zu wünschen übrig; das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Fazit: Obgleich aller nachdenklichen Begleittöne ein erstklassiges Konzert
von einem ohne jeden Zweifel begnadeten Musiker, wo auf die Quelle all
dessen verwiesen wird, was diese Musik ausmacht, nämlich Gott. Wer mit
den 15.000 dieses Konzertabends einstimmen will, bekommt hiermit die Gelegenheit
dazu.
|