Sampler
/ Various:
"wOw hits 2002 - the videos" (VHS)

( 2001 Sparrow Records / Gerth
Medien )
Bereits der sechste Videosampler in der WoW-Reihe
erschien im Jahre 2001. Im fetzigen gelb-orangen Layout eingehüllt,
hat auch das Videoband selbst einiges zu bieten:

Ähnlich wie ein typisch amerikanisches Roadmovie beginnt Steven
Curtis Chapman mit seinem Hit "live out loud" den Reigen.
Danach folgt ihm die Millennium-Pop-Fraktion. Stacie
Orrico hat eine Ballade auf Lager, Nicole
C. Mullen tanzt ganz allein durch den Wald, obwohl ihr bei "call
on Jesus" ein Chor zur Seite steht. Kinderzimmer-Pop ist bei Jump5
angesagt. Eigentlich ein Verschnitt von Aaron Carter und Co. Aber na ja,
vielleicht doch ein bißchen besser. Jedenfalls können sie gut
tanzen, nur ihre Stimmen sind halt auf die Dauer doch noch etwas schwachbrüstig.
Der Videoclip sieht so "gut" aus, daß man es von weltlichen
Pendants nicht mehr unterscheiden kann. Hat Sparrow wohl extra viel Geld
reingesteckt?!
Danach sieht man bei Point Of Grace,
daß sie nun doch schon etwas in die Jahre gekommen sind. Nur: sie
rocken auf einmal, was sie bei früheren Songs sehr selten taten!
Ein durchschnittlicher, typischer CCM-Clip. Ähnlich weiter geht's
mit Plus One und "God is in this place". Ich kann mir nicht
helfen, aber diese Gruppe ist ein Backstreet Boys-Plagiat. Bei diesem
Lied hier, klingt die Stimme genauso wie bei BSB, die Harmonien sind dieselben,
auch die Melodie und das Arrangement kommen wohlbekannt vor. Einziger
Unterschied vielleicht, daß sich noch normal bewegen und nicht unnatürlich
gebärden. Und sie singen nicht vom Eros, sondern von der Liebe Gottes.
Sollte man vielleicht auch mal bedenken.

Nach dem Ausflug zu den Jungs- und Mädelsgruppen kommt mit Gospelröhre
CeCe Winans wieder etwas "echtere"
Musik zum Zug. Jaci Velásquez
schlägt danach wieder balladeskere Töne an - "adore",
einer ihrer englischen Pop-Songs. Es ist ein Anbetungslied für Jesus,
mit deutlichen Aussagen! Mit Third
Day wird es dann zum ersten Mal so richtig rockig. Sie präsentieren
"my hope is you" von ihrer live-DVD, eine tolle Aufnahme, gut
gemacht. Rebecca St. James liefert
mit "reborn" einen total fetzigen Stampfer ab. Leider paßt
die visuelle Umsetzung irgendwie überhaupt nicht zum Liedinhalt.
Wahrscheinlich soll das ganze nur durch körperliche Reize verkaufsfördernd
wirken.
Einen sehr interessanten "Clip", besser: Kurzfilm, präsentieren
Jars Of Clay mit "this road".
Das Lied stammt vom ersten
"city on a hill"-Album. Es ist eine (wunderschöne)
Hymne, die für alle verfolgten Christen auf der Welt geschrieben
wurde, um sie zu ermutigen, weiter den "schmalen Weg" zu gehen.
Die Band selbst war kurz zuvor in China gewesen, in verfolgten Untergrund-Kirchen.
Offenbar gelang es einiges von dem Filmmaterial rauszuschmuggeln.

Den zweiten live-Clip legt dc Talk
mit "since I met you" vor. Leider ist hier der Song etwas zerklüftet,
das fetzige Feeling von der CD kommt nicht so gut rüber. Switchfoot
ist für seine Verrücktigkeit bekannt und liefert einen entsprechendes
Video ab - alles in allem aber doch recht brav. Das Geschwisterpaar LaRue
singt "jaded" in die Kamera. Der Clip hätte sicher noch
mehr hergegeben, genau wie der Song. Man kennt durchaus Besseres von den
beiden.
The Elms fegen dann in Beatles-Manier
über den Bildschirm, erinnern aber soundmäßig eher an
Oasis und All Star United. Ein obercooler
Song und ein ebensolches Video, wieder in Roadmovie-Art. Beim nächsten
Track meint man vielleicht, es wäre wieder eine dieser pupertären
Mädels im Girlgroup-Sound. Doch Paige (alias Paige Lewis) schreibt
ihre Lieder selbst, und die sind echt. Genauso wie auch "power in
your hands" hier - erdiger Pop-Rock mit leichten Folk-Elementen.

So, und am Schluß folgen dann noch die zwei besten Videos des ganzen
Samplers - neben dem von The Elms natürlich ;-). Erstens sind da
nämlich die Songs erste Sahne und zweitens passen die Videos meiner
Meinung nach sehr gut ins Gesamtkonzept. Superchic[k]
stellt seine beiden Sängerinnen ins Rampenlicht und die liefern eine
krasse Poserei ab, eben genau wie es die Girlies heute so machen. Damit
paßt das ganze wunderbar zum Text und alles groovt auch so toll.
The Benjamin Gate hat mit "all
over me" genau den Clip zur Hand, der gerade in Schweden den Musikmarkt
aufmischt. Sängerin Adrienne Liesching ist der "Blickfang"
und trägt ebensolche abgefahrenen Outfits wie ihre männlichen
Musikerkollegen. Ich sage nur die eine Sonnenbrille da...

Fazit: Am Stück gesehen, ein prächtiger Videosampler! Trägt
nicht zu dick auf, bietet aber dennoch Qualität. Aufgrund vieler
Balladen auch gut zum Träumen und Nachdenken. Familienfreundlich,
und nicht nur für MTVIVA-Geschädigte als Therapie zu empfehlen.
|