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Sampler / Various - ''WOW Hits 2004: the videos (DVD version)''

Sampler / Various:
"WOW Hits 2002: the videos" (DVD)


   ( 2003 Sparrow Records / Gerth Medien )

Die neueste Ausgabe der WOW-Videoclip-Sammlung hinterläßt recht zwiespältige Eindrücke. Bei den vorhandenen Stilen, den Macharten und der Qualität gibt es ziemliche Unterschiede. Da stilistische Abwechslung bei so einem Sampler-Projekt immer gut ist, gibt es dafür schon mal Pluspunkte. Man hört kernigen Südstaatenrock, Urban-Pop und Folk-Rock genauso wie Punk-Pop, Piano-Pop, Praise & Worship und gar Hip-Hop. Zwei härtere Rocktracks dürfen dieses Jahr ebenfalls nicht fehlen. Wer also dachte, es gibt wieder die "Balladenmischung" wie in manchen Ausgaben der letzten Jahre, darf sich nun freuen, daß die Bedenken nicht erfüllt wurden ;-)

Mit vier live-Aufnahmen ist diese Form von Videoclips inzwischen sehr häufig vertreten, weil es offenbar für die Produzenten am preiswertesten ist. Alle vorhandenen Clips sind entsprechende Auszüge aus den DVDs von Third Day, Jars Of Clay, Steven Curtis Chapman und Passion/David Crowder*Band. Am besten fand ich die Songs bzw. Videos von Herrn Chapman, weil der richtig abrocken kann und Jars Of Clay, weil die ein richtig grooviges Lied ("I need you") darbieten.

Bei den Konzeptvideos geht die Qualität doch sehr auseinander. Während ZOEgirl aus meiner Sicht das beste Video präsentieren, was Kreativität und Originalität angeht, so können FFH und Jung-HipHopper Lil iROCC Williams mit ihren Allerweltskonzepten nicht vom Hocker reißen. Tiffany Arbuckle alias Plumb kann heuer auch nicht überzeugen mit ihrem unterdurchschnittlichen Studio-Konzept, obwohl der Song eigentlich ein Ohrwurm ist. Sixpence None The Richer präsentieren uns dagegen ein fetziges Lifestyle-Video der etwas anderen Art mit einer bezaubernden (und langhaarigen) Leigh Nash. Für die Band mit dem gesetzten Folk-Rock ist der Clip vielleicht schon fast wieder zu "trendy"... (Trotzdem schade, daß der Clip zur Single letzten Herbst kommerziell kaum erfolgreich war.) Den Newsboys ist bei "He reigns" ein sehr eigenwilliges und schönes Video gelungen, welches mit sehr "menschlichen" Eindrücken zum Nachdenken anregt. Interessant: die Bandleute bekommt man praktisch nur von hinten zu sehen, was ich auch mal einen wichtigen Beitrag zu den Themen "christlicher Starkult" sowie "Worship" nenne! Gar nichts zu bemängeln gibt es bei den klasse Rockstücken von 12 Stones, Kutless und Jeremy Camp - alles auf hohem Niveau und jederzeit MTV-geeignet!

Was Inhalte und Ästhetik angeht, so kann man sich streiten, ob Stacie Orrico und relient K es verdient haben auf dieser christlichen Videosammlung dabei zu sein. Stacies unglückliche Schulhof-Liebelei verfilmt nach MTV-Standards hat keine direkte Aussage zum Glauben und auch das Bildmaterial finde ich teilweise fragwürdig. relient K rocken in einem Altersheim ab und die Szenen mit den Senioren sind etwas übertrieben und makaber teilweise. Das Lied selbst hat keinen tieferen Sinn und gehört in die Rubrik "völlig durchgeknallt"...

Zwei Videos haben mich positiv überrascht: Nichole Nordeman überzeugt optisch (!) und musikalisch bestimmt nicht nur ihre männlichen Fans bei "legacy", sondern bringt auch eine gut Botschaft an den "Angucker". Es kommt nämlich darauf an, welches Vermächtnis unser Leben einmal hinterläßt - und da sind wir als Christen wirklich gefragt! Chris Rice singt 'auf der anderen Seite vom Radio' und kann mit seiner einfachen, natürlichen und lustigen Art sowie seinem fetzigen Pop-Track sofort den Zuschauer auf seine Seite ziehen. Aber nicht nur er, sondern auch seine Band, bestehend aus Kollegen von Rocketown Records - inklusive einem lässigen Shaun Groves -, bilden einen würdigen Abschluß von über 70 Minuten Videomaterial!

Einen Clip habe ich mir bis zuletzt aufgehoben, weil er einen besonderen (und etwas längeren) Kommentar verdient. Rebecca St. James schießt mit "I thank you" den Vogel auf dieser DVD ab und wird mit diesem Bildmaterial in Europa (besonders Deutschland) für kontroverse Diskussionen sorgen! Grund dafür ist einfach die Politisierung die drin steckt. Rebecca - eigentlich stammt sie aus Australien - verbindet den Dank an Gott für die Errettung sowie ihre Karriere mit dem Dank für die Soldaten und Angehörigen im Krieg Amerikas mit dem Irak (März/April 2003). Man sieht Panzer, Kampfjets, Maschinengewehre usw. dazwischen Familienumarmungen, Unterstützungskampagnen für die Truppen, betende Menschen etc. Außerdem werden Irakis gezeigt, und Särge mit amerikanischen Soldaten sowie Verletzte Kämpfer auf der Trage - es bleibt also alles realistisch, und das ist gut so! Soldaten sieht man im Kontakt mit Irakis, wie sie sich unterhalten, mit Kindern spielen, Hilfspakete verteilen. Man sieht in Gottesdienste auf dem Kriegsfeld und in der Heimat hinein, plötzlich wird ein Kreuz eingeblendet und es wird deutlich, wer ins Zentrum gehört - Jesus der Retter. Soldaten sind ganz normale Menschen, wie du und ich und nicht per se "Mörder", wie manche hierzulande es gerne sähen. Was tun sie, was tun wir, wenn sie in einen Krieg müssen, den sie nicht gerne wollen und wir ebenso nicht? Sollen sie deshalb verteufelt werden, nur weil es politisch und militärisch keine Alternative gab? Sie haben sich verpflichtet ihrem Land zu dienen, eben gerade auch im Angesicht der Krise eines Krieges. Soldaten gehören also natürlicherweise zur Gesellschaft und als Christ steht es uns erst Recht nicht zu, sie abzuurteilen. Vielmehr sollte es unsere freudige Pflicht sein, ihnen zu helfen - mit dem Evangelium für sie und ihre Angehörigen und mit unserem Gebet. gerade sie brauchen unsere Zuwendung, unseren Kontakt, da sie oft zwischen den Stühlen stehen und es bekannt ist, wie innerlich einsam sie oft sind, nicht nur im Einsatz. Verstehen kann man diese ungewöhnliche Mischung des Videoclips wohl nur bis ins letzte, wenn man selbst Amerikaner ist, oder seit mehreren Jahren dort lebt. Mich als Außenstehenden hat aber das Konzept begeistert, denn ich finde es sehr gut, daß auch mal jemand an die "Ausführenden" denkt, an ihre Frauen und Kinder, ihnen dankt für die Verteidigung der Heimat, der Freiheit und christlichen Werte (denn darum geht es!). Verbunden wird das ganze auch mit der christlichen Botschaft: Die Wichtigkeit des Gebets wird deutlich und der Wert der Dankbarkeit überhaupt. Eine Verherrlichung von Krieg konnte ich keineswegs feststellen. Auch die Unterlegung des Liedes bzw. Videos mit Redeausschnitten von US-Präsident George W. Bush wirkt nicht generell als Identifizierung mit seiner Politik - auch wenn dies speziell auf die Sängerin zutreffen dürfte. In den Redeausschnitten wird deutlich, was Rebecca wichtig war, nämlich die Verbindung zu Gott (Er gibt Segen und macht Frieden), Freiheit und Verteidigung christlicher Werte. Rebecca ist eine mutige junge Frau, die offen und direkt zu ihren Überzeugungen geistlicher, musikalischer und eben auch politischer Art steht. Dafür kann man ihr nur gratulieren und auch dazu, daß dieser "evangelistische Versöhnungsdienst" immer mehr Früchte trägt. Also: "Ich danke dir!"

Fazit: Ein alles in allem doch empfehlenswerter Videosampler. Zwar sind bei einigen Clips Abstriche zu machen, man wird aber über 70 Minuten lang gut unterhalten. Daher kann ich die DVD nicht nur treuen Fans christlicher Musik empfehlen, sondern beispielsweise auch Jugendkreisen, die mal einen Videoabend (anschließendes Gespräch über das Gesehene eingeschlossen!) der anderen Art veranstalten möchten.


—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2003

Daten:
DVD / 18 Titel / 71 Min.
Art: Musik-Videoclips
Musikstil:
Pop, Rock, Urban-Pop, Folk-Rock, Hip-Hop, Praise & Worship
Label(s): 2003 Sparrow Records, USA / EMI Christian Music Group, Provident
               Music Group, Word Entertainment, USA / Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.wowhits.com

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere Rezensionen - siehe "WOW"-Projekt-Seite >>
 


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