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rrabauke - http://www.rrabauke.de

rrabauke
http://www.rrabauke.de

Seit dem Herbst 1999 gibt es nun ein deutschsprachiges Pendant zu "The Phantom Tollbooth", bzw. für die alternative Musikszene in der auch Christen mitmischen. Chris Flier aus Karlsruhe ist der Initiator und Kopf" der Site. Als Mitarbeiter (z.B. bei Rezensionen) fungiert Tobias Fritz aus Bayreuth (?). Hin und wieder soll auch Johannes Kleske (ex-Crossbeats) einige HipHop-Rezis beisteuern, habe ich mir sagen lassen...
Ähnlich wie eine gedruckte Zeitschrift erscheint der rrabauke (mit zwei "r", genau!) regelmäßig ein Mal im Monat - für das Internet durchaus nicht selbstverständlich - und besitzt auch ein Editorial. Diese Disziplin der Herausgeber sichert bestimmt eine große Zahl Stammleser, damit die Mühe auch belohnt wird. Ein toller Service für die Leser ist das komplette Online-Archiv aller bisherigen Ausgaben.

Für mich ist rrabauke daher eigentlich kein richtig christliches Angebot (auch wenn es von Christen gemacht wird), sondern eher ein Lifestyle-Magazin, daß versucht, der alternativen Subkultur gerecht zu werden.
Besonders loben möchte ich die sprachliche/journalistische Qualität des Angebots. Die Rezis sind zwar oft sehr kurz und wirken im Vergleich wie eine Kurzgeschichte (ohne Anfang und Ende...), dafür sind sie kurzweilig zu lesen, zeugen von Einfallsreichtum und Sachkenntnis. So macht das Lesen Spaß!
Auch auf die Hintergrundberichte und Interviews trifft dies zu. Es ist schön, daß sich hier jemand die Mühe macht, auf Konzerten, per e-mail oder sonstwie an mehr oder weniger bekannte, internationale (!) Künstler heranzukommen und zu berichten, über die man sonst in deutscher Sprache rein gar nichts erfahren würde.

Was ich nicht so gut finde, ist die Sichtweise bei den Rezensionen: offensiv christliche Texte werden oft als zu "predigend" kritisiert. Außerdem wird oft etwas als "christlich" eingestuft, was für den Konsumenten keinerlei derartige "Spuren" aufweist. Der Grundtenor, daß alle hochbudgetierten CDs von christlichen Major-Plattenfirmen als überproduziert zu bezeichnen, finde ich anmaßend. Wer sagt, daß diese Indie-Mucke qualitativ besser sein muß?
Eine weitere Kritik, die ich äußern möchte, umfaßt den Bereich "Tratsch", also den aktuellen News-Bereich. Hier tauchen fast nur internationale Acts auf, auch sehr viele prominente säkulare. Oft fragt man sich, warum die deutsche, bzw. europäische Szene fast nicht repräsentiert ist. Die Ausrede, man bekäme nix, reicht mir in Zeiten von e-mail und dergleichen jedoch nicht. Gut, den exotischen (als Kompliment gemeint) Einzelkämpfern von rrabauke dürfte es auch so schon genug Mühe sein, aber vielleicht kann man hier in Zukunft noch mehr Akzente setzen. Ich würde mich freuen.

Fazit: Wer etwas über die fromm angehauchte alternative Szene in deutscher Sprache erfahren will, kommt an rrabauke nicht vorbei. Ich wünsche dem Online-Magazin noch ein langes Fortbestehen, gleichbleibende Qualität und immer wieder gute Ideen!


—David Decker für CCM-Rezis, September & Oktober 2001

URL:
http://www.rrabauke.de
Browser: Netscape reicht aus!
Datum:
angeschaut am 20.9.2001 & 7.10.2001, mit Netscape 4.75
Erscheinungsweise: neue Ausgabe monatlich / "Tratsch"-Update halb-monatlich
Daten: CD-Rezensionen (Anzahl schwankend); 1 bis 3
           Hintergrundberichte/Interviews; teilweise Konzertberichte; Editorial;
           online-Archiv!
Sprache: nur auf deutsch
Herausgeber/Betreiber: Chris Flier, Karlsruhe, Deutschland
 


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