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''eXact!'' (Ausgabe 09/10 2003)
  Titelbild der Ausgabe Nr 09/10
2003 (September/Oktober 2003)
 
''Pila Music Box September 2003''
  Titelbild der beiligenden "Pila
Music Box September 2003"

"eXact!"

   ( Wort im Bild )

Eigentlich sollte die Vorstellung/Rezension dieser Zeitschrift schon vor einigen Wochen erscheinen. Durch den Aufkauf der Reste der Firma "Pila Music" durch den Herausgeber von eXact!, "Wort im Bild", ergab sich ein neues Bild und meine Bewertung habe ich noch einmal neu vorgenommen.

Bewertung des Musikmagazins "eXact!":
Vor etlichen Jahren gab es in Deutschland die Musikzeitschrift "COGO" und später "Pack's!" von Arno & Andreas, die beide in der "eXact!" aufgingen. Trotz sicher nicht einfacher Gegebenheiten in der christlichen Szene in Deutschland konnte das Blatt bis heute überleben und diese Beständigkeit allein ist erst mal Grund zur Freude. Wenn man jedoch eine eXact!-Ausgabe so durchblättert und aufmerksam liest, ist es teilweise eine Zumutung: Schon die verwendeten Grafiken, Bilder der Künstler und deren Zusammensetzung wirken ziemlich amateurhaft. Außerdem wirkt alles ein bißchen verspielt und altmodisch. Aber gut, es soll ja auf die Inhalte ankommen... Bei den Texten fallen schon nach kurzer Zeit die übermäßig vielen Rechtschreibefehler und einige Grammatikfehler auf. Für einige Leser ist das wahrscheinlich ein Grund, die Zeitschrift nie zu abonnieren, oder gleich abzubestellen. Ich persönlich könnte darüber hinwegsehen, auch wenn es auf Dauer gesehen schon nervt. Es ist hier ja im Laufe der Jahre auch keine Besserung eingetreten, sondern es scheint bei einigen neueren Ausgaben teilweise schlimmer zu werden. Weiterhin fragt man sich, warum das Editorial nur ein ausformuliertes Inhaltsverzeichnis ist, oder ob das nicht auch etwas professioneller geschrieben werden könnte?

Was die Qualität der Artikel angeht, so ist diese sehr unterschiedlich und wechselhaft. Die Newsmeldungen auf den ersten Seiten sind kurze Zusammenfassungen (meist) bereits bekannter Meldungen von diversen Websites. Interviews mit Interpreten aus Deutschland sind oft sehr niveauvoll, gut zu lesen und mit hohem Informationsgehalt. "Berichte" über internationale Künstler sind oft nur schlecht gemachte Übertragungen von deren offiziellen Biographien oder Basteleien aus anderen Feature-Artikeln, Interviewschnipseln und dergleichen. Gut ist jedoch, daß immer viele Newcomer vorgestellt werden, auch aus der Indie-Szene - eine Sache, die man in dran und teensmag oft vermißt! Zu den Artikeln gesellt sich im Bereich Musik noch die Rubrik "playback" und Konzert- bzw. Veranstaltungstermine. In "playback" werden CDs rezensiert - von der Aktualität manchmal etwas hinterher, aber das ist eigentlich egal. Die Rezis sind zwar kurz und knackig, dafür oftmals zu oberflächlich. Außerdem wird zuviel über Label, Künstler und alles mögliche erzählt, als über die Platte, die Musik an und für sich. Es gibt aber auch wirklich einige "Klassiker" bei den Bestandsaufnahmen. Eine Stärke der Zeitschrift ist, daß sie noch eine Buch- und Multimedia-Rubrik hat. Bei den Büchern wird immer eine breite Bandbreite aus christlichen und nichtchristlichen Verlagen vorgestellt bzw. rezensiert. Problem hierbei ist die Vermischung: neben guten christlichen Büchern, werden etwa Werke von Pater Anselm Grün vorgestellt. Dieser Autor ist ein moderner Verführer, der mit seinen religionsvermischenden Ansichten aus dem Bereich New Age von dem Gott der Bibel und seinem Wort wegweist. Hier ist also große Vorsicht geboten bei dem, was man liest.

Der geistliche Standpunkt des Magazins war/ist für mich schwer ermittelbar. Es gibt nämlich zur geistlichen/"christlichen" Dimension fast keine Kommentare oder Bezugspunkte. Es scheint sich nur auf dem Niveau zu bewegen, ob christliche Begriffe in den Liedtexten der Künstler auftauchen oder nicht. So einen professionell durchgezogenen geistlichen Gehalt in Verbindung zur Gemeinde, wie etwa in CrossRhythms, sucht man hier leider vergebens.

Fazit:
Trotz aller Kritik macht das Blatt insgesamt doch einen recht liebenswürdigen Eindruck, weil es so was heutzutage eigentlich kaum noch gibt. Als Hauptinfoquelle über christliche Musik ist das Blatt sicher etwas wenig, aber als Ergänzung zum Web und anderen christlichen Printmedien taugt die einzige volle christliche Musikzeitschrift aus Deutschland allemal. Hinweis zur Pila-Übernahme: Eine Verquickung von redaktionellem Inhalt und Pila-Werbung ist bereits in der September-Ausgabe 2003 geschehen, wo der Artikel-Text immer mit kleinen Pila-Bestellanzeigen durchzogen wird. Außerdem sind viele ganzseitige Werbungen im Heft mit Pila-Sachen belegt. Ich glaube nicht, daß diese Ausrichtung der Zeitschrift zugute kommen wird - eher im Gegenteil!

Bewertung der Pila-Beilage "Music-Box":
Gleich vorweg: Das Grauen geht weiter. Als christlicher Musikfan in Deutschland war ich eigentlich guten Mutes ein für allemal von den Pila-Peinlich- und Dürftigkeiten erlöst zu sein. Dann das: 'Wort im Bild' kaufte die Reste der Pila-Pleite auf. Nachdem die (eigentlich Ein-Frau-) Firma in den letzten Jahren ihres Bestehens in bester Sozialismus-Manier heruntergeschlampert wurde, fragt man sich, was aus dieser (nichtvorhandenen?) Konkursmasse überhaupt noch verwertet werden soll? Eigentlich haben alle ehemaligen pilaeigenen Künstler entweder neue Verträge bei anderen Firmen oder sind derzeit labellos. Wenn ich mir das neue primitiv aufgemachte Blättchen durchblättere, kommt schnell der Eindruck, daß es das Papier nicht wert ist, auf dem es gedruckt wurde. Da werden total veraltete Pressebilder von den Künstlern verwendet (z.B. bei Margaret Becker genau 10 Jahre alt, direkt aus dem Pila-Wurstblatt von damals rüberkopiert...). Die Werbetexte für die "neuen" CDs sprudeln über vor inkompetentem Deutsch-Englisch Kauderwelch, immer in der Superlative versteht sich. Für bereits seit Wochen oder Monaten bei den Vertrieben Gerth Medien und bv-music veröffentlichte CDs werden neue Bestellnummern eingeführt. Das Chaos bei Endkunden und christlichen Händlern dürfte damit vorprogrammiert sein. Margaret Beckers neue Akustic-CD wird gleich unter dem Europa- und US-Titel angeboten, jeweils mit anderer Bestellnummer. So veräppelt man neue-alte Kunden. Auf der beigelegten Pila-Zapp-CD (ehemals 'Reinhören & Raussuchen') fehlen gleich 5 Tracks, die angeblich noch nicht freigegeben sind, obwohl alle CDs bereits erschienen sind!

Fazit:
Wer braucht diesen Müll? Selbst mit der wiederbelebten Discount-Card und den 15% Rabatt bleibt die Frage, wer die ganzen jahrealten CDs aus dem Back-Katalog von Pila kaufen soll? Der Bedarf daran dürfte schon lange gedeckt sein. Auf mich macht das ganze den Eindruck von 'Nepper, Schlepper, Bauernfängerei'... Wenn Pila/Wort im Bild beweisen kann, daß es fähig ist mit neuer Logistik und Professionalität ein guter Konkurrent von Asaph, bv-music und Gerth zu sein, dann könnte man das wieder alles empfehlen. Solange aber so was hier vorgelegt wird, kann man es beruhigt links liegen lassen und sich die Neuheitenprospekte der "echten" christlichen Musikvertriebe anschauen... ;-)

Gesamtfazit:
Sicher muß man noch abwarten, wie sich die neue Firma bzw. Allianz Pila/Wort im Bild entwickeln wird. Aufgrund jahrelanger schlechter Erfahrungen mit dem ex-Pila bin ich jedoch äußerst skeptisch. Es wäre schade, wenn durch einen erneuten Pila-Mißerfolg auch die Zeitschrift eXact! mit hinuntergerissen würde. Ich würde mich dagegen sehr freuen, wenn ich mich in nächster Zeit einem Artikel hier widmen könnte, wo ich freudige Neuigkeiten über ein wirklich neues Pila und eine noch niveauvollere eXact! berichten könnte!!!


—David Decker für CCM-Rezis, September 2003

Erscheinungsweise:
2-monatlich
Daten: ISSN 0946-8064; pro Ausgabe ca. 18 CD-Rezensionen; pro Ausgabe
            jetzt mit Pila-Zapp-CD
Genre: nahezu alle Mainstream-Musikstile; Artikel/Features/Interviews; News
Sprache: deutsch
Verlag: Wort im Bild GmbH, Altenstadt, Deutschland
Vertrieb-D: Wort im Bild GmbH, Altenstadt
Preis pro Ausgabe: Jahresabo 22.50 EURO plus Versandkosten - Sonderpreise
                                für Schüler, Studenten, Arbeitslose, Renter (!) möglich...
Website: http://www.wortimbild.de/exact.htm
 


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