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Das
war die Spandauer Nacht 2000
Inhalt:
28. Oktober
2000, EFG Spandau, Berlin-Spandau
Bands: U.phonic (D) / Broomtree (USA)
Special Guest: International B-Boys (Breakdance-Crew)
dieser Konzertbericht: von David Decker (ccmtexte.de, shineMedia, Feuerflamme)
Bereits
zum elften Mal fand in Berlin die "Spandauer Nacht" statt. An einem
ganz gewöhnlichen Oktobersamstag begann am frühen Abend eine Rockparty
der Extraklasse. In einem großen, leergeräumten Gemeindesaal (unter
einer ehrwürdigen Orgel :) fand eine ausgelassene Feier statt. Eröffnet
hat das Minifestival eine ganz junge Band aus Deutschland, namens:
U.phonic
(ju-fonnic gesprochen) Bis auf den Verstalter selbst kannte niemand
der Konzertbesucher diese Band. Trotzdem war der Saal mit ca. 400 jungen
Leuten voll und alle warteten gespannt, wie denn nun der Sound ist.
Der Sänger dieser neuen Gruppe war früher mal bei Fish.Mac, die sich
aber aufgelöst haben. Nun war es der erste offizielle Auftritt der Band,
die in dieser Besetzung erst seit zwei Wochen bestand und gerade mal
zwei Proben vor dieser Premiere hinter sich hatte!
Als
es mit einiger Verspätung (war wohl die Soundtechnik...) endlich losging,
mußten sich U.phonic erstmal die Gunst der Zuhörer erspielen. Doch dieses
gelang ziemlich schnell. Bald wurden alle von dem funkigen Gitarrenrock
mitgerissen. Der Band konnte man nun die Spielfreude ansehen und durch
ihre Natürlichkeit hatte sie das Publikum bald ganz auf ihrer Seite.
"Save in God arms" war eines der rockigsten Stücke von U.phonic, mit
energischem aber mitsinggeeignetem Refrain und rap-artigen Strophen.
Doch die vier Jungs hatten nicht nur härten Crossover-Sound zu bieten
sondern auch Poppigeres. So gab es einige Einlagen mit einem "Hawaii-Groove"
und viel souligen Gesang von Frontmann Hutch. Absolute Überflieger waren
aber die Songs "pray" und "freak". Beide überzeugten durch ihre tollen
Hooklines und den funkigen Rock, fast schon Dance-Rock. Bei "freak"
gab es auch noch einige coole Breaks im Song, was die Spannung natürlich
erhöhte. Mit seinen eingängigen Gitarren- und Gesangslinien wurde dieser
Song zum absoluten Publikumsliebling. Nach ca. einer halben Stunde hatte
U.phonic schon sein komplettes derzeitiges Programm vorgestellt, d.h.
die Songs waren erstmal "alle"... Doch das Publikum ließ nicht locker
und forderte schnell eine Zugabe. Die wurde auch prompt erfüllt und
die beiden Rocker "save in God's arms" und "freak" kamen zum zweiten
Mal an die Reihe. Jetzt waren sie schon etwas bekannt und die Party
wurde zum ersten Mal richtig überschwenglich!
Neben
dem angesagten Melodic-PopFunkRock konnte U.phonic vor allem durch ihr
Auftreten begeistern. Gitarrist und Bassist waren ständig in Bewegung
und zeigten guten Einsatz. Der Sänger und "Chef" der Band - der auch
die Lieder schreibt - hatte echt den Soul drauf. Er konnte sich mit
ganzem Herzen in die Lieder reinlegen. Zugute kam dabei auch sein zur
Musik passender Englisch-Slang. Leider waren aber die Texte nicht immer
so gut verständlich und meist ging es um irgendwelche Liebesgeschichten
und nicht zwingend um "christliche" Themen. Teilweise war die Botschaft
bzw. die Ansagen etwas lax und verwirrend. Naja, dafür war alles weit
weniger verspielt als in früheren Fish.Mac-Tagen. Insgesamt kann die
Live-Dynamik noch verbessert werden, aber der erste Auftritt kam bereits
überraschend gut an. Ganz sicher haben U.phonic exzellente Chancen im
Radio, und da soll in Zukunft so einiges gehen - seien wir alle gespannt!
[ noch einige U.phonic-Links: Kurzvorstellung
/ offizielle Homepage
/ Homepage der Management-Agentur
]
Nach einer kurzen Pause ging es dann mit einer Special-Einlage von den
International
B-Boys
weiter,
einer Breakdance-Crew aus Berlin Wedding, deren Jungs alle noch im Teeniealter
sind! Für die Vorführung wurde einfach im Saal eine Unterlage ausgerollt
und los gings. Ihrem Alter entsprechend, boten die Boys wirklich eine
ansteckende Performance und ernteten viel - verdienten! - Beifall. Als
sie nach der für sie eingeplanten Zeit schon wieder gehen wollten, mußten
sie doch noch mal umkehren und eine Zugabe hinlegen. - Wirklich ein
tolles Pausen-Programm und gute Nachwuchsförderung so etwas!
Nach diesen Breakdance-Einlagen ging es nahtlos mit der zweiten Band
des Abends weiter:
Broomtree
Genau
wie U.phonic kannte auch Broomtree (bedeutet soviel wie "Ginsterstrauch")
niemand im Publikum. Dennoch entwickelte sich schnell Begeisterung für
diese Formation. Beim ersten Song warteten erst mal alle noch ab und
beobachteten aufmerksam. Als die Band dann das Cover von "get away"
(Lenny Kravitz) spielte, tauten die ersten so richtig auf... Danach
ging es mit modernen Rocksongs weiter und die Party nahm ihren Lauf.
Um den neugewonnen Fans eine Pause zu gönnen, folgte dann erst einmal
eine "Balladen-Session". Im Anschluß ging es mit einer schnellen Rockphase
weiter, die Songs hatten fast schon Punk-Charakter. Jetzt flippte das
Publikum zum ersten Mal richtig aus.
Doch relativ schnell kam eine Anbetungszeit mit vielen bekannten Liedern.
"Lord I lift your name on high" fetzte superschnell ab und alle waren
voll dabei, als schien jeder auf diesen Song gewartet zu haben! Bei
"shout to the Lord" (von Darlene Zschech / Hillsongs), "holiness" (bekanntgeworden
durch SonicFlood) und "I could sing of your love forever" (von delirious?)
sangen praktisch auch alle mit. Nach dieser Besinnungspause kamen die
Rockfans nochmal auf ihre Kosten. Broomtree legte jetzt erst richtig
los. Die meisten hatten wohl nicht geahnt, was in diesem Quartett noch
alles drinsteckt :) Vom Sound her kann man das vielleicht als harten
Modern-Rock bezeichnen. Jedenfalls tobte die Menge; Band und Publikum
konnte man den Spaß abspüren. Es ist klar, daß Broomtree am Ende gleich
zwei Zugaben geben mußten, die Leute wollten sie gar nicht recht gehen
lassen, so super war die Stimmung!!!
Broomtree,
daß sind alles Profimusiker, die es echt drauf haben. Sie können abrocken,
was das Zeug hält, überzeugen aber genauso bei den ruhigeren Stücken.
Das Geheimnis der frommen Rocker aus Columbus, Ohio, ist die Sängerin,
Bandgründerin und "Chefin" Kylie Schilg. Sie hat fast alle Songs der
Band selbst geschrieben, spielt profimäßig Gitarre und hat eine begeisternde
"Rockröhre". Immer kommt der Gesang glasklar rüber und man konnte die
Texte relativ gut verstehen. Irgendwie verfügt Kylie auch über theatralisches
Talent, denn sie hatte das Publikum durch ihre Gesten und ihre freudige
Natürlichkeit jederzeit auf ihrer Seite. Besonders die Herren der Schöpfung
waren wohl angetan von ihr, nicht nur davon wie sie auf ihrer Gitarre
abrockte und auf der Bühne rumjumpte. Es ist wohl nicht übertrieben,
wenn man sie als die größte Rockerin unter den christlichen Rockladys
bezeichnet. In der Art, wie sie am Mikro steht und die Lieder vorträgt,
werden manchmal auch Vergleiche an Leigh Nash von Sixpence None The
Richer wach...
Schlagzeuger Trevis verstand auch sein Handwerk. Er legte teilweise
so wild los, daß ein Helfer ab und an das Equipment nachstellen mußte.
Trevis ist das neueste Mitglied der Band, erst wenige Monate dabei,
aber dafür scheint es ihm schon ausgezeichnet zu gefallen. Bassist Glen
war durch die ausgelassene, energische Rockzeit im zweiten Teil des
Broomtree-Sets richtig verausgabt, bei den Zugaben konnte man ihm die
Erschöpfung ansehen... Seit April 2000 ist er bei der Band dabei. Bisher
hat er schon bei etlichen christlichen Bands mitgespielt und man merkt
ihm die Erfahrung wirklich an. Gitarrist Nathan war auch immer mit ganzem
Einsatz dabei. Und zwar so, daß ab und zu mal eine Seite riß und er
erstmal das Instrument auswechseln mußte. Nathan ist schon seit zwei
Jahren bei der Band und auch auf dem 1999er Album "transparent" zu hören.
Inhaltlich hat die Band auch durch die Ansagen unmißverständlich klar
gemacht, wer ihr Herr ist, und das es ihnen ein Anliegen ist, daß noch
viele errettet werden durch Christus. Wie man auch durch die CDs der
Band erkennen kann, drehen sich alle Lieder um christliche Themen, d.h.
um alle möglichen Glaubensfragen, aufbereitet in jugendverständlicher
Sprache.
Insgesamt war es ein total fetziger Gig mit viel Rockmusik für's neue
Millennium. Broomtree bedient eine Bandbreite von melodischem Dance-Rock
(z.B. das eingängige "deliver me" von der neuen CD, die 2001 kommen
soll...) bis hin zu Core- und Punk-Elementen. - Zwei Gitarren, Bass
und Schlagzeug sprechen eben eine deutliche Sprache ;-) - Aber auch
für eine Worship-Einlage ist die Band immer aufgelegt, genauso wie für
einen Gag. Die Band hat enorme Live-Erfahrung, da sie die USA schon
zweimal komplett abgetourt haben, einmal mit Petra (!) und einmal mit
Polarboy (sind Labelkollegen und waren 1999 in Berlin zu Gast!).
[ noch einige Broomtree-Links: Kurzvorstellung
/ offizielle Homepage
/ Homepage
der Plattenfirma / Homepage
des Bassisten, Glen K. / deutsche
Übersetzungen der beiden CDs / CD-Rezension
"transparent" / CD-Rezension
"broomtree" ]
Einen
frommen Starkult gab es an diesem Abend (und Wochenende) nicht. Nach
dem Auftritt konnte sich jeder, der wollte, ausführlich mit den Leuten
von der Band unterhalten, was ja viele auch gemacht haben. Man wird
gemerkt haben, daß die Bands begeistert waren von der Stimmung und daß
sie sich in "good 'ol Germany" sichtlich wohl fühl(t)en. Schön, daß
mal zwei völlig neue Bands eine Chance bekamen!
Nachdem
das Konzert gegen 23 Uhr beendet war, fuhren natürlich die meisten Leute
wieder nach Hause und es wurde noch kräftig aufgeräumt... Doch so richtig
zu Ende war die Veranstaltung eigentlich noch nicht. Den inhaltlichen
und musikalischen Abschluß gab es erst im Anbetungsgottesdienst am Sonntagvormittag,
dessen Programm die Jugendgruppe der Gemeinde gestaltete. Die Broomtree-Leute
begleiteten die Lieder auf Akustikgitarre und stellten sich der Gemeinde
vor. Es war eine freudige und besinnliche Zeit, die unter dem Thema
"Bekennen" stand. So wurde jeder herausgefordert, den eigenen Glauben
ganz persönlich und in und mit der Gemeinde nach außen hin zu zeigen.
Über
den Veranstalter:
Seit 1990 veranstaltet die EFG-Spandau, eine Berliner Baptistengemeinde,
erfolgreich die "Spandauer Nacht". Die Verantwortlichen und vielen jugendlichen
Helfer kommen alle aus der Gemeinde und haben alles selbst gemacht.
Die Organisation war einfach super und es hat alles bestens geklappt.
Besonders zu erwähnen sind die ungeschlagen günstigen Preise: nur 15
DM Eintritt für drei Acts ist wirklich wenig. Dazu kam noch eine gut
organisierte Verpflegung mit belegten Broten und Grillzelt im Innenhof!
Zugute kommt den Spandauern ihre jahrelange Erfahrungen im christlichen
Bereich. Man hat schon einige Höhen und Tiefen erlebt und immer wieder
an dieser Art Veranstaltung festgehalten. Heutzutage ist es ja wirklich
nicht einfach ein christliches Konzert auf die Beine zu stellen. Noch
dazu mit internationalen Künstlern und relativ wenig Geld in der Tasche.
Das es trotzdem funktioniert, dafür sorgen die klare Vision, 110% eigener
Einsatz, viel Kreativität und die Freude an der Musik. Am wichtigsten
ist jedoch das Ziel, Nicht-Christen mit der Veranstaltung anzusprechen
und auch Christen eine gute Alternative zu bieten.
Wer auch gern christliche Konzerte veranstaltet (oder erst noch möchte),
kann sich gern an das Spandauer-Nacht-Team wenden, Erfahrungen austauschen
und viel lernen.
Evangelisch-Freikirchliche
Gemeinde Spandau - Jagowstraße
Jagowstraße 17
13585 Berlin

Telefon: 030 - 3 63 24 24
e-mail: info@spandauernacht.de
Web: www.spandauernacht.de
P.S.
Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es im Oktober 2001 eine (dann zwöflte!)
Neuauflage geben! Dann bist auch DU ganz herzlich nach Berlin-Spandau
eingeladen.
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Gewinnspielauflösung >>
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